Mono, Stereo, geht so

Mono, Stereo, geht so

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SLEAZE.stereo2Sie gehen zwar zwischen Til Schweiger und dem Tatort ein bisschen unter, aber es gibt sie: deutsche Produktionen, die sich trauen, aus den gewohnten – und oft auch ziemlich langweiligen – Bahnen auszubrechen. Stereo gehört dazu. Denn er beginnt quasi mit dem Happy End, doch von da an geht es für Erik (Jürgen Vogel) nur noch bergab. Zunächst taucht ein mysteriöser Fremder auf, der Erik verfolgt; dann eine ganze Horde zwielichtiger Gestalten, die ihn ebenfalls nicht in Ruhe lassen. Das Ganze wirkt zunächst auch etwas verwirrend und könnte so der Beginn eines grandiosen Spannungsbogens sein, doch leider löst sich diese Spannung relativ schnell und unspektakulär.

Es ist generell das Hauptproblem des Films, dass er in vielen Dingen nicht über Ansätze hinauskommt. Dass zum Beispiel Eriks Beziehung zu Julia bis auf einen kleinen Streit kaum belastet wird, wirkt doch ziemlich abwegig – eine realistischere Betrachtungsweise hätte ja auch den Protagonisten noch deutlich mehr demolieren können.

Neben dem schon angesprochenen Abweichen von festgefahrenen Mustern (wie gesagt, in Bezug auf deutsche Erzeugnisse) hat Stereo aber auch noch andere gute Seiten. Besonders Henry (der folgende Fremde) ist als Gegenentwurf zum etwas bieder wirkenden Erik sehr schön konstruiert und wird von Moritz Bleibtreu auch stark dargestellt. Und trotz der nicht allzu großen Spannung in der eigentlichen Handlung bleibt der Film unvorhersehbar. Beispiel: Kaum hat man sich auf einen Psychothriller eingestellt, entgleitet das Ganze ins Absurde. Und dieses Spiel mit den Genres ist auch der Hauptgrund dafür, dass Stereo im Endeffekt doch Spaß macht; viele bessere Filme werden deutsche Regisseure dieses Jahr auf jeden Fall nicht in die Kinos bringen.

Simon

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