Pure Reason Revolution – Hammer and Anvil

Pure Reason Revolution – Hammer and Anvil

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Pure Reason Revolution
Pure Reason Revolution (PRR)

 

Industrial / Progressive Rock

 

Hammer and Anvil

 

Pure Reason Revolution

 

(Vö: 18.10. / Superball Music)

 

Die Band aus London war von Beginn an sehr experimentell und zelebrierte progressiven Rock auf eine sehr moderne Weise. Bei der ersten LP „The Dark Third“ (2006) konnte man noch allzu deutlich die rockigen Vorbilder à la Pink Floyd und Led Zeppelin raushören – wenn auch schon ordentlich mit elektronischen Spielereien garniert.

Die Platte war eines der stärksten Debütalben der letzten Jahre! Danach wurde es lange still um die Briten, und nach Personalwechseln konnte man nicht davon ausgehen, dass die Gruppe die Klasse halten könnte.

Im letzten Jahr wurde dann schließlich nachgelegt: „Amor Vincit Omnia“ erschien und Pure Reason Revolution zeigten, dass sie einen weit größeren musikalischen Background besitzen und wurden noch experimenteller und mutiger.

Herauskam eine abermals verdammt gute Scheibe, die trotz der deutlichen musikalischen Entwicklung und Veränderung es schaffte, alte und neue Fans zu begeistern.

 

 

Bei dem neuen Album „Hammer and Anvil“ sind die (klassischen) „Rock“-Elemente weiter auf dem Rückzug – stampfende Industrial-Klänge erwarten verstärkt den Hörer. „Progressiv“ geht die Combo, bestehend aus drei Jungs und einem Mädel, jedoch weiter vor! Schon bei den ersten Klängen des Openers „Fight Fire“ ziehen einen Chloes Stimme und der treibende Industrial-Beat in ihren Bann – und lassen einen über die zehn Songs hinweg nicht mehr los. Nach dem harten, kompromisslosen Einstieg erwarten einen erst einmal kleinere „Verschnaufpausen“ mit den hymnischen „Black Mourning“ und „Patriarch“.

Diese Songs repräsentieren am besten den bekannten Pure-Reason-Revolution-Sound: melodische Synthie-Klänge und polyphone Gesangseinlagen – verwoben zu einem warmen wabernden Klangteppich, der Sehnsuchtsgefühle herauf beschwört. Die deutlichsten Einflüsse beim Schreiben der Songs hatten wohl unter anderem auch Depeche Mode. Diesen scheint gerade der Song „Over the Top“ gewidmet zu sein, denn schon bei den ersten Klängen fühlt man sich sofort an Depeche Modes „World in my Eyes“ erinnert, und auch das Intro zu „Never Divide“ klingt wie eine Hommage an den Song „Strangelove“ der Synthie-Pop-Götter.

Aber auch sonst ist nicht von der Hand zu weisen, dass neben Depeche Mode, wohl auch Nine Inch Nails im Plattenschrank der Band stehen dürften.

Die Kunst, die PRR schon seit jeher beherrscht ist, dass sie zwar diese musikalischen Wurzeln nicht leugnen, sie aber alle Zutaten zu einem sehr eigenständigen Cocktail mischen, der eindeutig nur nach ihnen selbst schmeckt.

Sie klingen zu keinem Zeitpunkt wie ein Plagiat und damit überflüssig – das galt für die beiden Vorgängeralben und trifft auch ohne Zweifel auf „Hammer and Anvil“ zu. Nachdem ihre befreundete UK-Band Oceansize mit der aktuellen Platte eher enttäuschte, kann Pure Reason Revolution das hohe Level halten und ist definitiv eine der spannendsten Progressive-Industrial-Synthie-Elektro-Rock-Bands unserer Zeit!

 

Pascal

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