Royale Klang-Diebe

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SLEAZE + Royal Republic, 2015 Sie wollten sich endlich nicht mehr zurückhalten. Schon das dritte Mal haben Royal Republic sich das jetzt schon getraut mit ihrem neuen Album Weekend Man. Alle vier Mitglieder sind studierte Musiker und freuen sich, dass sie in ihrer Band nicht immer jeden Ton treffen oder perfekt im Timing liegen müssen. So haben sie die Chance, sich musikalisch voll auszuleben.

Den Rock neu erfunden haben sie auf jeden Fall nicht, doch mixen sie ihre Einflüsse auf einzigartige Weise. Wer es schafft, innerhalb eines Liedes von Brit-Pop zu Hard-Rock zu wechseln wie es in der Eingangsnummer „Here I come“ passiert, weiß was er tut. Sie haben den Klang der Red Hot Chili Peppers übernommen, die Skrupellosigkeit der Bloodhound Gang und Melodien, wie man sie im Classic Rock findet. Damit bedienen sich Royal Republic an einer gewaltigen Ohrwurm-Bandbreite.

„When I see you dance with another“ ist echter Rock’n’Roll mit Queen-würdigem Chor und löst den Drang aus, das Retro-Mikrofon schräg stellen zu wollen und die Haarpracht elegant nach hinten zu streichen. Wenn man damit fertig ist, seine Ferse im Rhythmus zu bewegen, kann man kurz darauf wild herumzappeln, headbangen, Luftgitarre spielen und alles, was einem in der Gesamtlaufzeit von 45 Minuten noch so einfällt. Die Schweden sparen nicht an musikalischen Special Effects. Die Stimme von Adam Grahn ähnelt in den gelassenen Momenten Anthony Kiedis‘ und das Gitarrenspiel von HanSLEAZE + Royal Republic, 2015nes erinnert an den Rock der 60er und 70er Jahre. Weekend Man ist ein echtes Crossover-Rock-Feuerwerk mit Funk- und Elvis-Anteilen inklusive melodischer Details, die man auch von Bands wie The Killers kennt.
Dass sie gelernte Musiker sind, merkt man auch am Bass. Jonas folgt nicht blind der Lead-Gitarre, sondern erschafft seine ganz eigenen Lines.

Ein extrem vielfältiges Album, auf dem trotzdem ein roter Faden erkennbar ist. Royal Republic haben ihren eigenen Sound gefunden, der aber aus verschiedensten Ideen und Genres besteht. Doch ist das auch das Einzige, was man ihnen vorwerfen kann. Sie sind definitiv vergleichbar mit einigen Punkbands, auf seltsame Art auch mit den Beatles und echten Rock’n’Roll-Legenden. Bei jedem Lied hat man das Gefühl, den Song schon mal irgendwo gehört zu haben, doch tatsächlich hat man nur die Bestandteile ihrer Musik schon mal woandSLEAZE+Royal Republic.Coverers aufgeschnappt. Genau das macht es auch so leicht, einen Zugang zu Weekend Man zu finden. Schon beim ersten Hören bleiben die Songs im Ohr und ich kann es kaum erwarten, die Platte noch öfter zu hören und zu raten, woher ich die peitschenden Klänge noch kenne.

Maurin

Interpret: Royal Republic
Album: Weekend Man
VÖ: 26.02.2016
Label: Vertigo

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