Record-Release-Gig von Marterias neuem Album

Record-Release-Gig von Marterias neuem Album

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Ob sich Heinz Buschkowsky und Kurt Krömer gefreut haben? Marteria präsentierte sein neues Album „Zum Glück in die Zukunft“  (VÖ: 20.08.2010) nicht in einem der ausgelutschten Mitte-Clubs oder den klassischen Kreuzberger Konzerttempeln, sondern in einer relativ unbekannten Location namens Heimathafen in Neukölln.

 

Noch ungewöhnlicher wurde das Warmup-DJ-Set. Statt satter Hip-Hop-Bässe oder R&B-Geschmusel gab es ungewöhnlich gute elektronische Abrissmucke, die man als Statik-Test für die Location werten könnte.

 

Nach dem obligatorischen Break kam der Abend zum Wesentlichen: Marteria. Die Akustik war relativ schlecht, hinter ihm tanzte ein Pacman – warum auch immer – in gleicher Qualität rum. Die Stimmung im Publikum war ok, schwankte allerdings von Lied zu Lied. Langsame Tracks wie „Louis“ (über seinen Sohn) bremsten die Partystimmung, die Lieder wie das mir viel zu poppige „Verstrahlt“ in Gang setzten.

 

Ich persönlich will auf einem Konzert abgehen. Kein Stop and Go. Eher Rugby als American Football. Da muss von der Bühne nicht nach jedem Lied Gequatsche, sondern Energie kommen, die mich mitzieht und den Kessel vor der Bühne zum Pfeifen bringt. Das fehlt bei Hip-Hop-Acts häufig. Xzibit und Jan Delay (dessen Support Marteria bereits war) interagieren mit dem Publikum und heizen jeder Hütte ein, von Deichkind muss man dabei gar nicht reden. Bei Jay-Z und den vielen anderen mit ihren „emotionalen“ Hand-zerschneidet-die-Luft-Power-Moves-und-sonst-passiert-nix muss man sich schon ordentlich selber um die Stimmung kümmern, so auch bei Marteria.

 

Das viele positive Feedback (O-Ton: „Ich hör sonst kein (Deutsch)Rap, aber Marteria schon“), die Live-Gastauftritte von Peter Fox und Miss Platnum, die VIP-Gäste, die sich sonst niemals nach Neukölln zu einem Rapkonzert bemühen würden – der Junge hat Potential. Und er hat bereits bewiesen, dass er Charisma und was im Kopf hat. Und zum Abschluss des Konzertes blitzte kurz auf, dass auch ein Entertainer in ihm steckt.

 

Als Zugabe wurde Marteria zu Marsimoto. Er zog seine „wilde“ Glitzerjacke an und die Grüne Brille auf, pitchte seine Stimme und los ging’s in die Vergangenheit des Debüt-Albums „Halloziehnation“. Es kam „Todesliste“, es kam die Pause bei Torch – und sie erzeugte wie zuhause auch live eine Gänsehaut. Auch wenn das Konzert dem Publikum insgesamt offensichtlich gefallen hat – wünsche ich mir von und für Marsimoto, dass er mehr Geflügel auf die Haut bringt. Das Zeug dazu hat er.

 

Danilo

 

 

Zum Glück in die Zukunft

 

VÖ: 20.08.2010 / Four Music

 

http://www.myspace.com/marteria

3 KOMMENTARE

  1. der pacman ist aus dem „endboss“ video.
    und es ist denke ich klar, dass die leute bei einem noch unbekannten, soften „louis“ nicht so abgehen wie beim schon bekannten und gefeierten verstrahlt.
    ich war leider nicht anwesend, habe mr. marteria aber schon des öfteren live gesehen und muss sagen, genau das hat mich so an ihm begeistert: die ausstrahlung und seine action auf der bühne.
    so sieht das eben jeder ein bisschen anders 😉

  2. 🙂 ah, ich wusste doch, dass ist nicht einfach nur ein armer promoter in einem warmen kostüm.
    und wenn louis auch bekannt werden sollte, ist es zu soft zum abgehn. das kann nix werden. außer sie zeugen vielleicht weitere kinder.
    ich mag ihn bisher lieber aus den boxen, weil er mich mehr durch seine texte überzeugt.
    und dem letzten satz stimme ich voll zu, hehe.
    viel spaß weiterhin

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