Porno-Crowdsourcing: Mach‘s dir selbst

Porno-Crowdsourcing: Mach‘s dir selbst

TEILEN

SLEAZE.porno-crowdsourcing2Warum liegt denn hier Heu? Für alle, die diesen Satz, ähnlich improvisierten Beginne, sonstige unnötig dumpfen Dialoge und die vorgeheuchelte Spontanität in den Filmen der schlüpfrigsten Art satt haben, für die soll es jetzt eine Lösung geben: pornöses Crowdsourcing. Der Kunde übernimmt in privaten Treffen die Rolle des Regisseurs und bestimmt selber, was er sehen will. So wird immer Content direkt von den Konsumenten produziert und mitgeprägt.

Crowdsourcing ist in der Pornobranche nicht unbekannt. Irgendwie auch klar. Bei einem Geschäft, wo es um so viel Geld geht. So setzte u.a. Pornhub bei seiner Suche nach einem Motiv oder einer Idee für seine Anzeigenkampagne auf Crowdsourcing. Konsumenten konnten ihren eigenen „jugendfreien“ Werbefilm drehen und zusenden. Als erster Preis winkte ein Jahr als Creative Director bei Pornhub. 15 Vorschläge wurden ausgewählt und die Nutzer konnten auf tumblr über die besten Werbefilme abstimmen. Hier die Finalisten der Kampagne, die sich zu einem kolossalen viralen Hit entwickelt hat.

Auch in den USA, wo Crowdsourcing in der Pornobranche “Charity Porn” genannt wird, gibt es dieses Konzept schon länger. Viele Einträge sind von privaten Amateuren, die nach Schauspielerinnen oder Ideen suchen. Wie zu erwarten auch die der skurrilen Sorte: So bieten zwei Jungs an, dass sie masturbieren, während sie im Hotelzimmer warten und dies filmen. Wer ihnen 5 Dollar spendet, bekommt dafür eine “one page story of the day”, mit nicht nur mehr Details darüber, wie oft sie während dieser Zeit ins Licht geschaut haben, sondern auch wie der Hotelzimmerteppich danach aussah. Sie sind schon auf 725(!) Dollar. Was das heißt, kann jeder selber ausrechnen.

Alles in allem gestalten User immer häufiger Inhalte aktiv mit. Ihre Wünsche und Fantasien fließen in die neuen Clips der Stars ein. Stimmt die Chemie zwischen Star und User, sind gemeinsame Drehs oft das Resultat. Der Fan kommt so näher an seinen Star ran, kann über seine Vorstellungen reden und diese umsetzen. Der Star hat so den direkten Kontakt zum Fan und kann neben einer engeren Kundenbindung und dem aktuellen Gespür für die Fantasien seiner Fans auch ständig neuen Content generieren, der dann wiederum über die Plattform vertrieben wird.

Als erste Internetseite in Deutschland bietet Big7.de das Konzept des Porno-Crowdsourcings an. Dabei soll man einfach und schnell an Personen in der Umgebung herankommen, die die gleichen Vorlieben haben. Man kann sich kostenlos anmelden und ganz nach dem Motto „Erotik von nebenan“ alle Vorzüge der Amateur-Community genießen. Vom unverbindlichen Online-Flirt oder einer Webcam-Show bis hin zum privaten Treffen, alles ist möglich. Die Grenzen setzen sich die Damen selber. Um einen persönlichen Einblick und mehr über die Frauen zu erfahren, die ihr Profil auf dieser Seite anlegen, sprach SLEAZE mit Lena Nitro, einem 23-jährigen Pornosternchen:

Wie bist du in die Pornobranche gekommen?SLEAZE.porno-crowdsourcing1
Wie das halt immer so ist. Ich habe damals per Zufall jemanden kennengelernt, der in der Branche aktiv war. Ich war aber auch vorher schon ein sexuell sehr aufgeschlossener Mensch und auch im Swinger-Bereich unterwegs. Über soziale Netzwerke wurde ich dann angeschrieben und weil ich ein sehr offener Typ bin, hab ich mir gedacht: Das guckst du dir mal an.

Was gefällt dir an deinem Beruf?
Mir gefällt es besonders, viele interessante Leute kennenzulernen. Ich treffe jeden Tag so viele unterschiedliche Persönlichkeiten. Das macht mir echt Spaß und dafür bin ich auch dankbar. Außerdem kann ich mich sexuell ausleben und auch sehr kreativ sein.

Was sind deine Vorlieben?
Also ich stehe gar nicht auf Blümchensex. Bei mir muss es da einfach härter und ordentlich zur Sache gehen. Kuscheln ist schön und gut. Aber für mich bitte nicht beim Sex!

Wie wichtig ist eine Plattform wie Big7.de für deinen beruflichen Erfolg?
Für mich ist es wichtig, eng mit einer Plattform zusammenzuarbeiten. Ich bin auch eher der Typ, der bei der Arbeit das Miteinander und den persönlichen Kontakt braucht. Mir ist es wichtig, mit meinen Fans auf Augenhöhe zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Und über die Plattform kann ich auch genau diesen persönlichen Kontakt mit meinen Usern pflegen. Das stärkt die Verbindung. Man lernt sich kennen. Viele Fans begleiten mich schon seit vielen Jahren. Das Portal unterstützt die Kontaktpflege und das Miteinander enorm.

