Lieber Trunken statt Blau

Lieber Trunken statt Blau

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Alkohol. In unserer Gesellschaft ist er omnipräsent. Er ist überall verfügbar, man sieht in den Großstädten viele seiner Auswirkungen, seien es nun Obdachlose, Erbrochenes oder schlicht die Werbung. Einer der ersten deutschen Fußball-Trikotsponsoren war eine Spirituosenmarke. Dass Sport und Alkohol (oder Zuckerbrause) eine komische Kombination ist, stört ja bis heute niemanden. Wenn der Alkohol aber so dominant ist in unserer Gesellschaft – warum gibt es eigentlich keine richtige Aufklärung darüber?

SLEAZE + Trunken
Da schwingt der Autor eines seiner Re-Zepter…

Marcus Reckewitz nahm sich in seinem Buch Über die Kunst der Trunkenheit ein Stück weit dem Thema an. Er erzählt auf über 250 Seiten von Alkohol, seinen Menschen, die ihn so gern trinken und was es überhaupt mit dem Alkohol auf sich hat. Und damit es nicht zu Missverständnissen kommt: Marcus ist nicht gegen Alkohol – auch wenn es bei der giftigen Flüssigkeit sicher einige Gründe gäbe. Der Untertitel drückt es schon sehr elegant aus: Plädoyer für den gepflegten Rausch.

Trinken mit Halm und Sti(e)l – ist möglich!

Es geht also weder um Fruitinator auf Lapalingo noch um Koma-Säufer oder diejenigen, die ihren Frust in Alkohol ertränken, sondern um den gediegenen Trinker. Der mit Stil seinen Rausch genießt, ohne dann unflätig oder gar handgreiflich zu werden.
Ein Wein zum abendlichen Film, ein Sektfrühstück mit Freunden, ein Whiskey-Tasting mit Freunden oder einen Longdrink, während man über sein neues Buch und das Leben nachgrübelt (selbstverständlich darf in so einem Buch Ernest Hemmingway nicht fehlen.)
Diese Situationen und andere Begebenheiten positioniert Marcus Reckewitz  in der Geschichte, ordnet es Personen, Gesellschaften und Religionen zu, ohne dabei abzuverlangen, dass man als Leser ein Geschichts-, Kulturwissenschafts- oder Philosophiestudium absolviert hat.

Wenn es dann mal doch philosophischer zur Sache geht, findet man Pause mit den platzierten Rezepten, die sich selbstverständlich um lecker zubereiteten Alkohol drehen, wie zum Beispiel einen Martini Dry, einen Harvey Wallbanger oder einen Daiquiri. Zu den Rezepten werden ganz nach Stil des Buches noch deren Geschichten erzählt: Weißt du zum Beispiel, wie der Mai Tai zu seinen Namen gekommen ist? Was der Drink Vesper mit James Bond zu tun hat? Oder was die Sumerer mit Bier am Hut hatten?

SLEAZE + Trunken
Pflichtlektüre für das intellektuelle Trunken(-Da)sein

Das Buch präsentiert natürlich viele Antworten und ist meiner Meinung nach eine Lektüre für jeden Genusstrinker und Fan dieser Thematik. Es eignet sich gut um Abends mal abzuschalten und mit einem Drink diese Anekdotensammlung durchzugehen. Es ist mit viel Witz geschrieben und Aha-Momente sind hierbei garantiert. Eine klare Empfehlung also für dich, wenn du dich mit dem Thema auf eine gewitzte und unkonventionelle Weise auseinandersetzen möchtest.

Cheers! Sláinte! Chin-chin! Salud! Prost!
Magda

Titel: Über die Kunst der Trunkenheit
Autor: Marcus Reckewitz
Verlag: Anaconda Verlag
Sprache: Deutsch
Buch: gebundene Ausgabe, 256 Seiten
Preis: 7,95

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