Nordkorea: Im Norden nichts Neues(?)

Nordkorea: Im Norden nichts Neues(?)

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Vor einigen Jahren noch ein belächelter, technisch veralteter Kommunistenstaat und heute schon eine Spitzenposition auf der heißbegehrten „Achse des Bösen“.

Respekt, Mister Kim Jong-il! Sie haben aus Nordkorea nicht erst seit der Wiederaufnahme von Atomraketen-Tests einen reizvollen Ort für gelangweilte US-Army-Generäle gemacht. Die Chancen ständen wahrlich nicht übel, wenn die nordkoreanischen Militärs nun endlich mal auf eine Ölquelle stoßen würden.
Atombomben bauen und testen ist schon ein klasse Grund, um irgendwo einzumarschieren und böse Menschen abzuschlach… ähmm, das Handwerk zu legen. Aber was ist ein „Grund“ ohne „Nutzen“?! Aber vielleicht haben die Nordkoreaner schon unlängst die größte Ölquelle der Welt unter ihrem Boden entdeckt, wer weiß das schon?! Nordkorea ist weitgehend immer noch ein schwarzer Fleck auf der Landkarte.

Eigentlich also eine spannende Aufgabe für SLEAZE, sofort in den nächsten Flieger zu springen und sich selbst vor Ort ein Bild zu machen. Jede noch so kleine Ferkelei aufzudecken und bis zum Exzess zu recherchieren. Blöderweise wird Pressefreiheit in Nordkorea am wenigsten geschätzt, dicht gefolgt von den Allgemeinen Menschenrechten.
Und die Todesstrafe winkt einem für gewöhnlich bereits, wenn man lediglich den Namen „Kim Jong-il“ falsch ausspricht. Und haben wir schon die nordkoreanische Vorliebe für öffentliche Exekutionen erwähnt?? Natürlich schrecken uns diese Tatsachen nicht ab! Allerdings würde so ein Flug nach Pjöngjang, der Hauptstadt Nordkoreas, die Redaktionskasse sprengen. Ganz zu schweigen von den benötigten Kevlarwesten.

Aber selbst diese würden recht wenig nützen, denn schließlich verfügt das Land über die immerhin viertgrößte Militärmacht weltweit. Weshalb die Kinder da drüben lieber von Soldat anstatt Feuerwehrmann sein träumen, liegt schlicht einfach daran, dass der „Geliebte Führer“ (so der bescheidene offizielle Titel von Oberguru Kim Jong-il) ein großer Militärfan ist. Anhänger der KVA (Koreanische Volksarmee) genießen folglich gesellschaftliche Privilegien.

Zudem gibt es außer den obligatorischen öffentlichen Hinrichtungen eh kaum Aufregendes im Leben eines jungen Mannes. Das erste nordkoreanische Mobilfunknetz wurde nach kurzer Zeit Mitte 2004 wieder abgeschaltet. Internet ist nur für einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung erlaubt und selbstredend weitgehend von bösem, ausländischem, kapitalistischem Gedankengut abgeschottet. Journalismus wird nur geduldet, wenn er massiv Propaganda betreibt. Alles in allem also vermutlich sehr öde, das Leben dort. Da kommt der harte Militärdrill genau richtig.

Interessant ist natürlich der für uns Deutsche wohlbekannte Kontrast zum Süden Koreas. Südkorea hat, wie einst der Westen Deutschlands, sich mehr oder weniger freiwillig gerne den Stempel von Uncle Sam und seinem Kapitalismus aufdrücken lassen. Ob jedoch in nächster Zeit große Wiedervereinigung gefeiert wird und wir koreanische „Nordis und Südis“-Witze lernen dürfen ist mehr als fraglich.
Denn im Gegensatz zur DDR damals macht Nordkorea keine Anzeichen, dass es gewillt wäre, sich aufkaufen zu lassen. Aber vielleicht hat auch nur Südkorea keine Lust, einen Solidaritätsbeitrag zu bezahlen, wer weiß?!

Denn wie eingangs schon erwähnt: Die größte Schwierigkeit beim Thema Nordkorea ist, dass nur sehr wenig wirklich bekannt und belegt ist, was im Innern dieses Landes abgeht. Die Bevölkerung wird quasi hermetisch vom restlichen Planeten abgeschirmt. Touristen (Tourismus in Nordkorea boomt!) werden zu jeder Zeit von Reiseleitern geführt und man bekommt nur bestimmte Bereiche und Orte zu Gesicht. Kontakt und Austausch mit Einheimischen ist unerwünscht.

Selbst Google Earth bringt da in den „schwarzen Fleck“ auf der Landkarte nur oberflächlich Struktur rein.

P.S.: Auf einer Sondersitzung des Verlag-Vorstands* wurde heute einstimmig** beschlossen, eine spezielle Version von SLEAZE auf dem nordkoreanischen Markt zu etablieren.
Hier ein exklusives Preview auf die erste Ausgabe!
*Wie es sich für einen Vorstand nach nordkoreanischem Vorbild gehört, besteht dieser aus genau einer Person: Chef-SLEAZEL und Hobby-Diktatorin Yanah.

** Wahlbeteiligung: 100%

Pascal

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