Mit SLEAZE im Fuchsbau bei Captain Capa

Mit SLEAZE im Fuchsbau bei Captain Capa

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Captain Capa

Captain Capa aus Thüringen veröffentlichten jüngst ihren dritten Tonträger „Foxes“, weshalb wir uns mit den beiden Menschen mal über ihre musikalische Sozialisation, Arbeitsweisen, erfreuliche (die Amigos), wie unerfreuliche (den Tod) Dinge unterhalten.Captain Capa

Könnt ihr euch noch an euren ersten Auftritt erinnern? Wenn ja woran dabei besonders? Wenn nein, wieso nicht?

Unseren ersten Auftritt haben wir bei uns in der Kleinstadt gegeben, nachdem wir unsere alten Bands aufgelöst haben. Wir haben eine große Abschiedssause gefeiert und vor dem letzten Konzert unserer Garagen-Rockband unsere neuen Projekte vorgestellt. Das war eine wirklich schöne Nacht unter Freunden und alten Bekannten und Captain Capa an sich klang damals noch ganz schön rumplig. Da wusste wohl noch keiner so richtig, wo die Reise hingeht.

Wie lange macht ihr schon Musik/wann habt ihr damit begonnen?

Mit 14 oder 15 haben wir angefangen, in Garagen zu proben und Stonerpunk oder Metalcore oder sowas zu machen. 2007 haben wir uns dann unseren ersten Sequencer gekauft und angefangen, elektronische Musik auszuprobieren. Captain Capa haben wir 2008 in Angriff genommen und 2010 angefangen, das ganze richtig ernst zu nehmen.

Worin lag die Intention, Musik zu machen, wie kam es dazu?

Ich (Hannes) bin als Kind schon mit der Taschenlampe am Mund auf der Heizung rumgesprungen und hab mir vorgestellt, Konzerte zu spielen. Trotzdem hätten wir wohl beide nicht gedacht, dass wir das wirklich mal durchziehen und als Band um die Welt kommen. Das war auch irgendwie keine bewusste Entscheidung, sondern hat sich aus unserem Hobby raus entwickelt.

Ihr kennt euch seit dem Sandkastenalter. Gibt es trotzdem Reibereien zwischen euch oder kennt ihr einander mittlerweile zu gut, dass es dazu nicht mehr kommt?

Wir reisen meistens mit zwei weiteren Kumpels, die sich um die Technik und das Merchandise kümmern, jede Tour ist also wie eine kleine Klassenfahrt. Das verläuft fast immer konfliktlos, weil wir uns alle seit tausend Jahren kennen und lieben. Ha!

Captain America hat nahezu übermenschliche Kraft, Captain Nemo beeindruckendes nautisches und sprachliches Geschick, Captain Morgan ne eigene Rummarke – was hat Captain Capa?

Ne Flasche Pfeffi auf dem Rider!

Was sind eure musikalischen Vorbilder? Welche Bands beeinflussen euch?

Einzelne Vorbilder kann man bei uns nur schwer rauspicken, weil bei uns so viele musikalische Fäden zusammenlaufen. Während man bei uns ziemlich krass diese frühen Emo-Einflüsse von Jimmy Eat World oder Taking Back Sunday raus hört, findet man natürlich jede Menge elektronische Club-Musik in unserem Sound. Bei den Aufnahmen zum neuen Album „Foxes“ haben uns aber auch RNB Acts wie z.B. Drake oder The Weeknd beeinflusst, einfach weil wir ganz viel ausprobieren wollten. Unsere größten Vorbilder bleiben wohl trotzdem Die Amigos. Starke Typen.

Ihr habt schon mit vielen Künstlern wie z.B. Supershirt und Deniz Jaspersen von Herrenmagazin zusammengearbeitet. Wenn ihr die freie Wahl hättet mit wem würdet ihr gerne musikalisch Zusammenarbeiten?

Drake soll mal ran kommen und uns ein paar RNB-Hooks einrappen.

Wie ist der Entstehungsprozess bei neuen Songs? Arbeitet ihr gemeinsam?

Mir kommen die Ideen oftmals in den ungelegensten Momenten, weshalb ich oft Skizzen in Handy singe, oder Lyrics aufschreibe, die ich später dann zu Songfragmenten ausbaue. Ich friemel dann einen Beat zurecht, bevor Maik dazustößt und Gitarren ausprobiert oder wir das Projekt gemeinsam ausarbeiten. Wenn es dann richtig ins Studio geht, passiert noch mal jede Menge Feinschliff und Experimentierkram.

Hat sich der Wechsel des Labels von dem kleinen DIY-Label Cobretti Records zu Audiolith bemerkbar gemacht? Hat dies einen Unterschied in eurem Arbeiten zur Folge?

Das ist ja nun schon eine ganze Weile her, hat sich aber natürlich bemerkbar gemacht. Unsere Anfangszeit auf Cobretti war supergeil, weil wir wie zwei staunende Kinder durch diese neue Welt aus Bands und Backstages gestolpert sind und uns noch alles begeistern konnte. Das war aber eben auch viel Rumprobieren und Spaß haben, inzwischen geht es uns da um ein bisschen mehr. Das Gefühl, mit Freunden zu arbeiten, die an einem Strang ziehen, ist bei Audiolith allerdings geblieben, oder sogar stärker geworden.
Captain Capa
Ist vielleicht auch der Erfolgsdruck dadurch etwas gewachsen?

Klar ist inzwischen auch jede Menge Druck im Spiel, einfach weil man niemanden enttäuschen will oder eben auch bestimmte Erwartungen erfüllen möchte. Ich weiß nicht, ob man das Erfolgsdruck nennt, aber wenn man Leute hinter einem hat, die an deine Band glauben und dich supporten, willst du eben auch geil abliefern. Die Arbeiten am neuen Album „Foxes“ waren auf jeden Fall eine Herausforderung, weil wir zum ersten Mal unter einer gesunden Portion Druck Musik schreiben mussten.

Fünf Dinge, die ihr vor eurem Ableben noch gerne machen wollt?

Eine Schlagerplatte produzieren, eine eigene Kneipe im Garten bauen – der Tresen aus einem alten Baumstumpf geschnitzt, auf dem Bravo Cover prangen, in Tokio Actionfiguren shoppen und mit Foxes auf 1 charten. Weltweit.

Wenn wir schon mal bei dem Thema Ableben sind, welcher Song soll bei eurer Beerdigung gespielt werden?

Irgendwas episches, tragisches von Ennio Morricone – um das Drama zu erhöhen. Wir wollen Tränen sehen!!

Vielen Dank für eure Zeit!

Fred

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