Roman Coppola im Interview

Roman Coppola im Interview

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Roman Coppola

Charlie Swan (Charlie Sheen) ist ein überaus erfolgreicher Grafiker und genießt die angenehmen Seiten des Lebens. Er ist charmant, reich und wirkt auf Frauen unwiderstehlich, was der Playboy mit Hang zum Alkohol auch gern ausnutzt. Doch als seine langjährige Freundin Ivana (Katheryn Winnick) plötzlich mit ihm Schluss macht, gerät das Leben von Charlie aus den Fugen. Soweit der Plot von Charlies Welt – Wirklich nichts ist wirklich, der bei uns ab dem 02. Mai in den Kinos zu sehen ist. Wenn man vom Hauptdarsteller und dieser Story in einem Satz hört, drängen sich einige Fragen auf … die uns der Regisseur des Streifens und Sohn vom guten alten Francis Ford, Roman Coppola natürlich beantworten musste.

 

 

Du warst so lange mit Charlie Sheen befreundet, würdest du sagen, dass du den Part extra für ihn geschrieben hast?

Ich kenne Charlie erst seit ein paar Monaten wirklich gut. Wir waren Kumpel zusammen bei den Dreharbeiten zu „Apocalypse Now“, aber wir waren noch kleine Kinder. Wenn man größer ist erinnert man sich aber an die Zeit. Über die dreißig Jahre haben wir uns nicht regelmäßig gesehen. Jedes Mal wenn wir uns gesehen haben wir uns schon nah gefühlt.

 

Ihr habt aber vorher nicht zusammen gearbeitet, nicht wahr?

Nein. Ich habe mich aber gefreut, weil er auf dem Zenit seiner Karriere damals mal zu mir meinte, dass wir mal einen Film zusammen machen sollten. Ich war damals nur irgendein Typ der versucht hat Zeug zu machen und er ein riesen Star. Dass er dann so auf mich zugekommen ist hat mir echt was bedeutet. Als ich dann das Projekt hatte, habe ich gemerkt, dass er im richtigen Alter war, der gut aussehend und witzig ist, Charisma hat und ein echt guter Schauspieler ist.

 

Also hast du das Script vor Charlie Sheen geschrieben?

Ja.

 

Warum war das Thema der Trennung so wichtig für dich, dass du darüber einen Film machen wolltest?

Ich bin auch durch eine Trennung gegangen und das hat echt Eindruck bei mir hinterlassen. All diese verschiedenen Gefühle, die ineinander greifen und ich fand, dass das ein interessantes Thema für einen Film war. Jeder kann was damit anfangen. Ich fühle mich auch zu Filmen hingezogen, wo die Form ein bisschen abenteuerlicher ist. Nicht nur linear. Filme sind sehr magisch. Man kann alles mit ihnen machen und überall damit hingehen. Wenn man sich alle Filme der letzten 10 Jahre anguckt, sind vielleicht 0,5% davon die das Potenzial nutzen. Wenn man sich Fellini oder Woody Allen anguckt, dann wird einem so was klar. Ich will andere damit nicht kritisieren, aber ich liebe Filme, die einem auf eine Reise mitnehmen, wo man noch nicht war. Das ist selten.

 

Um zurück auf die Narration deines Films zu kommen, würdest du sagen, dass die Reaktion von Ivana bezüglich der Fotos in der Schublade von den Verflossenen übertrieben war?

Mir ist es passiert. Also war es schon normal. Ich wollte damit keine Wertung abgeben und damit sagen, dass sie verrückt ist.

 

Würdest du sagen, dass dein Film auch satirische Aspekte hat?

Vieles von dem Ton soll einem zum Lächeln bringen. Ob es wirklich satirisch ist, weiß ich nicht. Es ist nicht das Wort das ich benutzen würde, aber so oft sieht man Beziehungsgeschichten aus dem Blickwinkel der Frau und ich dachte es wäre lustig das aus dem Blickwinkel der Männer zu zeigen. Ich wollte es verspielt und absurd machen. Es ist definitiv durch meine Fantasie gefiltert und kein realistisches Abbild.

