Puppetmastaz sind zurück! Können sie es noch?

Puppetmastaz sind zurück! Können sie es noch?

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Sie sind, als wäre die Augsburger Puppenkiste irgendwie falsch abgebogen. Oder völlig richtig, wie man es nimmt. Eine illustre Truppe Handpuppen, irgendwo zwischen Acid-Flashback, Wu-Tang Clan und Kasperle-Theater. Die Rede ist selbstverständlich von der ersten – Achtung, Wortspiel –  „Toy-Group“ der Welt: den legendären Puppetmastaz!

SLEAZE + Puppetmastaz
Die Berliner Gorillaz!

Denn die melden sich nun endlich wieder zurück, und im Gepäck haben sie auch noch eine neue Platte dabei. Zu der aber später mehr, erst einmal sollen diejenigen aufgeklärt werden die sich jetzt verwirrt am Kopf kratzen und fragen, von was für einer seltsamen Band wir da eigentlich schon wieder reden.

Die Puppetmastaz sind nämlich eine wirklich spezielle Hip-Hop-Formation. Wie bereits erwähnt handelt es sich bei ihnen nicht um stinknormale Musiker, sondern eben um Handpuppen. Naja, genau genommen haben da natürlich auch echte Musiker ihre Hände im Spiel (Achtung Wortspiel, Teil 2), und vor allem natürlich menschliche Stimmen.

Schon seit den späten 90ern, damals erst noch auf kleinen Bühnen in Berlin, touren sie in Form von abgedrehten animalischen Charakteren – wie dem Bandleader Mr. Maloke, ein Maulwurf mit Zylinder, oder Snuggles, dem Hasen –  durch die immer nach neuen Beats dürstenden europäischen Länder.

Mit ihrem fast schon psychedelischen Hip Hop, den interessanten Charakteren, die selbstverständlich entsprechend ihrem Aussehen ähnlich ungewöhnliche Stimmen und der crazy Bühnenshow haben sie es leider trotzdem nie so wirklich aus dem Underground heraus geschafft.

Zwar haben sie schon eine ordentliche Fanbase, vor allem in Frankreich, wo sie in deutlich größeren Schuppen auftreten als hierzulande, aber der große Erfolg bleibt noch aus. Und das trotz einiger großer Namen wie Chilly Gonzales oder Mocky, die schon Teil des Line-Ups waren.

Hat das neue Zuckeralbum Suchtcharakter?

Nun, vielleicht ändert sich das ja jetzt mit dem neuen Album Sweet Sugar Rush, welches seit dem 26. April in den (u.a. virtuellen) Regalen steht. Mit 16 Tracks ist jedenfalls schon für eine ordentliche Menge an neuem Material gesorgt. Aber können sie auch überzeugen?

Die Antwort lautet: teils-teils. Teils können die Puppetmastaz ihre besten Zeiten wieder aufleben lassen und den Hörer mit diesen ungewöhnlichen Klängen verwöhnen, die man schon von ihren Klassikern wie „Martian Juice“ oder „Mephistopheles“ kennt. Auch die Namen der Songs sind mal wieder allesamt merkwürdig.

Der titelgebende Sugar Rush des Albums lässt hier schon fast eine Art Konzeptalbum vermuten, denn die meisten Songs haben irgendetwas mit Essen zu tun. Wenn auch manchmal eher abstrakt. Unter den Songs lässt sich durchaus einiges schräges Zeug entdecken, vor allem „Vitamins“ könnte so glatt von einem der älteren Alben kommen.

Dann gibt es aber auch noch das andere „Teils“. Das negative Teils. Denn viele Songs auf dem Album fühlen sich einfach nicht richtig an, irgendwie nicht zu den Künstlern passend. Wahrscheinlich haben sich die Puppen diesmal etwas zu sehr an dem orientiert, was gerade so angesagt ist. Und das ist leider in den seltensten Fällen ratsam. Vieles ist einfach zu hektisch, zu laut und einfach zu originell, was ja normalerweise das absolute Gegenteil der Puppetmastaz ist.SLEAZE + Puppetmastaz

Aber auch wenn sich ein Großteil des Albums tatsächlich ziemlich nach überdrehtem Zuckerrausch anhört, ist es dennoch selbstverständlich ein Muss für jeden Fan. Aber auch wenn Sweet Sugar Rush längst nicht an das frühere Machwerk anknüpfen kann, Spaß haben und die Puppen tanzen lassen (ist jetzt wirklich das letzte Wortspiel) geht mit dem Album definitiv.

Simon

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