Pussy auf Schmusekurs

Pussy auf Schmusekurs

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Nach den Big Books der Brüste, Ärsche, Beine und Penisse nun endlich die Kirsche auf der Sahnetorte der Geschlechtsteile und erogenen Zonen. The Big Book of Pussy zeigt, was bis heute für Scham (ahahaha), Erröten und peinlich berührte Abneigungsbekundungen sorgt.

Bislang überwiegend in der Pornobranche und in ganz seltenen Fällen auch mal in der Kunst so offen gezeigt, ist das Thema dank des Taschen Verlags zumindest ein bisschen dem Image des Ungezogenen, Dreckigen, Anstößigen entstiegen. Der Damen bestes Stück wird mit einer fröhlichen Lässigkeit gezeigt, die man für gewöhnlich vermisst, sobald es um das Thema Mumu, Pflaume, Möse, etc. geht.
Und auch bei uns in der Redaktion waren die Reaktionen, trotz der großen Aufregung und Hysterie im Vorfeld, verhalten. Das sei eklig, und schön fände man das nicht, waren die üblichen Aussagen. Wie viel von uns sich dann doch wünschten, mal mit dem 372 Seiten starken Werk mit über 400 Fotos allein zu sein, oder wer es sich nach der Betrachtung dann doch auf einer unserer Bürotoiletten besorgt hat – wir werden es nie erfahren.

Allerdings bleibt The Big Book of Pussy nicht auf dem Niveau einer Blitz Illu stehen, sondern versucht vielmehr die Geschichte und Bedeutung weiblicher Muschis in den verschiedenen Kulturen dieser Welt zu vermitteln. Ohne dabei zu einer kulturwissenschaftlichen Analyse im Rahmen einer Feminismus-Theorie zu werden. So zeigt uns unter anderem Terry Richardson sein Lieblings-Pussy-Bild, es gibt ein Interview mit dem legendären Autorenfilmer Pussyman und der Vaginakünstlerin (Ich habe mein Berufsfeld offensichtlich verfehlt) Mouse zu lesen.

Also doch eher ein pornografischer Bildband auf der Basis einer historisch und soziokulturell fundierten Recherche zum Thema Vulva.
Heißt: Du kannst was lernen dabei, musst aber nicht.

 

The Big Book of Pussy

Taschen Verlag
Hardcover, 30 x 30 cm, 372 Seiten, € 39,99

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