Mafia III – zwischen Rassismus und Loyalität

Mafia III – zwischen Rassismus und Loyalität

Im dritten Teil der Mafia-Serie geht es um Lincoln Clay, der seine Abenteuer in den späten 60er Jahren in New Bordeaux (üb)erlebt.

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sleaze-mafia_main3Lincoln ist Vietnamveteran und mir von Anfang an sehr sympathisch. Er hat schon als Kind seine Eltern verloren und wurde von einem Gangster und seiner Familie großgezogen. Er ist seiner Adoptivfamilie so, wie es sein soll: loyal. Er würde so ziemlich alles für sie tun. Kurz nachdem er aus Vietnam zurückkehrt ist, bekommt er mit, dass sein Adoptivvater durch einen Streit mit der haitianischen Mafia Schulden bei der Cosa Nostra hat. Klar! Darunter machen es Top-Spiele ja nicht.
Bei einem Treffen mit Sal Marcano, dem Boss der italienischen Mafiafamilie, legt Sal ihm nahe, dass es einen Wechsel innerhalb der Strukturen der „schwarzen Mafia“ geben muss und das Lincolns Vater nicht mehr fähig ist, der Boss zu sein. Er sieht Lincoln als nächsten Boss und empfiehlt ihm, den Adoptivvater aus dem Weg zu räumen. Das kommt für Lincoln nicht infrage und er weist Sals Vorschlag selbstverständlich zurück. Die Schulden seines Vaters zahlt er mit dem Geld eines zeitnah geplanten Raubüberfalls ab. Die italienische Mafia fällt ihm in den Rücken und tötet seine Familie. Lincoln schwört Rache und will New Bordeaux, mit der Hilfe von weiteren Mob-Bossen übernehmen und Sal und seinen Mob eliminieren. Im Gegenteil zu den beiden Spielen zuvor muss der Spieler diesmal nicht in der Organisation überleben, sondern die Cosa Nostra zerstören.

sleaze-mafia_stadt2Die Welt, in der Mafia III spielt, ist diesmal wesentlich größer als bei den Vorgängern. New Bordeaux besteht aus vielen Stadtteilen, welche sich von Atmosphäre und Aussehen entscheidend voneinander unterscheiden. Vom Sumpfgebiet zum Dock bis zum weißen Viertel, in dem Lincoln gar nicht gerne gesehen wird: Die Gesichter der Stadt sind vielfältig gestaltet worden. Kleine Details, zeitgemäße Kleidung, Dekorationen und Autos machen die Stadt zu einem atmosphärischen Erlebnis der späten 60er Jahre. Auch die Gesichter der Bewohner, besonders unseres Hauptcharakters Lincoln und seinen Unterbosse, sind sehr detailgenau kreiert worden.

Erzählt wird Lincolns Geschichte in Form von gut gemachten Rückblenden. Verschiedene Charaktere erzählen in Interviews und ähnlichen Formaten, was in der Zeit passiert ist und wie sich das Geschehen auf seine Geschichte auswirkte. Hinzu kommt ein super Soundtrack der 60er, in dem Musiktitel wie „Paint it Black“ und andere Hits vorkommen.

Der Umgang mit Rassismus

Um die Atmosphäre der Zeit einzufangen, hat Entwickler Hangar 13 „offenen“ Rassismus inkludiert. Sobald man das Spiel startet, befindet sich von Hangar 13 ein Vorwort auf dem Bildschirm. Dort steht, dass sie selber rassistische Ideen und rassistisches Verhalten abscheulich finden. Sie wollten, um Lincoln richtig zu portraitieren, diese Aspekte seines Lebens und das Leben der Menschen in dieser Zeit nicht falsch darstellen. Weiter schreiben sie, dass so einen großer, beschämender Part der Geschichte zu untergraben beleidigend gegenüber den Menschen wäre, die damals daran litten bzw. heute noch damit leben. Im Spiel äußert sich der Rassismus sehr offen. Es gibt zum Beispiel einen rassistischen Radiosender. Je nachdem, in welchen Stadtteil sich Lincoln befindet, reagieren die Menschen auf ihn. Betritt er bestimmte Geschäfte, wird ihm zum Beispiel Hausverbot erteilt. Verlässt er das Geschäft nicht sofort, rufen die Weißen die Polizei. Diese ist besonders aggressiv unterwegs, fragt nicht, sondern schießt gleich auf Lincoln. Klingt vertraut?sleaze-mafia_schleichen2Gute Story mit Copy-Paste-Missionen

Leider, und das ist sehr schade, sind die Missionen sehr monoton. Man macht nach der Einführungszeit immer das Gleiche. Die einzige Abwechslung ist, dass man verschiedene Fahrzeuge klauen muss, unterschiedliche Menschen befragen und an verschiedenen Orten Dealer und Unterbosse töten und deren Territorium übernehmen muss. Es kam mir ein bisschen so vor als hätten die Programmierer die Copy-Paste-Tasten ein wenig zu häufig gedrückt. Dabei ist der Rest so geglückt. Vielleicht war dadurch für die einzelnen Missionen kein Geld oder keine Zeit mehr übrig.

Fazit: Auch wenn die Missionen schon sehr monoton gestaltet sind und die Geschichte des Spieles sehr voraussehbar ist, glänzt Mafia III mit einer guten, reflektierten Story, einer großen, offenen, im 60er-Jahre-Stil typisierten Welt und einem unglaublich guten Soundtrack.

Magda

Titel: Mafia III
Publisher: 2K Games
VÖ: bereits veröffentlicht
Plattformen: Xbox One, PS4, Windows

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