Per Sid Meier durch die Galaxis

Per Sid Meier durch die Galaxis

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sidmeier_starships_sleaze Der Storystrang von Sid Meier’s Starships knüpft direkt an sein Vorgänger Civilization: Beyond Earth. Nachdem die Erde komplett leergeräumt wurde, machten sich verschiedene Vertreter der Nationen auf in die weite Galaxie. Nun gilt es, diese zu verteidigen und zu erobern. Und genau das erwartet dich in Starships: Raumschiffe, Planeteneroberung und eine Menge Laserstrahlen.

Der Fakt, dass Starships auch auf iOS gespielt werden kann, sorgte schon vor Release für viele Zweifel in der Community. Und bevor du dir überlegst das Spiel zuzulegen, empfehle ich: Hol es für iOS. Schon beim Durchlesen einiger Tests und Meinungen über das Spiel merkt man eine starke Differenz zwischen PC- und iOS-Version. Während die PC-Spieler gradezu wutentbrannt auf dem Spiel herumhacken und maßlos enttäuscht sind, wird es im Apple-Store viel gelobt. 15€ kostet das Ganze, sowohl für den PC als auch im App-Store. Diesen Preis für eine sehr umfangreiche Spiele-App zu zahlen, finde ich ok – für eine PC-Version ist mir da jedoch noch zu wenig Content. Aber bevor wir nun den zweiten Schritt vor den ersten setzen: Worum geht es in Starships denn überhaupt?

starships_sleazeMit Mopsgeschwindigkeit durch den Weltraum

Wie schon in Beyond Earth dürfen wir uns aus drei Affinitäten die für uns ansprechendste aussuchen. Da wäre die Vorherrschaft (technologisch hoch entwickelt), die Reinheit (beibehalten der Menschlichkeit) und die Harmonie (legt Wert auf Ökosystem und andere Lebewesen.) Diese spielen im Gegensatz zum Vorgänger jedoch kaum eine Rolle. Zwar bekommt man verschiedene Boni wie beispielsweise eine um 10% bessere Moral der Besatzung, einen Unterschied für das Spiel macht das aber nicht wirklich. Auch die Optik der verschiedenen Affinitäten wurde hier leider komplett weggelassen. Während man bei Beyond Earth als Harmonie-Affinität riesige Aliens und als Vorherrschaft Laser schießende Roboter hatte, merkt man hier kaum einen Unterschied. Gewinnen kann man das Spiel, wie bei den Vorgängern, durch einen Bevölkerungs-, Wunder-, Herrschafts- oder auch Wissenschaftssieg. Auf der Strategiekarte werden die von dem Spieler eingenommenen Planeten angezeigt, ebenso wie die der KI. Ziel des Spiels ist es also, so schnell wie möglich alle Planeten zu erobern und die Galaxie unter die eigene Kontrolle zu bringen. Je nachdem, welche Art von Planeten man vor sich hat, existieren verschiedene Boni. Wenn man etwa einen vulkanischen Planeten einnimmt, bietet es sich an, auf diesen ein Biotreibstoff-Kraftwerk zu bauen. So gewinnt man 50% mehr Energie aus der Produktion. Es ist also durchaus noch Strategie und ein wenig Hirnschmalz von Nöten, um einen Sieg zu erringen.

Noch ein wenig taktischer geht es dann in den Schlachten zu. Bevor man einen dieser Planeten zu den eigenen zählen kann, muss man den Einfluss erhöhen. Das nötige Vertrauen der einzelnen Planeten gewinnt man durch das Erfüllen von Missionen. Und diese sind überraschend abwechslungsreich. Einmal muss man eine Piratenflotte zerstören, die den Planeten bedroht, ein anderes Mal verhilft man einem Transportschiff zur Flucht. Eine Mission ist meist in weniger als fünf Minuten erledigt. Die KI der Feinde wird zwar immer stärker, setzt jedoch nur auf Schaden anstatt in eine kräftige Panzerung zu investieren. Dann kommt man eben mit seinem mit Modulen vollgepumpten Schlachtschliff und vom Gegner bleibt nur ein Haufen Weltraumschrott übrig.

schlacht_starships_sleazeWeltraumschlachten und Anabolika-Schiffe

Wo wir grade beim Thema Module sind. Während man sich in anderen Spielen die verschiedenen Streitkräfte nach seinem Wunsch zusammenstellt, kann man in Starships mit seinen eigenen Kreationen in die Schlacht ziehen. So hat man z.B. ein Jägerschiff, klein, gefährlich, aber dafür sehr fragil. Daneben fliegt das Pendant zu den mit Anabolika vollgepumpten Sportler im Fitnessstudio: Eine dicke Panzerung, 989 Laserkanonen und Torpedos. Da hat die Schiffs-KI der Gegner kaum eine Chance, genauer gesagt gar keine. Das Zusammenbasteln meiner Schiffe hat mir persönlich am meisten Spaß gemacht. Bevor eine Mission losgeht, bekommt man noch einige Zusatzinformationen von seinen vier Beratern. So wird beispielsweise geraten, während dieser Mission auf seine Schilde zu achten. Also packe ich für 100 Energie-Einheiten Schilde auf meine Schiffe, damit ich die Schlacht auch sicher gewinne. Die Karten gestalten sich auch sehr schön, man hat Portale, mit denen man an andere Teile der Karte kommt, oder auch Ansammlungen von Meteoriten, die Deckung bieten. Das alles wäre ein extrem spannendes Gefecht, wäre die KI nicht so schwach. Diese handelt zwar intelligent, indem sie Deckung und Schwachpunkte sucht, bleibt jedoch bei den ganzen Entwicklungen und Technologien der Flotte auf der Strecke.

Mit einer Spielzeit von ca. vier Stunden pro Kampagne liegt Starships mehr als nur an der unteren Grenze der sonstigen Sid-Meier-Spiele. Einige Spieler haben ihre Spielstände von Civilization 5 schon seit drei Jahren, das wäre hier unmöglich. Und genau deswegen rate ich (bei Interesse) zum Kauf der iOS-Version. Denn für unterwegs ist Starships das optimale Spiel. Man wird zwar gefordert, aber nicht zu stark. Das Spiel ist recht leicht zu verstehen, auch Casual-Gamer können hier gerne ein Auge drauf werfen.
Die Empörung seitens der Civilization-Fans kann ich trotzdem nachvollziehen. Die Spielserie stand immer für ihre lange Spielzeit und die extrem fordernden Taktiken. Vor allem gegen andere Spieler. Firaxis Games hat hier ein schönes Spiel abgeliefert, was sich jedoch eher wie der PC-Port einer App anfühlt.

 Fazit

Sid Meier’s Starships ist durchaus kein schlechtes Spiel. Jedoch sollte man nicht mit den falschen Erwartungen herangeheartwork_starships_sleazen. Es ist kein Civilization 5, es ist auch kein Civilization: Beyond Earth. Starships ist ein nettes, kleines Spiel. Kein Strategiemonster wie seine Vorgänger. Trotz recht einfachem und gradlinigen Spielverlauf macht es Spaß, Starships zu zocken. Hat man die iOS-Version, so kann man prima während den (kaum vorkommenden) Verspätungen der Bahn spielen oder einfach mal zwischendurch. Sicherlich steckt man hier keine 100 Stunden a 500 Runden rein, das sollte man jedoch von einem 15€-Downloadspiel auch nicht erwarten.

Anne

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