Resident Evil 7 Biohazard – Willkommen bei den Bakers

Resident Evil 7 Biohazard – Willkommen bei den Bakers

Resident Evil 7 ist eines der Spiele, auf die ich mich dieses Jahr sehr gefreut habe. Die Erwartungen der Fanbase waren groß. Wie „schön“ das neue Resident Evil ist und ob du dir Kotztüte und / oder Windeln zulegen musst, erklären wir dir in unserer Rezension.

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Atmosphärische Idylle bei den Bakers

Heute möchte ich dir eine ganz besondere Familie vorstellen: die Bakers. Teil der Familie sind die Stealth-Master-Oma, der Vater, der nicht weiß, wann genug ist, die Schimmel-Mutti, der (zu Anfang noch am normalsten wirkende) Sohn und die Telefon-Tochter (die dann doch noch normaler wirkt als der Sohn). Sie nehmen dich herzlich in ihr Ekelhaus auf und haben dich jetzt schon sooooo liebgewonnen, dass sie dich nicht mehr rauslassen wollen.

Hass-Liebe

Irgendwie möchten man es spielen und irgendwie auch nicht. Resident Evil 7 definiert Hass-Liebe für mich neu. Habe ich mich einmal dazu motiviert zu spielen und nicht ängstlich skeptisch das Cover anzustarren, war es echt ein Erlebnis. Diese verrückte Familie und ihre Geheimnisse ziehen einen schnell in ihren Bann (vorausgesetzt die Pumpe macht mit) und nachdem man sich daran gewöhnt hat, dass jederzeit irgendwie jemand von hinten, vorne, rechts, links, oben, unten usw. auftauchen kann und einen dann im besten Falle eine Kopfnuss verpasst, ist die Story echt fesselnd und man möchte die vielen Rätsel und Geheimnisse des Hauses und der Familie erkunden. Sofern du kein allzu großer Angsthase Rusher bist, lohnt es, sich in der Umgebung umzuschauen. Viele Dinge auf dem Grundstück weisen auf die Story hin und machen diese verständlicher.

Hausbesichtigung mit Ethan

Schon am Anfang wird klar: Atmosphärisch ist das Spiel. Unser wahnsinniger heldenhafter Protagonist Ethan bekommt von seiner todgeglaubten Frau nach drei Jahren eine Mail, in der eine Adresse und die Aufforderung enthalten ist, sie abzuholen. Natürlich gibt man da nicht der Polizei Bescheid, nein, man macht sich ganz alleine auf den Weg, um Mia abzuholen (Wäre ja auch langweilig sonst). Gut, jetzt davon mal abgesehen, dass ich vorher schon die Polizei gerufen hätte, wie jemand auf die Idee kommen kann, alleine(!!!) in ein Haus einzubrechen, das aussieht wie das Horror-Haus schlechthin, ist mir ein Rätsel (und wir des von Horrorfilmen und -spielen immer bleiben…).
Aber da Ethan wohl Nerven aus Stahl hat (oder nicht alle Tassen im Schrank, habe mich noch nicht entschieden), gehen wir halt das Haus besichtigen in der Hoffnung, Mia zu finden. Und wer hätte das gedacht: Das Haus ist nicht unbewohnt. Nach kurzer Zeit habe ich bereits Ingame Fenster angestarrt und telepathische Botschaften an Capcom geschickt, im Sinne von: Wie könnt ihr mir das nur antun?
Denn so gesehen, hat Ethan genug Gegenstände, um ein Fenster einzuschlagen oder um einfach mal die Tür einzutreten. Naja gut, aber da Ethan trotz Gruselhaus und Bewohner nicht das Bedürfnis verspürt, den Schuh zu machen, bist du als Spieler in dem Haus bzw. auf dem Grundstück der Baker-Familie gefangen.