Was hältst du davon, dem User das Recht zu geben, seine Wünsche und Fantasien in einen Film einfließen zu lassen?
Ich finde es cool, dass die User eigene Ideen einbringen können. Zum Beispiel kleine Drehbücher verfassen oder Wünsche und Vorlieben äußern. Das gibt immer neue Anreize. Gerade wenn man wie ich sehr viele Clips dreht und Fantasien umsetzt, freut man sich umso mehr darüber. Oft kommen da auch Sachen bei raus, auf die wär ich selber nie gekommen.

Was verändert sich dadurch zwischen dir und dem User?
Man wird ein Pornostar zum Anfassen. Manchmal auch sinnbildlich: Manche Mädels drehen ja auch häufig mit Usern. Der Kontakt wird enger. Und es entstehen auch freundschaftliche Beziehungen dadurch. Der Fan ist näher am Geschehen dran. Bei mir steht auch oft gar nicht der Sex im Vordergrund. Manchmal wollen meine User auch nur über Webcam mit mir quatschen und ich muss sie von alleine fragen: Soll ich mich auch mal ausziehen oder was? Manchmal ergeben sich daraus auch sogar geschäftliche Beziehungen. Ich werde gefragt, ob ich die Klamotten eines bestimmten Labels tragen kann oder so. Und wenn ich das dann bei Facebook poste, ist das für die natürlich auch gute Werbung.

Hast du auch Bedenken bei Treffen mit den Usern bzw. wann triffst du dich nicht mit dem User?
Ehrlich gesagt würde ich mich manchmal gerne öfter mit Usern treffen. Ich habe häufig aber gar nicht die Zeit, da ich viele Termine und auch Shows wahrzunehmen habe. Bei solchen Treffen kann ich mir ja nicht aussuchen, wen ich da treffe. Grundsätzlich mache ich auch keine klassischen Userdrehs. Ich bin aber ein sehr offener Mensch und würde das nicht kategorisch ausschließen.

Was waren die verrücktesten Begegnungen? Läuft da auch mal was schief?
Auf Messen zum Beispiel passiert nichts wirklich Verrücktes. Ich freue mich dann einfach auf Fans, die mich schon seit Jahren begleiten. Viele User kennen mich schon lange oder haben mich zum Beispiel schon bei Frauentausch gesehen. Vielleicht sind die Hemmungen dadurch manchmal größer. Ich habe viele nette User. Wenn ich da so manche Story von meinen Kolleginnen höre, falle ich manchmal vom Glauben ab.

Die verrückteste Begegnung hatte ich persönlich vor der Cam. Einen Abend hat mich ein User gebeten, ihm zuzugucken wie er sein Hotelzimmer zerstört. Es fing an mit Wein, den er aufs Bett gekippt hat. Ich dachte eigentlich, der macht nur Spaß. Der Typ hat sich irgendwann immer weiter reingesteigert, den Spiegel zerstört und ins Waschbecken gepinkelt. Irgendwann wollte er, dass ich ihm dabei Anweisungen gebe. Das Ganze war schon sehr amüsant und ging bestimmt eine Stunde so.

Was waren die kuriosesten Wünsche?
Was ich mal wirklich strange fand, war ein Typ, der von mir Hornhaut wollte. Hornhaut? Was will man denn mit Hornhaut? Ich hab mich gar nicht getraut zu fragen, was er damit vorhat.

Was für User wollen gerne mit dir drehen?
Ich kriege jeden Tag Anfragen, von Leuten, die mit mir drehen wollen. Das geht querbeet von 18 bis 50. Ganz verschiedene Leute – vom Normalo bis hin zum durchgeknallten Typen. Auch viele Frauen wollen gerne mit mir drehen.

Steht der persönliche Kontakt bei Big7.de im Vordergrund oder will man eher wissen, was im Bereich Vorlieben und Wünsche der User so angesagt ist?
Ich denke beides. Viele User wollen den persönlichen Kontakt. Das ist mir auch sehr wichtig. Auf der anderen Seite ist so eine Plattform auch dafür da, sich auszuleben und über sexuellen Fantasien auszutauschen. Für mich ist es natürlich auch eine gute Möglichkeit, neue Ideen zu kriegen.

Bleibt deiner Meinung nach die Qualität der Pornos gleich, obwohl die User eher unprofessionelle Filmemacher sind?
Man muss schon zwischen professionellen Filmen und Amateurpornos unterscheiden. Gerade was die Handlung, Ausleuchtung oder die Erfahrung der Personen angeht. Das sind einfach zwei verschiedene Paar Schuhe. Jeder muss selbst entscheiden, was er schöner findet. Ich finde es persönlich ganz schön, mich auch mal privat vor der Kamera auszuleben und Fantasien direkt umzusetzen, die mir in den Kopf kommen. Ich mag es aber auch, in aufwändigeren Produktionen mitzuwirken. Beides hat seinen eigenen Reiz.

Wie sieht es mit der Standfestigkeit von Usern aus? Sind viele nervös?
Ich kann dazu nicht so viel sagen, da ich keine Userdrehs mache. Aus den Gesprächen mit Usern und auch Kolleginnen weiß ich aber, nervös sind die natürlich alle. Aber wenn‘s losgeht, dann geht’s auch los. Und dann konzentriert Mann sich auf das Wesentliche.

Auf was freust du dich in der Zukunft?
Ich freu mich einfach auf die Zukunft. Bald steht schon wieder der nächste Event an. Terminlich kann ich dazu leider noch nichts sagen. Das ist aber eins meiner Highlights in der nahen Zukunft. Und: Auf meiner Seite bleibt man stets up to date.

Jonathan

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT