Mr. Lee wird 130 –und ist immer noch so fleißig

Mr. Lee wird 130 –und ist immer noch so fleißig

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Vielleicht wird man irgendwann in dieser Zeit namens Zukunft denken, dass Lee eine chinesische Firma ist. Noch aber ist es ein US-amerikanisches Zeitalter – und Mr. Lee hatte da seinen Anteil dran.

SLEAZE + Lee Jeans
Hip auf Vinyl, Denim auf Arsch

Mr. Lee, oder auch Henry David Lee, gründete zwar zunächst einen Lebensmittelvertrieb – landete dann aber mit seinen berühmten Jeans einen Volltreffer. Denn wer in den letzten Jahrzehnten auch nur im Entferntesten mit Denim in Berührung kam (also gefühlt 99,99999 % der weltweiten Bevölkerung), der kam an Lee Jeans (nicht) vorbei.

Lee on Hip(-Hop)s

Vor allem im Hip Hop war Lee eine feste Größe. Viele US-Größen der der Old-School-Hip-Hop-Szene bauten Lee in ihre Texte ein. Von 3rd Bass bis 2Pac, Lee war fester Bestandteil ihrer Hood – und somit ihrer Texte. Selbst im ersten Grundbaustein von SLEAZE kam Lee vor:

Unser Obersleazel kam durch den Song „It’s tricky“ von RUN-D.M.C. zum Hip Hop, was ihn über einige Umwege dazu brachte, SLEAZE zu gründen. Ein weiterer großartiger Song auf dem Album „Raising Hell“ war und ist „My adidas“ (womit übrigens das Hip-Hop-Sponsoring eingeführt worden sein soll) – und natürlich reden die drei Rapper aus New York da auch über Lee.

Ganz nebenbei ist auch SLEAZE als Adjektiv schon in dem Tricky-Song enthalten. Sternzeichen-Liebhaber und andere Gläubige würden darin bestimmt ein Zeichen sehen. Wir sehen uns lieber die coolen Jeans von Lee an – die auch ohne Shelltoes und z.B. mit VANS sehr gut funzen! (Und das liegt übrigens nicht daran, dass beide inzwischen zum selben Modekonzern VF Corporation gehören. Das sah auch vorher schon ganz schön cool aus. Aber ehrlichweiser auch mit anderen Jeans. 🙂 )

Hips don’t Lee!

Frei nach der Superhüfte Shakira lügen Hüften nicht mit Lee Jeans. Die Marke stand schon immer für einen authentischen, urbanen Stil, weswegen sie ja nun mal auch in der oben genannten Rap-Musik zu Hause war.

SLEAZE + Lee Jeans
Nicht Shakiras Hüften, aber dafür fast ein Bauarbeiter-Dekolleté

Dazu kommen Lee Jeans aus dem Bundesstaat Kansas. Bitte nicht verwechseln mit Kansas City, auch wenn das nahe der Grenze zu Kansas ist. Aus Kansas City kommt zwar einer – um die Musikschleife zu drehen – der krassesten Rapper überhaupt (namens Tech-N9ne) und unser Obersleazel bekam dort das seltene Kompliment, dass es schade ist, dass er „straight“ sei. Sorry, guys / gays.

Wie auch immer, es geht um den Staat westlich von Missouri. Dort hat der umtriebige H. D. Lee vor besagten 130 Jahren seinen Lebensmittelvertrieb gegründet. Ja, richtig gelesen. Das Unternehmen ist wie TUI oder die ehemalige Mannesmann AG in einem ganz anderen Bereich unterwegs gewesen. Zum Glück hat Lee dann urban umgesattelt.

Besonders angenehm ist, dass Lee nicht jedem dumpfen Trend hinterhereiert. Auch wenn eine Modemarke sich nicht ganz den Trends entziehen kann, so bedeutet doch Authentizität oft mehr als kurzfristiger Sellout. An solchen Werten könnte sich manch Politiker mal ein Beispiel nehmen.

Jedenfalls hat Lee seit einer Weile diese supergemütlichen Denims mit einem leichten Stretch-Anteil. Die siehst du auch hier in unseren Fotos. Die sind ähnlich wie die tollen Nike Huaraches mit ihrem Neopren-Inlett (auch wenn die anscheinend vor einer Weile doch zu sehr sellout waren und jetzt in einer Mottenkiste mit Schlüsselbändern und Fidget-Spinnern liegen).

SLEAZE + Lee Jeans
Durstig oder Haare waschen?

Denn anstatt unsinniger Löcher auf Kniehöhe, wo dank falscher Ernährung sich das überflüssige Fett durchquetscht, geht doch nichts über eine langlebige Basic-Jeans, die so gemütlich ist, dass man mit ihr schlafen geht (hat unser Obersleazel wirklich gemacht. Natürlich nur zu Testzwecken…).

In diesem Sinne beenden wir unser Lee-ebeslied mit einer echten Nonsense-Phrase des Hip Hops: Keep it real! Oder auch: Keep it reaLee real!

Lee-zel

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