Das Haus als Gegner

Das Haus bietet eine Bühne für ein perfektes Horror-Szenario. Überall knarrt es, Türen fallen hinter dir zu, dann plätschert es ab und zu. Die Geräuschkulisse erzeugt Gänsehaut. Dazu befinden sich im Haus als „Deko“ verschiedene Dinge wie Tierkadaver, Müll und abstraktes Zeug. Vieles ist kaputt, alt und eklig. Im Spiel musst du dir den Weg durch enge Gänge und viele Räume bahnen. Nicht jeder Raum oder Gang ist für dich zugänglich. Durch Rätsel findest du aber immer wieder neue Wege, um dich im Haus fortzubewegen. Die Gänge und Räume erzeugen in Kombination mit den Familienmitgliedern, die dich dann mal ab und zu (be)suchen, Horrorstimmung.

Vaddi möchte dich gern genauer untersuchääääh… kennen lernen.

Wenn der Vater zum Beispiel mal wieder Sehnsucht nach dir hat und nach dir ruft oder du ihn hinter einer Ecke hörst, ist das ein sehr unangenehmes Gefühl. Vor allem, weil du nie hundertprozentig weißt, welchen Weg deine Gegner nehmen. In dem Spiel gibt es zwar Jumpscares, aber richtig schlimm finde ich es immer, wenn Gegner nach einem suchen und man versucht, so still wie möglich hinter einem Gegenstand zu hocken, um bloß nicht gegen irgendeinen Gegenstand zu kommen und die Aufmerksamkeit der NPCs zu erregen. Generell bietet das Haus als Kulisse ein bedrückendes Gefühl und durch die vielen Räume und Gänge weiß man nie, was einen hinter der nächsten Ecke erwartet. In den meisten Horrorfilmen, in denen Protagonisten irgendwie das Bedürfnis verspüren, in den Keller oder auf den Dachboden zu gehen, schreien die Zuschauer meist: Neeeeeein, geh nicht in den Keller oder auf den Dachboden! Das ist hier nicht der Fall. Es ist einfach mal im ganzen Haus unangenehm und gruselig, sodass Dachboden oder Keller nicht viel mehr gruselig sind als der Rest des Hauses. Puh, Glück gehabt, da fällt einem ein Stein vom Herzen, oder?

Was gibt es Schöneres: Abendessen im Kreis der Liebsten.

Schlaue NPCs

Die NPCs sind schlau, also relativ. Sichten sie dich, versuchen sie dich zu fangen und… naja, du weißt schon. Manchmal ist es einfach schlauer, sich in einer Ecke zu verstecken, da Vati Baker, wenn du lange genug versteckt bleibst, seine Suche vorerst aufgibt (aber auch nicht immer). Das Spiele-Erlebnis ist individuell. Nachdem ich das Spiel gezockt habe, habe ich mir bei einigen YouTubern Let’s Play’s angeschaut, um mal zu sehen, wie deren Spieleerfahrungen waren. Was dabei auffällt, jede Spiele-Erfahrung unterscheidet sich von der anderen. Triggerst du bestimmte Szenen oder NPC-Verhalten nicht, werden sie auch nicht vorkommen, was einen dazu bewegen kann, das Spiel mehrmals zu spielen und verschiedene Dinge auszuprobieren. Du kannst außerdem zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen. Zur Auswahl stehen Leicht, Normal und Madhouse. Bist du ein Vorbesteller, musst du dir Madhouse nicht freispielen. Nicht-Vorbesteller müssen das Spiel erstmal in Leicht oder Normal durchspielen, um auf den Madhouse-Modus zugreifen zu können. Du kannst übrigens im Spiel den Schwierigkeitsgrad nicht ändern, überlege dir also lieber, was dir wichtig ist. Wie bei fast jedem Spielt gilt: Leichter Schwierigkeitsgrad für Anfänger und Menschen, die eher an der Story interessiert sind und nicht so Lust haben auf ein richtiges Überlebensspiel. Normal für Leute, die schon einige Survival-Games gezockt haben, neben der Story auch gegen NPCs überleben wollen und darauf achten müssen, was im Inventar ist und wie sie damit wirtschaften. Naja und Madhouse, ich glaube dazu muss ich nicht viel schreiben.

