Mobile Living: Gaming

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SLEAZE-mobile-living1Letzten Mittwoch nahm ich am Mobile Living: Gaming Event im BASE_Camp teil. Es wurde viel diskutiert und angezockt. Hauptthema der Diskussion war das sogenannte Tablet und Smartphone Gaming. Etwa 93% der 10 – 18jährigen zocken regelmäßig. In den letzten zwei Jahren konnte man einen deutlichen Zuwachs in der Social-Gaming-Szene beobachten. Auslöser dieses Hypes waren unter anderem bekannte Spiele wie „Candy Crush“ und in jüngster Zeit „Clash of Clans“. Vor allem Casual Gamer befassen sich immer mehr mit dem sogenannten Social Gaming. Selbst Leute die sonst nichts mit dem Thema am Hut haben, werden zum Spielen verleitet. Mit unserer ständigen Verfügbarkeit und den tausenden Spiele-Apps verschwimmt allmählich die Grenze zwischen Spieler und Nicht-Spieler.

Wo führt uns das alles in den nächsten Jahren hin? Die Diskussion war sehr angeregt und informativ. Natürlich wurde nicht nur das Thema Social Gaming angesprochen, sondern auch die Themen drumherum. Im Allgemeinen ging es um die momentane Stellung der Videospiele in unserer Gesellschaft.

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In gemütlicher Runde mit Experten

Die Diskussion mit dem Namen „Gaming – Wie virtuell wird unsere Realität?“ wurde unterstützt von der Moderation von Annica Hansen. Zu Gast waren Tobias Heim (Gaming Experte, Digitale Kultur e.V.), Prof. Susanne Brandhorst (Dozentin HTW Berlin), Ingrid Lommer (Redakteurin INTERNET WORLD Business), Nick Sohnemann (Geschäftsführer und Trendforscher FUTURECANDY) und Gabriel Hacker (Head of Studio, King.com).

Das Mobile Gaming gewinnt immer mehr an Bedeutung. An großen Entwicklern wie Ubisoft oder Activision geht so etwas natürlich auch nicht vorbei. Mit der Call of Duty Companion App kann man neue Inhalte freischalten, sich ein Emblem zusammenbauen und kann per „Clan War“ kämpfen. Spiele wie Watch Dogs benutzen das Tablet / Smartphone als Karte, die zusätzliche Möglichkeiten zum Hacken und Manipulieren schafft. Ich persönlich bin ein großer Fan solcher Add-Ons für die Spiele. Ein großes Plus dieser Apps besteht darin, dass sie meist kostenlos sind. So kann man sich unterwegs schnell mal ein paar neue Spielinhalte freischalten, ohne überhaupt an der Konsole zu hocken.
In der Diskussion ging es auch um das Thema „Langeweile“. Diese existiert heute nämlich kaum noch. Man wartet zehn Minuten auf den Bus, zieht das Handy oder das Tablet aus der Tasche und schon ist man wieder beschäftigt. Es reicht ein kurzer Blick durch die voll besetzte S-Bahn und man sieht: Fast jeder ist beschäftigt. Was haben wir bloß vor den Smartphones gemacht? Ein gutes Buch gelesen? Miteinander geredet? Gott sei Dank bleibt uns das mittlerweile erspart.10749951_909381825752996_769601445051547293_o

Gabriel Hacker, Head of Studio von KING, konnte da natürlich direkte Einblicke erschaffen. Bekannt wurde das Entwickler-Studio unter anderen mit Titeln wie „Candy Crush Saga“ oder „Farm Heroes Saga Online“. Interessant fand ich die Altersangabe dieser Mobile Gamer, denn diese Gruppe besteht laut Hacker hauptsächlich aus „älteren Frauen“. Ich bin überzeugt, ich werde noch mit 80 an der Playstation 14 sitzen. Dass die ältere Generation schon heute so intensiv in das Thema einbezogen wird, überraschte mich positiv. Die Behauptung, dass Videospiele verblöden, wurde ja bereits in diversen Studien widerlegt. Im Gegenteil, Videospiele (in Maßen) spielen ist mit das beste „Gehirnjogging“, das man machen kann. Die Reaktionsfähigkeit wird verbessert, man trifft leichter Entscheidungen. Es wurde sogar festgestellt, dass Videospieler durchschnittlich ein besseres Sehvermögen haben. Susanne Brandhorst berichtete von einem kleinen Spiel, das sie zusammen mit ihren Studenten entwickelt hat. Dieses Spiel wurde, wenn ich es richtig verstanden habe, speziell für Alzheimer-Patienten entwickelt. Das Spiel war ein voller Erfolg. Einige der Kandidaten spielten es mehrere Stunden am Tag. Nach mehreren Untersuchungen dieser Probanden wurde eine erhöhte Hirnaktivität festgestellt. Das heißt natürlich nicht, dass Alzheimer durch Videospiele geheilt werden könnte. Das Gehirn wird mit diesem Spiel aber auf jeden Fall trainiert und einzelne Teile mehr angeregt.

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Achterbahn fahren mitten in Berlin: Die Occulus Rift macht’s möglich.
Was lernen wir draus?

Wie kann man diese Erkenntnisse jetzt in das Thema Social Gaming einordnen? Das Social Gaming wird oft auch als Casual Gaming bezeichnet. Man wird nicht großartig gefordert, es gibt keine umständliche Steuerung. Sie sind also für jeden leicht zu handhaben, egal ob Gamer oder nicht. Vor allem die ältere Generation zieht aus dieser Sparte ihren Nutzen. Ganz ehrlich, wer hat als 60jähriger Interesse an einem Spiel, in dem man Drachen durch die eigene Stimme töten kann? Hier füllen die Smartphone- und Tablet-Spiele eine Marktlücke. Viele der Smartphone-Spiele verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Beispiele dafür sind das schon genannte „Candy Crush“ und neuerdings auch „Clash of Clans“. Es ist immer abrufbar, man kann es mit Freunden spielen und es ist auch noch kostenlos.

Man kommt also zur Erkenntnis: Spiele sind mittlerweile durch nichts mehr zu ersetzen. Im Gegenteil, Videospiele ersetzen vieles. Assassins Creed hat mittlerweile mehr geschichtliche Informationen als eine Doppelstunde Geschichte. Alzheimer-Patienten trainieren ihr Gehirn durch Denkspiele. Bei Langeweile treten sämtliche Gaming Apps in Aktion. Das Zocken per App erlaubt uns, überall zu spielen und mit anderen dabei zu verbinden statt alleine zuhause zu hocken. Am Ende konnte man übrigens noch einige Apps anspielen. Außerdem standen Brillen der Occulus Rift zur Verfügung, ein sehr schönes Beispiel für die virtuelle Realität.

Anne

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