Netflix diesen November: Hillbillys, Horror und große Dramen

Netflix diesen November: Hillbillys, Horror und große Dramen

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SLEAZE + Netflix diesen November 2020
Diesen November – inklusive Slasher-Klassiker-Ästhetik…

Bereit für einen Ausflug nach (Noch-)Trumpland diesen November? Im Monat der Präsidentschaftswahl der Vereinigten Staaten wartet Netflix mit einer Reihe neuer Filme und Serien auf, darunter dem neusten Streifen des Regisseurs Ron Howard (Apollo 13, Solo: A Star Wars Story).

Der potenzielle Oscar-Kandidat folgt dem schweren Lebensweg eines im ländlichen Ohio aufgewachsenen jungen Mannes mit Starbesetzung. Das und weiteres findest du in unserer monatlichen Vorauswahl des Streamingdienstes.

Neue Filme auf Netflix diesen November 2020

Hillbilly Elegy (24. November)

Als Hillbilly werden abschätzig jene Bürger bezeichnet, die in den ländlichen Regionen der USA leben (das gibt’s es übrigens auch noch als Snowbilly). Dabei ist das Bild des einfältigen, dummen und hinterwäldlerischen Landbewohners natürlich selbst nur eine unverschämt naive Bruchlandung des Verstands.

Zwar wird sich erst spätestens zur Veröffentlichung von Hillbilly Elegy (dt. Titel: Hillbilly-Elegie) zeigen, ob der von Ron Howard inszenierte Netflix-Film nicht selbst auf Klischees für sein Familiendrama zurückfällt. Der erste Trailer jedenfalls suggeriert eine aufwühlende Erzählung mit Tränengarantie, aus der Oscar-Kandidaten gemacht sind.

Basierend auf den gleichnamigen Bestseller-Memoiren von J.D. Vance erzählt der Film die Geschichte J.D.’s, der kurz davorsteht, seinen Traumjob zu bekommen. Eine Krise zwingt ihn jedoch zur Konfrontation mit der Vergangenheit und seiner problembehafteten Familie, darunter seine suchtkranke Mutter Bev (vom Leben gezeichnet: Amy Adams). In der Generationen umspannenden Story spielt auch seine zähe Großmutter Mamaw (sichtlich verwandelt: Glenn Close) eine Schlüsselrolle.

Sieht bisher nach einer kathartischen Aufstiegsgeschichte aus, die für den ein oder anderen gerade in Zeiten von Corona jenen denkwürdigen Eskapismus ermöglicht, der der Seele gut tut und so manches hinterfragen lässt.

La vita davanti a sé (13. November)

Grenzen überwinden und Wege aus dem Zirkel des Gegeneinanders finden. Während auf dem politischen Weltparkett vor dem Hintergrund großer Flüchtlingsbewegungen ein herrzzerfetzendes Schmierenspiel der Abschottung stattfindet, haben das Medium Film und Geschichten im Allgemeinen die Kraft, jene nationalistischen und rassistischen Mauern einzureißen. Der Netflix-Titel La vita davanti a sé (Du hast das Leben vor dir) erzählt von einer solchen transzendentalen Geschichte mit der italienischen Schauspiellegende Sophia Loren in einer der Hauptrollen.

Zehn Jahre nach ihrem letzten Spielfilmauftritt ist die heute 86-Jährige als Holocaust-Überlebende Madame Rosa zu sehen, die in der italienischen Küstenstadt Bari eine Kindertagesstätte betreibt. Eines Tages nimmt sie sich dem zwölfjährigen, aus dem Senegal geflohenen Muslim Momo (Ibrahima Gueye) an, der sie zuvor noch bestahl. Zwischen den beiden erblüht eine stürmische Verbindung.

Für die Regie des Netflix-Films zeichnet übrigens Sophias Sohn Edoardo Ponti verantwortlich, der sich dieser Literaturverfilmung nach dem 1975 erschienenen Buch La vie devant soi von Romain Gary (veröffentlicht unter dem Pseudonym Emile Ajar) annahm. Schon 1977 erschien eine französische Leinwandadaption des Stoffes in Form von Madame Rosa, die im Folgejahr den Oscar als bester fremdsprachiger Film (heute: bester internationaler Film) gewann.

