MIA – Willkommen im Club

MIA – Willkommen im Club

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Mit „Willkommen im Club“ erscheint Anfang September das vierte Studioalbum der Berliner Band MIA. Anfeindungen und offenen Ablehnungen zum Trotz hat sich das Quintett um Sängerin Mieze in die erste Riege deutscher Popmusiker gespielt.

Traumwandlerisch beginnt die Melodie. Fröhlich beschwingt schreitet sie voran. Kein Hauch von oberflächlicher Attitüde, derer sich die Popwelt so gerne bedient. „Mein Freund“ heißt das Stück der Band, das sich so mitreißend an den Körper des Hörers schmiegt. Glückshormone auf Tonträger gebannt. MIA weiß zu verzaubern. Seit sich die Band vor einigen Jahren aufschwang, die deutsche Musiklandschaft mit ihrer Anwesenheit zu erfreuen, haben sie einige interessante Erfahrungen gesammelt.

1999 mit englischsprachigem Mädchenpop ins professionelle Musikgeschäft gestartet, folgte bald der radikale Schnitt hin zu lauteren, elektronischen Klängen. Die junge Berliner Elektroszene wusste nicht wie ihr geschah, als sich Mieze & Co ihrer habhaft machten und mit ihren bissig-provozierenden Kampfansagen die Kellergewölbe des unterirdischen Berlins erschütterten.

Nicht allen gefiel diese freche und selbstbewusste Art. In der Folge sahen sich Mieze & Co. immer wieder persönlicher Attacken ausgesetzt. Das gipfelte 2003 gar in Nationalismus-Vorwürfen aufgrund ihrer provokanten Texte.

Die Forderung der Berliner, durch einen offeneren Umgang mit der nationalen Identität und ihrer Symbole das eigene Selbstbewusstsein zu stärken, bekam nicht jedem. Schwarz-Rot-Goldene Musikvideos taten ihr übriges, um die negative Stimmung gegen die fünf auf Hochtouren zu bringen. Zwar waren die Vorwürfe falsch, doch das Thema schlug hohe Wellen. MIA hatten fortan ihren Stempel weg. Der Hohn war ihnen gewiss. Doch gerade als sich manch Gegner schon als Sieger wähnte, rafften sie sich auf und besannen sich ihrer Stärken.

Der Musik. „Hungriges Herz“, „Tanz der Moleküle“. Die Erfolge häuften sich. Auch 2008 will die neue MIA-Platte „Willkommen im Club“ da wieder ansetzen. Nach der frechen, der politischen und provokativen Reifezeit ist es jetzt Zeit, zusammen zu finden. Aufeinander zuzugehen.
Miteinander zu tanzen.
Wer sich da nicht eingeladen fühlt ist selber Schuld.
Daran können dann auch die schönsten Lieder nichts ändern. Leider.

Tim

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