Lost Boys – Fun ist ein Stahlbad

Lost Boys – Fun ist ein Stahlbad

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Lost Boys sind „3 guys, what a surprise“, die klingen wie eine Mischung aus Masada und Todlowski. Das mag vermutlich daran liegen, dass 2/3 der Lost Boys 2/2 von Todlowski ergeben und 1/3 eben jener wiederum 1/4 von Masada darstellt. Alles klar? Du kennst vermutlich keine der drei Bands. Das könnte daran liegen, dass sie allesamt nicht auf Instagram zu finden sind. Klingt komisch, ist aber in der Tat wahr.

„Visualisier dich um Glück und Verstand. Du bist nicht interessant.“ – Galerie

Mit „Fun“ haben die drei – also die drei Jungs, nicht die drei Bands – am Montag ihr zweites Album via Bandcamp veröffentlicht. Am 9. April sollen die insgesamt zehn Songs dann zusätzlich auf Vinyl erscheinen. Beteiligt am Release werden I.Corrupt Records, A Fond D´Cale, Desordre Ordonne, Dingleberry Records, Don´t Care Records, La Soja, Lost State Records und Rakkerpak Records sein. Japp, so ist das in der DIY-Szene (was „Do it Yourself“ bedeuten soll, also quasi „Bau dir deinen Scheißhaufen selber“, um es in den Worten dieses Todlowskis zu erklären). Jede*r darf mit anpacken, um gemeinsam etwas ganz, ganz Großes auf die Beine stellen zu dürfen.

„Kunst ist auf jeden Fall kein Tagebuch“ – punk singer
SLEAZE + Lost Boys mit Fun
Die verlorenen Jungs

Wo sie dem Punk zwar treu bleiben, kommen die zehn Songs insgesamt eine Ecke düsterer rüber. Außerdem meine ich, vereinzelte Noise-Elemente herauszuhören – keiner muss wissen, dass ich eigentlich gar keine Ahnung von Noise habe.

Ansonsten fällt es mir schwer, andere Vergleiche als die bereits zu Beginn genannten aufzuzählen, da sich zwar aus verschiedenen Richtungen bedient wird, letztlich dann aber doch irgendwie etwas Neues entsteht, was wiederum eigentlich gar nicht so neu sein kann. Auch das klingt komisch, klingt aber letztendlich richtig gut.

Um nicht gänzlich in abgedroschene Phrasen abzudriften, sei gesagt, dass Lost Boys mit diesen zehn Songs wie eine Dampfwalze über dein Tagebuch fahren, sich selbst aber im Anschluss daran dafür vergeben. Herzallerliebst, die drei.

„Und ja, ich habe dich gehasst. Und ich habe mir dafür vergeben.“ – Vergebung (Pt.1)

Tischgebet

Was mir schon immer bei allen drei Bands, und somit selbstredend auch bei den Lost Boys, gefallen hat und worüber ich noch immer gerne eine Instagram-Story machen wollen würde, ginge es bei Instagram nicht vor allem um die Bebilderung der eigenen Belanglosigkeit, sind die Texte, die sich wie ein „Tischgebet“ lesen lassen.

Hier und da meine ich zu wissen, was mir gerade entgegen gebrüllt wird und was damit ausgedrückt werden soll. Alles in allem bleibt am Ende dann aber doch ein großes Fragezeichen. Ist ja immerhin Kunst. Und sobald Kunst verstanden wird, kann es keine Kunst mehr sein.

„Was für ein armseliger Ausschiss. Ein wiedergekäuter, leichtverdaulicher, fettreduzierter Ausblick.“ – punk singer

SLEAZE + Lost Boys mit Fun
Cover: merken!

Für mich ist das schon jetzt bereits die beste Platte des Jahres – außer natürlich, Masada oder Todlowski sollten 2018 noch ein Album veröffentlichen. Würde ich bei Reviews mit Punkten arbeiten, wie das ja in der Musikjournaille offensichtlich beliebt zu sein scheint, wären Lost Boys mit dem Release von „Fun“ auf jeden Fall Influencer. XXX

Pascal

Künstler: Lost Boys
Album: Fun
Label: I.Corrupt Records, Dingleberry Records etc.
VÖ: 09.04.2018

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