Spider-Man: A New Universe (11. November)

Der auch unter seinem Originaltitel Spider-Man: Into the Spider-Verse bekannte Film ging zum Zeitpunkt seiner Erscheinung anno 2018 ziemlich durch die Decke. Er fiel schon früh durch seinen prägnanten Animationsstil auf und euphorisierte vielerorts durch seine vor Ideen strotzenden Geschichte um nicht nur eine Inkarnation des bekannten Spinnenmanns aus dem Hause Marvel. Denn hier erwartet dich dank eines Multiversums gleich eine ganze Reihe diverser Spider-Man-Darstellungen, darunter etwa der von Nicolas Cage gesprochene Spider-Man Noir.

Für mich ist zwar DC-Kollege Batman das Nonplusultra der traditionellen Comicschöpfung, doch eine Erwähnung war mir der Film an dieser Stelle dennoch wert. Vielleicht seit Sam Raimis Spider-Man-Trilogie (2002-2007) trat der Held nie mehr so befreit auf der großen Leinwand in Erscheinung wie in diesem Animationsfilm, an dessen Drehbuch mit Phil Lord einer der Masterminds des rasanten The Lego Movie (neben Filmpartner Christopher Miller) maßgeblich beteiligt war.

Neue Serien auf Netflix diesen November 2020

The Crown Staffel 4 (15. November)

Die Netflix-Serie um das britische Königshaus geht nach ihrem Start vor vier Jahren bereits in die vierte Runde. Diesmal nimmt sie sich u.a. eine der medienwirksamsten und zugleich tragischsten royalen Beziehungen des 20. Jahrhunderts an. Der mit dreißig Jahren noch unverheiratete Prinz Charles (Josh O’Connor) beginnt eine Romanze mit der jungen Diana Spencer (Emma Corrin), die als Lady Di weltbekannt werden sollte. Doch hinter dieser anfänglich märchenhaft erscheinenden Beziehung steht ein zunehmend gespaltenes Königshaus um Queen Elizabeth (Olivia Colman).

Zu allem Überdruss sieht sich die Nation mit der polarisierenden Politik des ersten weiblichen britischen Premierministers Margaret Thatcher (Gillian Anderson) konfrontiert, zu der die Königin auch angesichts des Falkland-Krieges ein immer gespannteres Verhältnis aufbaut.

Für Netflix ist The Crown längst zu einem populären Aushängeschild im hauseigenen Serienkatalog avanciert, das nach der 4. Staffel noch kein Ende findet. Zwei weitere Seasons sind für das mehrfach ausgezeichnete Historiendrama geplant.

American Horror Story: 1984 (28. November)

Die 80er waren eine Hochzeit für Slasherfilme und brachte langlebige Horrorreihen à la Freitag der 13., A Nightmare on Elm Street und Chucky hervor. Die inzwischen neunte Staffel der Anthologie-Horrorserie American Horror Story referiert schon in ihrem Titel 1984 auf jene blutgoldene Zeit des Genres. Und so erinnert auch das erzählerische Setup der jüngsten Season schnell an bekannte Tropen der gerne blutgetränkten Filmrichtung.

Es ist der Sommer des Jahres 1984: Fünf Freunde entfliehen der Westküstenmetropole Los Angeles, um als Betreuer im Camp Redwood zu arbeiten. Doch in dem Lager erwartet sie nicht nur die Schönheit der Natur und die Freuden der warmen Jahreszeit, sondern auch die finstere Vergangenheit, die sie schon bald auf mörderische Weise heimsuchen wird.

Na, klingelt‘s? Sommerlager mit jugendlichen Besuchern aka Opfern sind ein gern gesehener Schauplatz diverser Schaudergeschichten wie beispielsweise in der eingangs erwähnten Freitag der 13.-Reihe.

Paranormal (5. November)

Zum Abschluss geht es noch einmal ins Horrorgenre. Der Einfluss besonders US-amerikanischer Film- und Serienproduktionen auch auf das deutsche Publikum ist offensichtlich, doch wie wäre es mit Grusel aus Ägypten?

Zu Netflix‘ globaler Strategie zählen zahlreiche Inhalte, die außerhalb der Vereinigten Staaten entstehen, darunter auch die neue Horrorserie Paranormal nach der gleichnamigen Romanreihe von Ahmed Khaled Tawfik.

Diese handelt vom zynischen und düster-humorigen Hämatologie-Professor Refaat Ismail (Ahmed Amin), der sich in einer existenziellen Sinneskrise wiederfindet. Denn das Auftauchen paranormaler Phänomene streut massive Zweifel an seinen bisherigen Überzeugungen. Zusammen mit seiner Kollegin Maggie Mckillop (Razane Jammal) nimmt er sich den unheimlichen Ereignissen an und versucht seine Liebsten vor den mysteriösen Mächten zu beschützen.

Alex

 

 

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