 

Und was ist mit dem 70er Aspekt?

Ich wollte das ein bisschen vage lassen. Es spielt in keiner präzisen Zeit. Die Leute können das selbst interpretieren, aber ist schon sehr siebziger. Das Grafikdesign dieser Zeit war so cool. Sehr sexy, verspielt und lustig. Das war auch die Art, in der ich den Film machen wollte. Heute gibt es keine Albumcover mehr, weil es keine Alben mehr gibt, aber der visuelle Stil dieser Zeit hat mich sehr angezogen.

 

Roman Coppola

 

Du hast mit deiner Schwester in der Vergangenheit zusammengearbeitet, hatte sie auch einen Einfluss auf diesen Film?

Sie hat nicht praktisch daran teilgenommen, aber sie hat mich sehr unterstützt in der Sache und mir gesagt, dass sie den Film sehen will. So viele Leute haben mir gesagt warum zum Teufel willst du mit Charlie Sheen arbeiten, aber sie meinte es ist ein großartiger Schauspieler. Ich vertraue ihr und viele Leute die mich gut kennen und den Film gesehen haben, meinten, dass er mir richtig ähnlich sieht. Sie meinte das auch und ich dachte mir: Mission erfüllt. Besonders weil es so wenig Individualität gibt in den Arbeiten.

 

Was hat dich am meisten bei deiner Arbeit als Regisseur beeinflusst?

Ich glaube andere Beispiele von Arbeiten von anderen Regisseuren wie Fellini. Wenn man sich sowas wie 8 ½ anguckt bläst es dich einfach weg und das ist einfach eine fantastische Erfahrung und zeigt wie abenteuerlich ein Film sein kann. Woddy Allen genauso. Vor allem „Stardust Memories“ falls du den Film gesehen hast.

 

Was ist der Hauptunterschied wenn du einen Videoclip realisierst und wenn du einen Spielfilm drehst?

Das ist eine schwierige Frage um sie in eine kurze Antwort zu quetschen, aber ein Videoclip hast du in ein bis zwei Tagen gedreht. Es ist sehr geschlossen in sich. Ein Spielfilm drehst du erst mal viel länger und die Planung dauert Jahre. Für diesen Film habe ich sechs bis sieben Jahre gebraucht um den zu realisieren. Zwei Jahre um die Finanzierung zu machen und ein Jahr um ihn zu drehen. Um die Wahrheit zu sagen, in einem Video drehst du auch für eine Band und die wollen gut dabei wegkommen und oft ist es wie mit jedem anderen kommerziellen Projekt. Man muss ihnen gut dienen, es macht mir auch spaß, aber du musst darauf achten, dass es mit dem harmoniert, was die auch wollen. Bei diesem Film musste ich nicht darauf achten, was die Meinung anderer Leute war und das war gut.

 

Was ist die größte Schwierigkeit wenn du ein Script auf die Leinwand bringen willst?

Bei diesem Film war es keine große Schwierigkeit, weil ich auch schon beim Schreiben die Bilder im Kopf hatte. Ich habe sogar in meinem Haus gedreht und in meinem Büro. Wenn du aber schreibst hat alles viel größere Dimensionen. Die Szene mit den sexy Indianermädchen bestand in meinem Kopf aus hundert und in der Realität waren es dann sechs oder acht. Was mehr wird, ist die Art wie die Schauspieler es interpretieren. Wenn Bill Murray oder Jason zum Beispiel eine Zeile spricht, dann kannst du dir das vorher nicht vorstellen.

 

Dadurch, dass deine Familie so sehr im Filmbusiness verankert ist, hattest du jemals einen anderen Berufswunsch?

Ich wollte ein Make-Up Artist werden. Dann wollte ich Architekt werden, dann wollte ich ein Gangster sein.

 

Clarisse

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