Mit Sperma, Schweiss und Traenen – Im Porno-Chat mit Birger

Mit Sperma, Schweiss und Traenen – Im Porno-Chat mit Birger

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In einer Sexausgabe darf das Thema Porno natürlich nicht fehlen. Wir haben alle schon mal einen gesehen, ob teure Highend-Produktion oder pixeliger Amateurfilm, ob Orgien oder Solo, hetro, bi, homo, einfach, zweifach, dreifach penetriert. Ob man zugibt, dass es einen geil macht, anderen Menschen beim Ficken zuzusehen, bleibt jedem selbst überlassen, wobei die Dunkelziffer vermutlich ins Gigantische reicht.
Ich hatte das Glück mit Birger sprechen, beziehungsweise chatten zu dürfen (meine Reisephobie verhinderte ein Treffen von Angesicht zu Angesicht). Er arbeitet seit über zehn Jahren als Produzent im Beate-Uhse-Konzern. Wir haben über seine Arbeit gesprochen, während ich mir parallel seine Filme angeschaut habe. Was dabei rumkommt, wenn eine Redakteurin während eines Interviews von Pink Shots, Stöhnerei und spritzendem Sperma abgelenkt wird, könnt ihr jetzt lesen.

 

Anna Motz: Ich weiß nicht mehr, als dass du Pornos bei Beate Uhse produzierst. Welche Filme machst du genau?

Birger: Huhu, aaalso bei Beate Uhse New Media bin ich zuständig für die Eigenproduktionen für unsere Internetdienste. Ich beschreibe das mal etwas…Wir produzieren kleine Serien für unser online Club System. Wenn du möchtest, schick ich dir einen Zugang, damit du dir das ansehen kannst.

Anna Motz: Ja, immer her damit!

Anna Motz: Was darf ich mir konkret unter Produktion vorstellen? Du konzipierst den Inhalt der Serien mit? Bist Du auch während des Drehs vor Ort?

(Er hat mir währenddessen einen Zugang geschickt und ich klicke mich
auf der Webseite durch die Riesenauswahl an Muschis, rasierten Riesenschwänzen und Frauengesichtern, die sich den Finger in den Mund stecken. Ich brauche eine Weile, bis ich mich sortiert habe. Besonders ins Auge springen mir die Reality-Serien mit Namen wie Superhupen, JJ’s Modelschmiede und Cumming Soon.)

Anna Motz: Machst du die exklusiven Reality Serien?

Birger: Ja genau!
Wir machen uns Gedanken, wie man pornografische Inhalte in eine Serie verpacken kann, damit wir ein interessantes Programm anbieten können. Wenn die Idee dann fertig ist, überlegen wir uns, ob wir die Produktion komplett selber machen oder sie einem Produktionsteam geben.

Anna Motz: Wie sieht das mit Budget aus? Kümmerst du dich auch darum?

Birger: Ja, wir haben ein gewisses Monats-Budget für Content und müssen damit dann versuchen, alle Inhalte zu gestalten.

Anna Motz: Sind dieBudgets sehr knapp bemessen? Vor allem, seit der Amateur-Markt im Internet so boomt? Hat sich das bei Beate Uhse bemerkbar gemacht?

Birger: Ja, der Amateur-Boom hat sich natürlich auch bei Beate Uhse sehr bemerkbar gemacht. Wir haben auch ein Amateur-Portal entwickelt,www.homepornon.com.

(Mein Interesse an den Veränderungen des Pornobiz durch das Web 2.0 schwindet, denn ich bin fasziniert von dem Phänomen Porno als Serie. Die Sendungen erinnern alle an gängige TV-Formate einschlägiger Privatsender…nur dass es eben ums Ficken geht.)

Anna Motz: Was ich mich bei Pornofilmen aber jetzt vor allem bei einer Serie frage: Wollen die Leute tatsächlich Storys drumrum hören? Ergibt sich dann der Effekt wie bei einer üblichen Serie, dass man unbedingt wissen will was als nächstes passiert?

Birger: Ich glaube nicht, dass unsere Kunden wirklich eine Story wollen, aber es macht es für uns natürlich leichter, wenn wir die einzelnen Porno-Szenen bündeln können, indem wir sie quasi mit einer Marke versehen.

Anna Motz: Gibt es dann auch richtige Plotschreiber, oder schaut man mehr Folge für Folge, was sich wohin entwickeln könnte?

Birger: Das kommt drauf an. Es gibt ein paar Serien, da müssen wir schon eine kleine Story basteln.

(Ich habe mich entschieden, mir mal ein paar Folgen Pärchentausch im Schnelldurchlauf anzusehen)

Anna Motz: So, ich bin dann mal eben kurz beschäftigt. So lang eine Frage zur Karriere. Wie bist du überhaupt zu diesem Job gekommen? Warst du schon immer ein Porno-Begeisterter?

Birger:  Also, ich bin vor elf Jahren durch einen Bekannten, der damals Abteilungsleiter der Multimedia-Abteilung bei Beate Uhse war, zu dem Job gekommen. War also weniger das Thema Porno, sondern die Materie Multimedia, Filmschnitt, filmen, Kameratechnik etc., was mich interessiert hat.

Anna Motz (leicht abgelenkt und verwirrt von Pärchentausch, dem Penetrations-Pendant zu Frauentausch): Ah…jaja…befreundete Cutter schwärmen auch immer davon, wie gut man bei Pornos den exakten Schnitt auf Bewegung (bämbämbäm) lernen kann, und es im Gegensatz zu künstlerisch-Kultur-ambitionierten Projekten gutes Geld gibt…

Birger: Hm, also der Schnitt eines Pornos ist nicht wirklich so aufwändig. Es gibt nicht sooo viele Kamera-Einstellungen;)

(Während die eine Tauschmutti einen bläst und er versucht, ihr den Finger in den Arsch zu stecken, stelle ich mir vor, dass drum herum mindestens fünf Leute stehen und total seriös sind…)

Anna Motz: Und wie war dann der direkte Kontakt mit dem Business? Es sagen ja immer alle, es wäre superprofessionell und wenig antörnend, was ich auch glaube. Aber trotzdem isses doch ein anderes Arbeitsambiente als im Büro einer Versicherungsgesellschaft.

(Er hat den Eingang in ihr Hintertürchen gefunden und sie fängt an, ekstatischen Alarm zu schlagen und zu röcheln wie kurz vor dem Ersticken.)

Birger: Stimmt, es ist schon professionell an einem Porno-Set, aber trotzdem ist es etwas Besonderes. Die ersten Produktionen waren schon seltsam für mich, grad weil es so professionell ist. Die Leute am Set verhalten sich ganz normal, obwohl da grad gebumst wird. Das ist die ersten paar Male echt bissl schräg gewesen. Mittlerweile steht man da am Set und findet‘s selbst total normal.

Anna Motz: Glaub ich! Wahrscheinlich einfacher, als sich an die Arbeit im Schlachthaus zu gewöhnen. Wie darf man sich die Beiden, Drei, Viele beim Bumsen vorstellen? Unterbricht da auch mal der Regisseur, machen die mittendrin Pause und lassen sich ein Wasser kommen?

Birger: Das kommt wirklich auf das Thema an. Es gibt Szenen, grad mit Amateuren (Swingerclub-Reportagen oder unsere Frauentausch-Kopie), wo man die Darsteller lieber nicht zu oft unterbrechen sollte.

Anna Motz: Liegt dann an der Unerfahrenheit der Darsteller? Stört wahrscheinlich auch die Authentizität…

Birger: Jupp, und die Standfestigkeit der Herren.

Anna Motz: Wie lang dauert die Produktion von so einer Folge? Und sind das Amateure, die sich bei euch bewerben? Welche Serie is denn mit „Profis“? Mal so zum Vergleich.

Birger: Die Superhupen werden mit Profis gedreht. Ein Dreh für den Pärchentausch dauert beispielsweise so ein bis zwei Tage, je nach Aufwand. Die Amateure bewerben sich bei uns oder wir schreiben auch mal Leute direkt an.

Anna Motz: Och, das geht ja an Zeitaufwand. Ist es denn schwieriger, mit Profis oder mit Amateuren zu arbeiten?

Birger: Ja, time is money. 😉 Auf jeden Fall ist es viel schwieriger mit Amateuren.

(Bilder von aufgelösten Pärchen, die sich nichts mehr als einmal in einem richtigen Porno mitzuspielen gewünscht haben, ploppen in meinem Kopf hoch. Vor lauter Leistungsdruck würde ich vermutlich weinend zusammenbrechen.)

Anna Motz: Musst du da als Produzent auch mal seelische Hilfeleistung bringen, motivieren oder die Hemmung nehmen?

Birger: Ja das kommt schon vor. Also, dass es mit dem Mann nicht so klappt. Da muss man dann auch mal sagen: „Hey is alles cool, ganz normal, wenn das vor der Kamera nicht so klappt“ 

(Bei Birger wären ich und meine Versagensängste in guten Händen, da bin ich mir sicher.)

Anna Motz: Wurde auch schon mal abgebrochen, weil jemand gemerkt hat, er kann das doch nicht? Oder bewerben sich nur Leute, die da recht sicher sind?

Birger: Abgebrochen wird schon eher selten. Man kann dann ja auch bissl faken. Und es gibt viele, die sich bewerben und sich sehr sicher sind, und dann funktioniert es doch nicht so gut, wenn die Kamera an ist.

Anna Motz: Jetzt muss ich doch mal privat werden. Stumpft man eigentlich ab, wenn man den ganzen Tag von Gestöhne, Titten, riesigen Schwänzen und Muschis umgeben ist?

Birger: Ja na klar, man stumpft Jobmäßig ab, aber das hat mit dem Privaten nicht viel zu tun.

