Plattenrezension Honningbarna

Plattenrezension Honningbarna

TEILEN

Punk / Hardcore

Honningbarna

La Alarmane Ga

Label: Karmakosmetix

VÖ: 11.11.’11

Vorteile, wenn eine Band auf norwegisch singt: Sie bekommt einen Exotenbonus. Außerdem können Songs trotzdem gefallen, selbst wenn die Texte dämlich sind – man versteht sie ja nicht. Nachteile: Falls der Band die Texte wichtig sind, gibt es nur eine kleine Zielgruppe, welche diese versteht. Außerdem fühlt man sich dumm.
Honningbarna, das Anarchie-A … äh … H auf dem Cover verrät es bereits, entspringen der politischen Punk- und Hardcoreszene. Texte sind also wichtig, weshalb diese im Presseinfo auch auf Englisch erklärt werden. Obwohl Orgel und Cello die klassische Besetzung erweitern (dabei aber leider kaum auszumachen sind), klingt das Ergebnis sehr konservativ: mit heißer Stimme gegrölte Texte, Gangvocals, hymnische Melodien, Gitarrensoli, ungebändigte jugendliche Energie. Eigentlich genau die Musik, die man in vollgestopften Kellern besetzter Häuser erleben möchte, mit Bierflasche in der einen Hand, die andere zur Faust geballt in den Himmel streckend und vor der nicht vorhandenen Bühne lauthals Texte mitgrölend, während von der Decke der Schweiß tropft und der Nachbar dir mit dem Ellenbogen eine blutige Nase schlägt. Und genau deshalb funktioniert diese Band dort auch besser als auf Platte.
So, und nun in die Volkshochschule zum Norwegisch-Kurs – will mich nicht dumm fühlen.

Frank

Klingt wie: Endstand, Amulet, Backyard Babies

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT