Mit nichts zu vergleichen… W:O:A 2017

Mit nichts zu vergleichen… W:O:A 2017

Zugegeben, die Überschrift ist ´ne gewagte These. Aber in Sachen Schlammbad war das Wacken 2017 tatsächlich mit nichts zu vergleichen, was ich bisher jemals an Festivalwochenenden erlebt habe. Weder ein Rock am Ring oder Deichbrand, noch Destruction Derby, Impericon Festival, Beachrock Helenesee oder die letzten acht Jahre With Full Force können diesem Metalmatschmekka dabei auch nur annähernd das Wasser reichen. Und auch wenn das Web voll mit Berichten, Bildern und Videos dieser alljährlichen Schlammparty ist, bin ich immer noch so ein Typ der Marke: „Es wird doch eh immer heißer gekocht als gegessen. Ich schau mir das erst einmal an, so schlimm wird es schon nicht sein.“ Wie naiv ein Mensch doch sein kann...

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Als ich am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr auf dem W:O:A-Campingplatz eintraf, verbrachte ich die ersten Festivalmomente damit, einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Und das gestaltet sich schwieriger, als ich in dieser Festivalsaison bisher gewohnt war. Nicht unbedingt, weil die ersten Metalheadz bereits seit Montag(!) das Gelände unsicher machten und dadurch die freien Zeltflächen mit einer äußerst spärlich gesäten Anzahl aufwarteten.

Vor allem lag es daran, weil alle noch verfügbaren Flächen so hart unter Wasser standen, dass man eher hätte ein Schlauchboot anstatt ein Wurfzelt zum Schlafen mitbringen sollen. Der Grund dafür war aber – wie ich mir später hab sagen lassen – das kurz vor meinem Eintreffen ein Regenwolkenmob in der Größe Mexikos über das Gelände hinwegzog, der wohl zum Großteil aus der halben Nordsee bestand. Quasi das vorverlegte Gautschfest für alle, die es einigermaßen rechtzeitig zu einem der größten Metalfestivals der Welt geschafft haben. Dementsprechend sah es dann auch aus. Aber gut, wir sind ja nicht aus Zucker.

Wacken-Panorama.
Ungläubiger Blick und eingeschlafene Mundwinkel

Während ich nach dem Aufbauen des Schlafgemachs das traditionelle erste „endlich-angekommen“-Festivalbier öffnete, schallte im Hintergrund der Gassenhauer „The Final Countdown“ über das Gelände, mit dem Europe gerade dem Publikum vor der Faster Stage einheizten. Die Schweden machten ordentlich Lärm, es wurde also höchste Berliner S-Bahn, den Weg Richtung Infield anzutreten. Laut Running Order konnte man schließlich auch schon seit gestern Vormittag den musikalischen Darbietungen seiner favorisierten Rumpelkapellen frönen. Als ich das W:O:A nach einem entspannten 15-minütigen Spaziergang, bei dem ich allerlei ulkige Gestalten gesehen hatte, erreichte, erwartete mich erst einmal ein Anblick, den ich SO nicht für möglich gehalten hatte. Ich blieb stehen und schaute mich mit ungläubigen Blick und eingeschlafenen Mundwinkeln um, während zeitgleich die Worte „Was zur Hölle?“, „Ist das euer Ernst?“ und „Ich hatte ja keine Ahnung…“ in meinem Kopf umher schwirrten.

Der Grund für diesen gedanklichen Gehirnfasching: Das gesamte Metal Market– und Wacken Center-Areal bestand doch tatsächlich nur aus einer einzigen Matsch- und Schlammwüste. Und was für einer. Es gab nirgends, wirklich nirgendwo eine einzige Stelle befestigten Weg, geschweige denn eine rasenverwandte Grünfläche zu erspähen. Die Campingplätze konnte man ja wenigstens noch als Wiese bezeichnen (auch wenn diese im Moment zum Großteil unter Wasser stand), aber der erste Blick auf das Festivalgelände bestätigte alle Berichte, die ich jemals über das Wacken gehört und gelesen hatte.

Gebt den Jungs einen Ball und sie sind glücklich.
W:O:A-Alleinstellungsmerkmal: check

Auf dem Infield wurde es sogar noch schlimmer. Mit jedem Schritt sank man im Boden ein, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Den Rekord im „Schritte versenken“ hatte ich an diesem Wochenende erreicht, als mein linkes Bein spontan bis zur Hälfe meiner Wade vom Untergrund verschluckte wurde. Und noch dazu dieser Geruch… So wie der Boden aussah, roch auch die leichte Brise, die über das Festivalgelände zog und bei jedem Atemzug mein Riechorgan füllte. Das Alleinstellungsmerkmal für das W:O:A hatte ich also gefunden. Die Frage, die ich mir dabei immer wieder stellte: Und auf diesem festivalfeindlichen Untergrund fußt eines der größten Metalfestivals der Welt? Wahrscheinlich ja auch gerade deshalb. Das muss wahre Liebe sein…

Aber wir wollen uns mal nicht allzu sehr auf den Untergrund konzentrieren (auch wenn das während des Festivals fast unmöglich gewesen ist), der Holy Ground hatte schließlich noch viel mehr zu bieten als Matsch und einen ganz eigenen Geruch. Zum Beispiel acht(!) Bühnen. Wieder einen Punkt gefunden, bei dem kein anderes Festival in unseren Breitengraden mit dem Wacken mithalten kann. Ich hatte, um ehrlich zu sein, teilweise sogar Schwierigkeiten, den Überblick über alle Bands, die ich sehen wollte, und deren Zeitpläne zu behalten. Bei über 150 auftretenden Musikkombos ja aber auch kein Wunder.

Saltatio Mortis (wer auch immer das ist) am Freitag auf der Harder Stage.
Döner für 4,50 € = Schnäppchen!

Schnell wurde auch klar, dass sich die Veranstalter um Thomas Jensen und Holger Hübner auch bestens um das leibliche und ebenso kosumlechzende Wohl der W:O:A-Besucher sorgen. Insgesamt standen den 75.000 Metalheadz ein ganzer Kilometer Bierpipeline, 200 Food- und 300 Non-Food-Stände zur Verfügung. Dabei gab es auch ganz angenehme Überraschungen – wie zum Beispiel Dönerstände, bei denen man einen Döner für schlappe 4,50 € bekam (im Vergleich mit den 6 € beim WFF beispielsweise ein echtes Schnäppchen).

Und um jetzt den Bogen zum nächsten Foto hinzubekommen, gibt es nun *Achtung Achtung* ein kleine Lehrstunde VWL: Der relativ geringe Preis für die türkische Zwischenmahlzeit kommt ja dadurch zustande, dass sich ein Döner auf dem Nahrungsmittelmarkt des Festivals behaupten muss. Zum Beispiel gegen die hungerstillende Konkurrenz aus dem Hause Pommes rot/weiß oder dem veganen Soyagyros.

Angebot und Nachfrage

Kurze Quizfrage: Welcher Verkaufsschlager aus der Kategorie Bekleidungsstücke hat aber auf dem W:O:A die absolute Monopolstellung inne und keinerlei Konkurrenz zu fürchten? Natürlich, die guten alten Gummistiefel. Die kann man zwar nicht essen (auch wenn sie sich ganz lecker anhören), dafür halten sie aber Füße (und vor allem auch die halbe Wade) trocken. Und weil das auch die W:O:A-Verkäufer wissen, gibt es die Dinger da oben zuhauf. Das Ganze dann allerdings für 12,50 € – pro Schuh versteht sich. Wirklich satte 25 € musste man also für ein paar wasserabweisende Galoschen aus thermoplastischen Kunststoffen löhnen. Die einen nannten es Wucher, die anderen Angebot und Nachfrage. Beide Bezeichnungen hatten dabei auf jeden Fall ihre Berechtigung.

Och, bei dem Schnäppchen schlag ich doch gern mal zu.

Apropos Geld: Was die Ticketpreise betraf, hat sich in diesem Jahr auch einiges getan. Bisher musste man bei einer Anreise am Montag eine zusätzliche Frühanreisegebühr von knackigen 30 € berappen. Am Dienstag dann noch satte 20 € extra und erst ab einer Anreise ab Mittwoch gab es die Tickets zum regulären Preis von 190 € zu ergattern. Das sorgte wiederum dafür, dass viele die tolle Idee hatten, „erst“ zum Bergfest anzureisen, um den ohnehin schon strapazierten Dispo zu schonen. Das Verkehrschaos war vorprogrammiert.

Deshalb entschieden sich die Veranstalter, die Gebühr in diesem Jahr direkt mit den Ticketpreisen zu verrechnen. 220 € galt es deshalb für ein 3-Tages-Ticket für die 28. Ausgabe des W:O:A zu löhnen. Dies war dann wohl auch der Hauptgrund dafür, dass der Ausverkauf des Festivals „erst“ Mitte Juni erreicht wurde (Zum Vergleich: In den drei Jahren zuvor war das Wacken bei einem Preis zwischen 170 und 190 € immer innerhalb von zwei Tagen ausverkauft). Dafür standen den Besuchern allerdings auch zusätzlich kostenfreie Duschen und wassergespülte Toiletten zur Verfügung, welche in den Jahren zuvor auch um die 10-15 € kosteten. Das relativierte wenigstens den deutlich tieferen Griff in die Geldbörse. Naja, zumindest ein bisschen.

Am Dienstagabend stand auf dem Campingplatz ein Wohnwagen in Flammen. Kommentar eines Securitys dazu: „Naja, Wacken eben.“
Cooper war der bessere Manson

Soviel zum schnöden Mammon. Wofür war ich gleich nochmal da? Ach genau, Musik!
Davon gab es ja bei W:O:A auch noch etwas zu hören. Bei mir im Laufe des Wochenendes unter anderem von Megadeth (Dave sieht mittlerweile übrigens aus wie ein unlustiger Helge Schneider…hihi), Architects (<3), Apocalyptica (die ihr Metallica-Cover-Set mal wieder souverän auf vier Chellos herunterfriemelten), J.B.O. (die ich vor zwölf Jahren das erste Mal bei meinem allerersten Konzert gesehen habe – #ichwerdealt), The Dillinger Escape Plan (<3), Marilyn Manson (der einfach mal das längste und überflüssigste Intro der Wackgeschichte hatte und bei dem ich immer noch am Rätseln bin, was er vor seinem Auftritt wohl alles geschmissen hat), Alice Cooper (der, wie mein Mitfahrer auf der Rücktour so treffend beschrieb, der bessere Manson gewesen ist und – um Lemmy die Ehre zu erweisen – als letzten Song Ace of Spades zum Besten gab) und The Amity Affliction (mit denen ich mir während ihres Auftritts (vermutlich unerlaubterweise) die Bühne teilte…nochmal hihi).

Bei Pressekonferenzen bekam man zwischendurch auch das ein oder andere Metal-Urgestein zu sehen. Zum Beispiele eine geschminkte Doro Pesch…

Eine wirkliche Stärke des Festivals: Durch die vielen Bands bietet das W:O:A solch eine unglaubliche musikalische Vielfalt, das für jeden etwas dabei ist. (Wahrscheinlich ergibt dieser Satz jetzt zwar in den Ohren von Menschen, welche mit dem Genre Metal nicht viel anzufangen wissen, keinen Sinn… aber ihr Kunstbanausen könnt ja auch zum nächsten Artikel weiterskippen)

Halbnackte Testosteronbolzen

Neben der Musik gab es auch noch einige andere Veranstaltungstipps abseits der Matschwege zu entdecken. Unter anderem wurden da Poetry Slams, Metal-Yoga und Wrestling-Shows als unmusikalischer Zeitvertreib angeboten. Wenn ich bei zumindest einer dieser drei Veranstaltungen gewesen wäre, könnte ich dir jetzt auch genauere Details dazu nennen. Wie es gewesen ist, ob es lohnenswert war oder eher nö. War ich aber nicht. Metal-Yoga war aber halt auch immer schon um elf (und das am Wochenende!?!) und zum Wrestling wollte ich zwischendurch mal gehen. Wirklich. Ohne Witz. Dann standen aber plötzlich The Dillinger Escape Plan auf der W:E:T Stage und fingen an, den Bullhead Circus abzureißen. Und sorry, aber bei der Wahl zwischen TDEP und einer Horde halbnackter Testosteronbolzen, die sich schauspielerisch auf RTL-II-Nachmittagsniveau befinden, und sich vermeintlich die Lampen im Oberstübchen kaputthauen – da fiel mir die Entscheidung nicht unbedingt so schwer. Hehe.

…oder einen ungeschminkten Alice Cooper.

Wo ich dann aber doch abseits meiner geplanten Bandsetlist gewesen bin, war bei den *und jetzt halt dich fest* Wacken-Seelsorgern. Falls nämlich jemand unter den 75.000 Besuchern Redebedarf hatte, egal zu welchem Thema, standen in Wacken ein Team von Seelsorgern zur Verfügung. Und das jeden Tag bis früh um 4 Uhr. Der Helfer, mit dem ich über ihre Arbeit gesprochen habe, nennen wir ihn jetzt mal spontan Jürgen Domian, sagte mir, dass dieses „Format“ bereits seit neun Jahren auf dem W:O:A existiert.

„Man müsse verstehen, dass ein Festival dieser Größenordnung eine Kleinstadt darstellt. Und wie überall gibt es auch hier Menschen, die manchmal jemanden zum Reden brauchen, wo sie niemanden zum Reden haben. Und dafür sind wir da.“ Viele jüngere Leute würden zu ihnen kommen. Es geht um Beziehungsprobleme, es gibt Schwierigkeiten in der Schule oder sie haben Stress im Abi. Für manche ist es auch der bevorstehende Eintritt ins Arbeitsleben, welcher Sorgen bereitet.

„Viele denken dann: Jetzt fahren wir erstmal nach Wacken, da gibt es diese Schwierigkeiten nicht. Wenn man Freitagnacht allerdings angetrunken feststellt, dass die Woche bald wieder vorbei ist und die Probleme geblieben sind, denkt man doch noch einmal anders darüber. Und auch wenn wir hier für wahrscheinlich 74.750 Leute nicht relevant sein werden, sind die restlichen 250 dafür umso dankbarer, das wir da sind.“

…oder auch Meister Röööhrich (m.) und Brösel.

Mittlerweile kommen sogar Anfragen von anderen Festivals, die ähnliche Formate ausprobieren wollen. Die Seelsorger von Wacken – nicht unbedingt das Erste, was man im Kopf hat, wenn man an ein Musikwochenende denkt, aber eine gute Idee ist es allemal. (Falls du selbst in einer ähnlichen Situation stecken solltest und jemanden zum Reden brauchst oder jemanden kennst, der das tut, melde dich hier bzw. schau nicht weg: 0800/111 0 111)

Nice to know

Nach diesem kurzen Intermezzo abseits der musikalische Pfade des W:O:A folgen nun noch ein paar Zahlen, die dir einen Eindruck davon vermitteln werden, in welcher Größenordnung sich dieses Festival der Superlative in diesem Jahr bewegte:

75.000 Besucher zählt das Festival dieses Jahr. Allein die Größe des Infields beträgt ganze 43.000 m², insgesamt nimmt das Festival eine Fläche von 280 Hektar ein (bei so einer Zahl darf die bekannte Fußballfeldumrechnungsformel zur Veranschauung natürlich nicht fehlen: es sind knapp 390). 45 Kilometer Bauzaun grenzten das Areal ein und 40 Trinkwasserstationen sorgten stets für frisches Nass. Es gab 420 Waschplätze, 850 mobile Toiletten und einen Stromverbrauch an den fünf Tagen von satten zwölf Megawatt (das entspricht auch tatsächlich einer Kleinstadt mit ca. 70.000 Einwohnern).

Insgesamt arbeiteten 5.000 Mitarbeiter an dem Festival, von denen über 150 Bands mit knapp 1.300 Personen zu Buche schlugen. Für den Aufbau brachten 10 Sattelschlepper die Tontechnik ran, 33 waren mit Lichttechnik und 75 Sattelzüge mit Bühnenmaterial bewaffnet. Und um eine reibungslosen Ablauf auf dem Gelände zu garantieren, fuhren permanent 30 Shuttlefahrzeuge, 40 Quads, 40 Motorroller, 40 Geländewagen, 60 Fahrräder und 75 Stapler umher. Eine ganze Menge also. So viel zu den harten Zahlen und Fakten. Machen wir nun zur Entspannung weiter mit etwas Abstrakterem. Mit etwas, was man nicht so einfach festlegen und berechnen kann. Das Wetter zum Beispiel.

Hatte ich schon erwähnt, dass es schlammig war?
Wahres Wackenwetter? Eher nicht…

Das Wetter an den vier Tagen hat mich als alte Wackenjungfer, trotz der unvorstellbaren Schlammmassen, dieses Jahr fast schon ein bisschen enttäuscht. Ich habe vorher so viel Bilder und Videos gesehen und Artikel darüber gelesen, wie hart das Wetter doch jedes Jahr das W:O:A heimsucht. Dass man froh sein kann, wenn es mal nicht regnet usw. Und dann regnet und stürmt es weniger als beispielsweise beim With Full Force oder Rock am Ring… selbst das wettertechnisch fantastische Deichband konnte in diesem Jahr mit mehr Regengüssen glänzen als alles, was ich zwischen meiner Ankunft am Donnerstag und meiner Abfahrt am Sonntag in der schleswig-holsteinischen Gemeinde erlebt habe. Zwischendurch gab es sogar strahlend blauen Himmel, wie das Titelbild beweist. Naja, vielleicht wird es nächste Jahr ja wieder besser. Also schlechter. Je nachdem, was man als echter Wackeran (Verstehste? Wegen Veteran? #sleazekannauchunlustig) eben für das einzig wahre Wackenwetter hält.

Für die nächste Ausgabe, welche vom 02.08. – 04.08.2018 stattfinden wird, sind übrigens bisher folgende Bands bestätigt, die dein Musikplayer bestimmt auch schon das ein oder andere Mal zu Gesicht bekommen hat: Nightwish, Arch Enemy, Running Wild (mit einer exklusiven Festivalshow), Dirkschneider, Doro (mit einer Special Anniversary Show), In Extremo, Sepultura, Amorphis, Watain, Epica, Knorkator, Belphegor, Firewind, Deserted Fear und Bannkreis. Erfahrungsgemäß werden aber wahrscheinlich noch um die 120 Bands dazukommen. 😉

Soweit haben wir’s… und zum Schluss? Da kommt wie immer das abschließende Résumé. Und das sieht wie folgt aus:

Liebes Wacken,
fangen wir heute spaßeshalber mal mit einem negativen Punkt an: Deine Schlammmassen gingen mir echt auf ´n Sack. Am Anfang habe ich noch gedacht, dass es so schlimm ja eigentlich nicht sei. Wenn man weiß, was auf einen zukommt, bereitet man sich einfach anders auf das Festival vor und schon passt es. Man fährt ja schließlich auch nicht mit Bermudas und T-Shirt in den Skiurlaub, sondern packt die langen Hosen und Omis dicke Wollmütze ein. Irgendwann hatte ich bei aller Liebe aber echt einfach keine Lust mehr darauf, mich permanent stapfend fortbewegen zu müssen.
Es war auf Dauer einfach nur nervig und der Geruch von Matsch und Schlamm tat sein übriges. In meinem international-anerkannten Festivalranking schaffst du es deshalb nur auf Platz vier. Hinter dem Deichbrand, WFF und dem RaR

Das ist schade, denn ansonsten war es echt cool. Und bei Themen wie der Identifikation der Besucher mit dem Festival (ich habe vorher noch nie so viele Leute mit T-Shirts des Festivals gesehen, welches sie gerade besuchen) oder in Sachen Sauberkeit der Campingflächen lässt du alle anderen genannten Festivals richtig alt aussehen. (Das war übrigens echt der Wahnsinn. Wenn jemand Ordnung halten kann, dann die Metalheadz aus Wacken. Die Müllsituation bei den Zeltplätzen war für ein Festival dieser Größenordnung durch die Bank weg oberste Schublade.) Sehen wir uns also wieder? Kann schon passieren. Wenn ich das nötige Kleingeld über habe und das Line Up passt, sogar auf jeden Fall. Denn jetzt weiß ich glücklicherweise genau, was mich erwartet, und vor allem auch, was es bedeutet, Besucher eines der größten Metalfestivals der Welt zu sein.

Axel

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