MAGIC CITY – ein zauberhafter urbaner Raum auf Reisen

MAGIC CITY – ein zauberhafter urbaner Raum auf Reisen

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Street Art ist seit 2000 etwa eine richtige eigene Bewegung, davor haben nur einige wenige Künstler sich dem Verschönern der Straßen gewidmet. Zumindest so, wie wir es kennen und was wir heute als Street Art bezeichnen. Anfangs standen im Vordergrund vor allem antifaschistische, antikapitalistische, revolutionäre und sozial engagierte Einstellungen.

SLEAZE + Magic City
Die beiden Kuratoren: Ethel Seno und Carlos McCormick. Das tolle Foto ist von Hardy Mueller!

Street Art ist ja nun mal schon immer der Ursprung vieler hitziger Diskussionen, vermutlich auch, weil es kein einheitliches Manifest dafür gibt und Leute anderen gern vorwerfen: „Das ist keine Kunst! Das kann weg!“ Und natürlich auch das Rätsel, ob Street Art denn nun auch in ein Museum gehört oder nur auf die Straße.

In München findet derzeit die wandernde Ausstellung „MAGIC CITY – THE ART OF THE STREET“ statt. Zuallererst war die Ausstellung für sechs Monate in Dresden zu sehen.

Bis zum 3. September 2017 kannst du dir diese Huldigung an Street Art noch in München in der Kleinen Olympiahalle reinziehen. Im Herbst wird die Ausstellung dann nach Stockholm ziehen.

Die MAGIC CITY ist eine Plattform für Künstler, eine Art Spielplatz, ein magischer Ort, um die wichtigste Kunstform der Gegenwart zu zeigen. Dieser Ort soll einen eigenen urbanen Raum darstellen, in dem die Künstler sich ausleben können. Kunst wie diese entsteht in Lücken und am Rande, sagt Carlo McCormick, einer der bedeutendsten Spezialisten auf dem Gebiet Street Art.
Die Ausstellung soll einige der originellsten und berühmtesten Künstler präsentieren. Diese haben unheimlich viele Möglichkeiten und verschiedenen Herangehensweisen und greifen damit ganz wild in unsere Wahrnehmung ein.

Das Projekt ist eine Liebeserklärung an diverse Städtecharaktere und ihre Vielfalt.

Die Vielfalt spiegelt sich natürlich in jedem Werk wider. So viele individuelle Künstler mit verschiedenen Herkünften, Kulturen und Ansichten und natürlich auch unterschiedlichste Ansprüche an Ästhetik. Die Künstlerin AIKO hat zum Beispiel für die MAGIC CITY einen kompletten Rotlichtbezirk beigesteuert, um auf Themen wie Weiblichkeit und Sexualität zu verweisen. Es werden auch politische und gesellschaftskritische Sujets aufgegriffen, wie das Werk des bekannten Street-Art-Künstlers GANZEER. Seine Installation „Hands Up (Vol.2)“ greift das Problem der rassistisch motivierten Polizeigewalt in den USA auf.

Die MAGIC CITY kannst du sowohl mit als auch ohne Führung besuchen, je nach persönlicher Vorliebe. Allerdings gibt es in der MAGIC CITY keine nervigen Museumsangestellten in Krawatte und mit erhobenem Zeigefinger, sondern nur erfahrene Guides, die sich mit Street Art auskennen und dich nicht mit langweiligen Informationen zum Gähnen bringen.

SLEAZE + Magic City
AIKOs Rotlichtbezirk der magischen Stadt. Hier geht der Fotokredit an Frank Embacher.

Fotos sind in der CITY übrigens erlaubt und sogar erwünscht, also nicht so wie in dem ebenfalls sehr besuchenswerten The Haus. Die Guides helfen dir gerne bei den Werken, die besten Winkel und Möglichkeiten für das perfekte Bild auszuschöpfen.

Wenn du noch ein bisschen Bock auf mehr hast und Hintergründe erfahren willst, gibt es außerdem immer wieder verschiedene interessante Talks, Performances und auch ein Kino.

Etwas ganz Besonderes an dieser tollen Idee ist auch der von dem bekannten Filmkomponisten Lorne Balfe eigens für die MAGIC CITY produzierte Sound der Ausstellung, den du auch bei Spotify streamen oder bei iTunes und Deezer runterladen kannst.

So…zusätzlich zur Ausstellung gibt es noch einen tollen Katalog bei dem Verlag Publikat, ein Buch, geschrieben von dem oben schon genannten Carlo McCormick. Falls du etwas willst, um dich an die MAGIC CITY zu erinnern, das Buch ist gespickt mit allen Infos und tollen Fotografien zu den einzelnen Kunstwerken und auch zu deren Erzeugern und zum Hintergrund der Idee und so weiter…

Doro

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