Eine schrecklich verrückte Familie

Dass die Familienmitglieder von mir als wahnsinnig aufgenommen wurden, ist denke ich verständlich. Vati Baker ist schon ein harter Brocken. Ständig ist er auf der Suche nach uns und verstümmelt sich auch gerne mal selber (wenn er nicht gerade versucht, Ethan zu verstümmeln), nur um seinen Standpunkt klarzustellen. Mutti Baker ist anfangs sehr erbost, dass wir ihr Festmahl ablehnen, was aus Gedärmen besteht, und kreischt generell gerne rum. Der Sohnemann ist irgendwie noch am „normalsten“ von den Verrückten, aber am gruseligsten fand ich die Steath-Master-Oma, die wenn man mal auf sie „trifft“, von ihrem Rollstuhl aus einen permanent anglotzt und einem ab und zu mal ein Ständchen singt. Dann haben wir da noch unsere mysteriöse Telefon-Informantin, die irgendwie immer weiß, wo wir sind. Und es kommen noch weitere Figuren ins Spiel, die musst du aber selber kennenlernen.

Kleinen Snack vor dem Schreck?

Wenn’s persönlich wird

Das erste Mal in der Resident Evil-Reihe gibt es das Spiel in der Ego-Perspektive und es trägt einiges zum Gruselfaktor bei. Sieht man die Figur, hat man irgendwie noch einen Abstand. Man kann ungefähr abpassen, wie viel Abstand zwischen Spielfigur und Gegner ist. Naja, in der Egoperspektive wird das dann irgendwie persönlicher. Vor allem wenn der Vater getriggert wird und einen schnappt, sind die Kampf-Animationen besonders intensiv. Hat man dazu noch eine VR-Brille auf, gibt man sich die Horrorerfahrung pur.

Ein Problemchen von mir war das Wirtschaften mit Munition, Heiltränken & Co. Das Spiel ist aber so ausgelegt, dass man nicht unbedingt actionfilmmäßig mit der Waffe im Anschlag auf dem Grundstück rumrennen muss. Speichert man nämlich ungünstig und hat schon seine ganze Munition verbraucht, werden Boss-Kämpfe ziemlich böse. Lieber die Umgebung nutzen, schleichen und auch mal die Tür hinter dir zuknallen, um Gegner zu vermeiden und Loot zu sparen.

Meckern auf hohem Niveau

Was mir nicht so gut gefallen hat (aber relativ schnell vergessen war), waren die Texturen. Geht man am Anfang durch den Wald, sehen Blätter, Bäume etc. sehr matschig aus und sind nicht sehr freundlich für das Auge. Ist man im Haus, sieht alles schon besser aus. Die Räume sind sehr detailreich gestaltet und atmosphärisch sehr dunkel. Schlendert man durch die Gänge, ist es schaurig und nerventreibend. Nachdem ich das Haus betreten habe, war es mir relativ egal, wie die Texturen draußen aussahen. Überleben stand auf der Tagesordnung.

Eins sei noch gesagt: Das Spiel ist brutal. Es gibt oft Szenen, die schon in Richtung Splatter gingen, was aber für mich zur Atmosphäre des Spiels beigetragen hat. Resident Evil 7 ist zwar ein USK18-Titel, aber nicht alle USK18-Titel haben so eine Splatter-Kulisse. Sei gewarnt.

Auch Käfer reisen gern.

Das Spiel hat meine Erwartungen übertroffen. Eine packende Story, eine detaillierte Umgebung, super NPCs und viele Spiel-Möglichkeiten machen Resident Evil 7 Biohazard zu einem Spiel, das jeder, der sich für Horror-Games interessiert und gerne spielt, gezockt haben muss. Ich habe versucht, hier nicht allzu sehr zu spoilern und hoffe, dass du genauso viel Angst Spaß haben wirst wie ich.

Zum Schluss sei noch gesagt: Sollte mir eine drei Jahre vermisste Person eine Mail schreiben mit dem Inhalt „Hol mich ab“, kann die Person das mal gleich vergessen!

Viel Spaß,
Magda

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