Musik, die reifen muss

Musik, die reifen muss

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Marcus, Mario undSLEAZE.Blackout Problems.Cover Michael sind nicht die neuen Helden einer Reality-Koch-Show, aber trotzdem mehr als nur eine schöne Alliteration. Nicht nur ihre Namen klingen gut zusammen, sondern hoffentlich auch ihre Musik. Denn sie sind die Münchner Band Blackout Problems.

Seit 2012 sind sie eine Gruppe und antreffen konnte man sie schon auf vielen Festivals und auch als Support-Act von Heisskalt oder Emil Bulls. Mit den ebenfalls aus München stammenden Metallern durften wir übrigens vor kurzem ein unterhaltsames Gespräch führen.
Jetzt wurde es Zeit für das erste richtige Album, mit dem Blackout Problems ihren Alternative Rock für die Ewigkeit festhalten wollen. „Holy“ heißt die glänzende Scheibe und ein Großteil davon wurde live eingespielt.

Zu Anfang ist das gute Stück leider etwas zäh und liegt schwer im Magen. Der Gesang schwebt irgendwo zwischen Scream und Melodie, will aber nicht so recht in die Form passen. Doch relativ zügig wird aufgeräumt und so ist „The Drive“ geordneter und vor allem anders, als die Nummern, die sich als Erste auf das Album getraut haben. Besonders der Text ist einfach, man versteht ihn, ohne um die Ecke denken zu müssen. Trotzdem hat er Aussagekraft. Mit einer Energie, wie man sie auch von Bands wie Enter Shikari kennt und Gesang, der oft an der Grenze zum Scream liegt. Eine andere Stimme kann man hören bei „Boys Without A Home“. Hier wurde nach einem gemeinsamen Abend mit viel Rotwein beschlossen, zusammen mit dem Sänger von Boysetsfire ein Lied aufzunehmen. Nathan Gray bringt eine Menge Leidenschaft in die Lieder von Blackout Problems, die manchmal etwas kurz kommt, wenn nur Mario seine Stimme erhebt.SLEAZE.Blackout Problems2

Die drei Ms machen vor allem amerikanisch klingenden Rock mit teilweise theatralischen Gitarrenriffs, aber ohne zu viel Gepose. Besonders das Schlagzeug-Spiel von Michael kennt man aus dem Hardrock und manche ihrer Geradeaus-Nummern klingen sogar wie Stücke der Beatsteaks aus ihren Anfangsjahren. Von gesellschaftskritischen Texten bis typischen Pop-Punk-Lyrics, die von Herzschmerz und Enttäuschung handeln, ist alles dabei. Ihre Unvollkommenheit sorgt dafür, dass „Holy“ immer besser wird, je öfter man es hört. Erstaunlicherweise gefallen mir die ruhigeren Nummern um einiges besser als die Hau-drauf-Lieder, denn Balladen sind auch diese noch lange nicht. Wenn man über den Anfang hinweg sieht und die Platte öfter hört, ist Blackout Problems mit ihrem Debüt ein wirklich gutes Stück Alternative Rock gelungen. Damit muss man für „Holy“ einige Kompromisse eingehen, doch wenn man bereit ist sich darauf einzulassen, überkommt einen schon bald Begeisterung für diese Band.

Maurin

Interpret: Blackout Problems
Album: Holy
VÖ: 05.02.2016
Label: Cargo Records

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