Partner in Crime

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„Akademiker und Singles mit Niveau“. Das ist es, nachdem so viele der derzeitigen Partnerbörsen-Besucher suchen. Denn wer will schon jemanden, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat? Aber genau zwei Menschen dieser Art finden sich über eine Partnervermittlung und werden zu einem mörderischen Paar.

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Normalerweise sorgt die unscheinbare Gloria, deren Job es ist, Leichen aufzubahren, nicht für ihre Kundschaft. Aber als sie sich in den charmanten Michel verliebt, zieht sie schnell alle Register. Denn Michel ist ein Heiratsschwindler, der das Abzocken von Witwen als seine Berufung sieht. Als Vaterersatz für seine Mutter (in jeder Hinsicht) wurde aus ihm nämlich ein großer Frauenversteher und -befriediger. Dass die psychisch instabile Gloria ihm sofort verfällt, ist also nicht weiter verwunderlich. Und auch sein „Job“ scheint sie zunächst nicht weiter zu stören. Dass Gloria ein kleines Problem mit ihrer Eifersucht hat, konnte natürlich keiner wissen. Als sie dann bei ihrem ersten gemeinsamen Coup in einem Anfall Marguerite umbringt, eine Kundin Michels, beginnt der blutige Raubzug des Paares quer durchs Land bis zum bitteren Ende.

Der französisch-belgische Film „Alléluia – ein mörderisches Paar“ von Fabrice Du Welz zeigt, wie skurril Liebe manchmal doch sein kann. Denn was Laurent Lucas als Michel und Lola Dueñas als Gloria hier auf die Leinwand bringen, passierte von 1947 bis 1949 in den USA. (Angeblich) Basierend auf der Geschichte der weltberühmten „Lonely Hearts Killers“ Martha Beck und Raymond Fernandez zeigt der Thriller einen Trip in die Abgründe der menschlichen Seele. Denn das Gloria noch weniger Latten im Zaun hat als Michel, wird dem Zuschauer recht schnell bewusst. Als Partner in Crime stellen Laurent und Lola ein durchaus glaubwürdiges Betrügerpärchen dar. Von Wahnsinn und Eifersucht getrieben bringen die beiden Hauptdarsteller ihre Rollen in „Alléluia“ realistisch rüber und ihre Opfer um.

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Fabrice Du Welz als Schöpfer geheimnisvoller Horror- und Mysterythriller geht einer wirklich bizarren Beziehung auf den Grund. Obwohl sein Film auf der Geschichte des 1951 hingerichteten Betrüger-Pärchens basieren soll, werden hier „nur“ drei Frauen und nicht 20 wie in Wirklichkeit getötet. Auch handelt es sich um einen Raubzug durch Frankreich, weshalb „Alléluia“ sich eher nur an die echten „Lonely Hearts Killers“ anlehnt. Bei all den realen Untaten wundert es aber deshalb nicht, dass bereits Filme wie „The Honeymooners“ oder „Lonely Hearts Killers“ existieren, die sich mit Martha Beck und Raymond Fernandez beschäftigen.

An sich war „Alléluia“ auf einer Skala von 1 bis 5 für mich eine 2,5, denn ich hatte auf etwas Blutigeres gehofft. Wer allerdings trotzdem einen Blick auf diese ziemlich schräge und verstörende Beziehungskiste werfen möchte, kann sich ab dem 16.10.2015 die DVD oder Blu-ray beschaffen.

Leo

Titel: Alléluia – ein mörderisches Paar
Regisseur: Fabrice Du Welz
Dauer: 93 Minuten
: 16.10.2015
Verleih: Pierrot Le Fou

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