 

 

Anna Motz: Schaust du dir privat überhaupt noch Filme zum eigenen Vergnügen an? Ich stell mir das vor wie beim Theater und Film, irgendwann kann man den professionellen Blick nur noch schwer abschalten und das reine emotionale Vergnügen leidet darunter…

Birger: Nein, ich schaue mir privat keine Pornos mehr an. Ich kann mich aber auf der Arbeit über eine sehr schöne oder eine ausgefallene oder auch eine besonders geile Szene immer noch sehr freuen. Ne gute, geile Amateur-Szene ist genau so viel wert wie ne fette Glossy-Szene. Wenn die Szene „echte“ Emotionen hat, ist es auch wurst, wie aufwendig der Dreh oder die Postproduktion war.

(Im Vokabeltrainer vermerkt: Glossy = Highend-Porno)

Anna Motz: Ich persönlich kann diesem Glossy ja auch nicht viel abgewinnen. Das ist, als würden sich Barbiepuppen unter viel Rumgeschreie und Yeahfuckmeharder-Gestöhne begatten. Hast du denn mal selbst vor der Kamera gestanden?

Birger: Nein, und kann ich mir auch nicht vorstellen.

(Natürlich stelle ich mir Birger sofort in einem Porno vor. Klappt ganz gut.)

Anna Motz: Gehst du mit deinem Beruf eigentlich offen hausieren?

Birger: Ich mag meinen Job sehr 🙂 Und mach da auch kein Geheimnis draus. Man muss ja nicht jedem ständig detailliert beschreiben, was man da macht.

Anna Motz: Diplomatische Antwort. 😀 Heißt, die Schwiegereltern wissen Bescheid, aber ihr sprecht am Kaffeetisch nicht über Doppelpenetration und Umschnall-Dildos?

Birger: Genau, manche Menschen wollen nicht alles wissen 😉

Anna Motz: Hat dieser Beruf denn auch Nachteile? Ich denke an unangenehme Gerüche, stressige Arbeitszeiten und schlechte Luft am Set…so von wegen schwitzen in geschlossenen Räumen und so.

Birger: Miese Luft am Set,definitiv 🙂 Die Arbeitszeiten im Büro sind ganz normal. Und auf Produktion ist klar, da muss man dann auch mal n Wochenende durcharbeiten. Das kann dann auch mal sehr anstrengend sein.

(Ha!Strike!)

Anna Motz: Nochmal zu nem anderen Thema…herrscht Gummipflicht bei den Filmen, nee, oder? Gibt‘s da mittlerweile Richtlinien, Gesetze oder ähnliches, oder kann da jeder machen, wie er lustig ist?

Birger: Also, es gibt keine Pflicht, Gummi zu tragen. Alle Darsteller haben Tests, die nicht älter als zwei Wochen sein dürfen. Die Darsteller kontrollieren ihre Tests gegenseitig. Bei Pärchen im Amateur-Bereich, die sowieso zusammen sind, ist es ja wurst.

Anna Motz: Das ist wahr. Hast du eigentlich auch so einen geilen Künstlernamen wie der Regisseur „Nougat Baron“?

Birger: Ja, na klar! Den Nougat Baron habe ich sogar erfunden!

Anna Motz: Props dafür!

Birger: Der Nougat Baron ist mein Chef.

Anna Motz: Ahahahah. Und wie ist dein Name?

Birger: Bronco Johansen. Wenn wir fürs TV mit produzieren, brauchen die halt alle möglichen Angaben wie z.B. Regie, Kamera, Ton, etc. Da lässt man sich dann n guten Namen einfallen. Sich Namen und Titel ausdenken ist ein wichtiger und lustiger Teil der Arbeit 🙂

(Welchen Namen ich mir wohl geben würde? Mir fällt nichts ein, ich schiebe es mal darauf, dass mein Hirn grade mit Besserem als Wortfindung beschäftigt ist. Für Vorschläge bin ich dennoch sehr dankbar. Man weiß ja nie, wann man es mal braucht!)

Birger: Oh, es ist gerade Pizza gekommen. Lange kann ich nicht mehr.

Anna Motz: Nur noch die eine Frage nach dem krassesten oder dem rührendsten Moment, den dir dein Job beschert hat.

Birger: Da was rauszuheben ist schwer. Und so ne Anekdote braucht ja auch Zeit 🙂 Aber: Auf einem meiner ersten Drehs stand ich nach der Szene in der Küche und der Darsteller (immer noch n Ständer wegen der Medikamente) stand da und erzählte mir, wie geil er die Concorde findet. „Hammergeiles Flugzeug, oder nicht?“ Das war echt richtig schräg. Ich weiß bis heute nicht wie er darauf kam.

Anna Motz: Geschichten dieser Art könnte ich mir den ganzen Tag anhören! Aber dein Essen ist da, das ist ein Zeichen zum Ende zu kommen. Ich danke dir vielmals für das Gespräch. Ich habe neue Vokabeln gelernt, mir Porno-Serien angeschaut, und mal von jemanden aus der Branche bestätigt bekommen, was ich bereits vermutete: Alles halb so wild und verdorben, wie man sich das vorstellt.

Wer also demnächst eine Bronco-Johansen-Produktion zu sehen bekommt, kann sich sicher sein, dass er Qualitätsware bekommt!

www.njoyon.com

www.homepornon.com

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