Nextbase: Autokino mit Extras

Nextbase: Autokino mit Extras

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SLEAZE + Nextbase 412GW
Der große Brudi is watching you!

Ich gestehe: Ich mag Sicherheitskameras nicht. Diesen Unsinn, dass die Kameras viel Kriminalität verhindern, glaubt doch eh nur, wer mindestens CSU wählt. Für die Aufklärung danach macht es sicherlich öfter Sinn, aber… ab wann rechtfertigt das den massiven Eingriff in die Privatsphäre?

Freiheit vs Sicherheit

Das leidige Thema: Die Spießer wollen immer mehr Kameras, die Freiheitsliebenden selbstredend die Freiheit (zumindest, solang sie noch keine Kinder haben, die die meisten Richtung erste Gruppe mutieren lässt). Das Ärgerliche daran: Die Freiheit ist ein Wert an sich. Sicherheit kann die Freiheit einschränken. Aber umgekehrt nicht die Freiheit die Sicherheit. Klar, die Freiheit kann man nur in einem sicheren Umfeld richtig ausleben. Aber es gibt nun mal keine absolute Sicherheit und selbst die größten Schisser wollen sich nicht die ganze Zeit einsperren, um nur kein Risiko einzugehen. Wo ist also der Kompromiss dieser beiden Bereiche?

Genug gedacht!

Mit diesen bedeutungsschwangeren Sätzen lasse ich dich jetzt allein. Denn es geht heute um die Dashcam von Nextbase. Und auch wenn die – wie alle Kameras – nicht helfen kann, deine Sicherheit zu gewährleisten, so kann sie doch dokumentieren, wenn dein Hab und Gut lädiert wird – z.B. durch falsches Fahrverhalten.

Gerade in Berlin ist deshalb so eine Dashcam sinnvoll. Wie oft man hier geschnitten wird von Leuten, die denken, sie müssten irgendwelche Wut über das Gaspedal entsorgen – da kann sich die Kamera schon am ersten Tag auszahlen.

Wir haben uns also die 412GW an die Scheibe geklebt und uns auf den Weg gemacht. Zunächst einmal wirkt die Kamera echt schick. Sie ist klein, fast filigran, wenn auch der Saugnapf etwas von ihrer Eleganz nimmt. Eher hässlich ist allerdings das Stromkabel, welches zum – ansonsten völlig unnötigen – Zigarettenanzünder (oder wahlweise USB-Eingang) führt. Blöderweise hat Nextbase den USB-Stromeingang des Geräts auf die Oberseite gelegt. Wer sich diesen Unsinn ausgedacht hat? Offenbar kein Ästhet.

Ansonsten ist die kleine Kamera fleißig. Sobald man den Wagen anlässt, beginnt sie aufzunehmen. Die Qualität des Displays ist nicht so gut, aber schaut man sich die Videos dann auf dem Rechner an, beeindruckt doch die Qualität. Es ist noch kein 4K (wer auch immer so etwas braucht bei einer Dashcam), aber die Cam liefert mit ihren 1440p-Full-HD-Aufnahmen mehr als ordentliches Material. Selbst im Dunkeln sollten sich ab jetzt die Verkehrsegoisten nicht mehr zu sicher sein, hähä.

SLEAZE + Nextbase 412GW
Klein, aber oho!

Sehr praktisch ist auch die sehr gut verarbeitete Schiebehalterung. Schnelles An- und Abdocken ist wichtig, da es ja auch Menschen gibt, die in einen Wagen für eine 150-Euro-Kamera einbrechen. Ja, der Preis ist recht stolz für so eine kleine Kamera, die ja „nur“ Fehlverhalten dokumentieren soll. Aber dafür bekommt man auch ein Top-Gerät.

Das merkt man z.B. an dem Saugnapf, der bei ersten Mal auch wirklich seine Arbeit macht. Ich habe den hübschen Hyundai i30 N, den wir gerade als Testwagen haben, nun noch nicht über eine Buckelpiste gejagt, aber bisher hält der Napffffff.

Dazu kannst du deine Daten auch per WLAN übertragen, was ich schon sehr lässig finde. Oder auch den kleinen, aber oft wichtigen Umstand, dass das Stromkabel eine anständige Länge hat. Meist geizen die Firmen ja gerade bei diesem Aspekt.

Wann kommt die Selfie-Dashcam?

Mit einer speziellen Software kann man sogar seine Wege über Google Maps tracken. Da bin ich kein Freund von, Google weiß es schon zu viel von mir, aber manchmal ist das vielleicht praktisch. Außerdem hat die Nextbase einen Intelligent Parking Mode, der die Kamera im Parkzustand anschaltet und filmt, wenn es eine Bewegung gibt. So kann deinen Wagen auch in deiner Abwesenheit keiner mehr so leicht rammen.

Jetzt bräuchte man natürlich noch eine Art 360-Grad-Kamera. Auf den seitlichen und dem hinteren Auge ist die Nextbase natürlich noch blind. Aber ich bin mir sicher: Daran wird schon fleißig gearbeitet. Vielleicht fliegt auch irgendwann einen Bewacher-Drohne über dem Auto mit, die alles filmt und scannt.

Und ganz wichtig: Die Kamera, die einen selbst beim Fahren filmt. Erhöht die Unfälle drastisch, aber hey – ein Selfie geht doch immer. Ggf. dann das nächste aus dem Krankenhaus.

Ist die Nextbase nun sinnvoll?

Ja! Insgesamt ist die Kamera schon praktisch. Auch für kleine Videos, wo gerade der Fahrer hinterher noch mal mehr Augenmerk auf die Umgebung legen kann als beim Fahren selbst. Ob die Dashcams eine große Zukunft haben, weiß ich nicht. Vielleicht wird sie integriert in das autonome Fahren. Aber für die nächsten Jahre können sie gerade bei Vielfahrern durchaus Sinn machen – weshalb ich schon einige Taxifahrer mit solchen Kameras gesehen habe.

SLEAZE + Nextbase 412GW
Dieses Kabel!!!

Natürlich ist so eine Kamera auch immer eine subjektive Sache. Die Kamera ist zwar neutral, aber wenn man selber den Fehler macht, wird man sein Filmmaterial wohl für sich behalten. Witzig wird es erst, wenn – wie viele Autofahrer – man denkt, man sei im Recht – und das eigene Material dann beweist, dass dem nicht so ist.

Darum nicht vergessen: Zu einem guten Fahrer gehört nicht nur, dass man mit seinem Auto einen 360-Grad-Drift hinbekommt. Sondern auch vorausschauendes und rücksichtsvolles Fahren gehört dazu. In diesem Sinne: Gute Fahrt.

danilo

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