Neu, nicht retro: Ein bi…ähm…sizarres Interview

Neu, nicht retro: Ein bi…ähm…sizarres Interview

TEILEN

Wenn man sich die Jungs von Sizarr anhört, ist man durchaus überrascht zu erfahren, dass die drei Jungs gerade erst ihr Abitur hinter sich gebracht haben. Dunkle Melodien und bedeutungsschwangere Texte sind hier an der Tagesordnung. Auch die Tatsache, dass Sänger und Songschreiber Fabian sich selbst als „manchmal Sechzehnjährigen“ beschreibt, überrascht. Dass bei ihrem Debütalbum „Psycho Boy Happy“ tatsächlich aber kein Kindergarten am Werk war, lest ihr in unserem Interview.

 

Hey Jungs. Obwohl euer Debütalbum gerade erst erschienen ist, gibt’s Sizarr schon ein Weilchen. Welcher bisherige Auftritt ist euch bisher am ehesten im Gedächtnis geblieben?

Phillip: Definitiv unsere Show beim Berlin Festival vor zwei Jahren. Einer der ersten Auftritte, der so richtig groß war und alles bis dahin in den Schatten stellte. Direkt davor gab es irgendeinen Polizeieinsatz und es war nicht so ganz klar, ob wir spielen könnten. Dann haben wir aber doch einen extrem guten Timeslot auf der großen Hangar-Bühne bekommen. Eigentlich waren wohl auch alle wegen „We have Band“ da, allerdings haben wir dann gespielt und alle sind ziemlich gut abgegangen. Überraschung!

 

Jetzt ist es ja so, dass ihr drei recht außergewöhnliche Künstlernamen habt: DefSty, P-Money und Goura Sou. Wie kommt man darauf?

Fabian: Eigentlich sind es nur Namen, die keine wirkliche Bedeutung oder eine gewiefte Symbolik haben. Nichtsdestotrotz war es für uns wichtig, sich so etwas anzuschaffen. Ganz einfach auch um einen Raum zu kreieren, in dem man künstlerisch tätig zu sein. Ich mein, sowohl auf der Bühne als auch auf dem Album will ich nicht wirklich „Fabian“ sein.

 Sizarr Interview 2012

Viele Leute aus der Medienbranche bezeichnen euch jetzt schon als das nächste große Ding, wie man so schön sagt. Wie seht ihr persönlich diese Entwicklung?

Fabian: Natürlich bekommen wir mit, was über uns geschrieben wurde. Und obwohl das natürlich größtenteils positiv ist, geht es auf der anderen Seite auch immer erst wirklich los, wenn das Debütalbum auch tatsächlich draußen ist. Dementsprechend können wir da auch nur abwarten, was die Zukunft bringt.

 

Ihr macht recht vielseitige und ambivalente Musik. Woher kommen diese ganzen Einflüsse und wie schafft ihr es, dass alles unter einen Hut zu bekommen?

Phillip: Ich glaube, wir alle hören einfach unglaublich viel Musik und haben alle ganz einfach die unterschiedlichsten Einflüsse. Dementsprechend haben wir auch die Möglichkeit, aus vielen verschiedenen Stilrichtungen auszuwählen.

Marc: Wenn wir zusammen arbeiten ist es nicht so, dass jeder für einen bestimmten Bereich zuständig ist. Jede Veränderung oder jede Idee kann von jedem kommen.

Fabian: Dazu muss man auch noch sagen, dass wir alle ziemlich individuell sind. Man könnte sagen, wir sind eher Kollektiv als Band. Jeder macht oft sein eigenes Zeug, das bei ihm entstanden ist. Das wird dann in den Raum geworfen, verändert und verbessert. Ich denke, das fasst sowohl unseren Song- als auch Albumentstehungsprozess ganz gut zusammen.

 

Euer Album klingt trotz aller Abwechslung doch eher düster und melancholisch. Seid ihr etwa traurig?

Fabian: Das scheint bei uns allen verwurzelt zu sein. So eine Art melancholische Energie ist bei uns, künstlerisch gesehen, einfach fruchtbarer. Das heißt nicht, dass wir immer traurig sind, aber unsere Musik entsteht eher in solchen Situationen als in solchen, in denen wir super gut drauf sind. Denn dann machen wir halt Party.

Phillip: Naja, also ich bin nicht immer mies drauf wenn ich musikalisch arbeite, aber die Ergebnisse sind irgendwie immer düster. Also auch, wenn ich echt gut gelaunt bin, klingt das so.

Marc: Und vor allem können wir eigentlich auch gut drauf sein, wenn unsere Musik düster und melancholisch klingt. Das ist meiner Meinung nach wichtig.

 

Wenn ihr die unzähligen anderen Bands da draußen seht, was wollt ihr auf gar keinen Fall so machen?

Philllip: Ich denke, der einzige Weg, Leute zu überraschen ist, ihnen Musik zu zeigen, die sie so noch nicht gehört haben. Daher mag ich persönlich sämtliche Bands nicht, die zu sehr auf Retro machen. Wo bleibt schließlich die Originalität, wenn man einfach Sachen kopiert? Deswegen versuchen wir auch eins mit unserer Band zu sein: neu und anders.

 

Christoph

 

 

 

 

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen