Lesenswert im Juli und August

Lesenswert im Juli und August

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Weltquell des gelebten Wahnsinns: Skurrilitäten aus der Welt der Wissenschaft
Autor: Henry Glass
Verlag: Kein & Aber
VÖ: August 2008
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Im tiefsten Herzen sind Wissenschaftler eigentlich Rocker (siehe auch GEEK TATTOOS): „Born to wild research“ sozusagen. Dem Spiegel-Redakteur Henry Glass war das schon lange klar und deshalb berichtete er 20 Jahre lang über verblüffende Entdeckungen und Erkenntnisse sowie andere Torheiten aus der Geschichte der Menschheit.
Warum eigentlich bellen Hunde? Sind Exzentriker glücklicher? Was lässt sich über die Flatus-Frequenz von asiatischen Wasserbüffeln sagen? Mit seiner Spürnase für Absurditäten, und einer ordentlichen Portion Schalk und britischem Humor, widmete sich Henry Glass allerlei Querschlägern der Forschung.
Glass vergleicht die Zeichensprachen der europäischen Völker und präsentiert neue Ergebnisse zum Thema „Frau am Steuer“. Er porträtiert die Träger des Ig-Nobelpreises, dem wichtigsten Preis für nutzlose Forschung. Er berichtet von den dümmsten Feldherren der Geschichte, wie dem Griechen Hajianestis, der seinen Krieg gegen die Türken vom Bett aus führte, oder dem englischen Lord Raglan, der sich nie merken konnte, wer Freund und wer Feind war.
Ei der Daus, was sind Menschen possierlich.


Dr. Siri und seine Toten

Autor: Collin Cotterill
Verlag: Manhattan
VÖ: Juli 2008
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Gerichtsmediziner scheint ein neuer Traumjob zu sein. Überall sind sie auf einmal im Fernsehen zu finden, zig erfolgreiche Krimiserien handeln von ihnen (Kay Scarpetta…). Gerichtsmediziner sind perfekt ausgebildet und arbeiten mit den modernsten Methoden an der Aufklärung von Todesfällen.
Dr. Siri ist da etwas anders.
Nach der Revolution ist Dr. Siri zum neuen Gerichtsmediziner (dem einzigen in ganz Laos) ernannt worden. In der noch jungen Demokratischen Volksrepublik Laos hat er den Posten bekommen, weil er der Einzige ist, der wenigstens fast geeignet wäre.
Gut, er ist Arzt, kein Pathologe. Als dieses Thema im Studium behandelt wurde, hatte Dr. Siri nur Augen für Mädchen. Die neue kommunistische Regierung findet er zudem auch nicht so prickelnd. Er ist nur Kommunist geworden, damit er bei (s)einer Frau landen konnte.
Nichtsdestotrotz ist er jetzt der einzige Pathologe in Laos und seine Ausrüstung besteht aus zwei französischen Lehrbüchern von 1948. Und als wäre die Lage nicht schon schwierig genug, gibt es Vorgesetzte, die gern sähen, wenn jeder Todesfall eine natürliche Ursache hätte – denn im Kommunismus kann es keine Verbrechen geben.

Dämliche Dämonen
Autor: Royce Buckingham
Verlag: Penhaligon
VÖ: August 2008
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Nathan Grimlock hat von seinem Pflegevater eine undankbare Aufgabe geerbt: Er muss ein Haus voller Dämonen hüten und verhindern, dass seine nervtötenden Schützlinge überall Chaos verbreiten. Vor allem das TIER, das tief unten im Keller haust, darf auf keinen Fall entkommen! Eines Tages jedoch geschieht die Katastrophe: Das TIER bricht aus. Und es hat großen Hunger auf Menschenfleisch. Zur Krönung halten es ein paar der Dämonen für Ehrensache, Nathan zu helfen, das Monster wieder einzufangen – ob ihr Hüter es nun will oder nicht.

Märchenprinz
Autor: Marian Keyes
Verlag: Heyne
VÖ: August 2008
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Gleich zu Anfang: Ja, es ist ein Frauenroman. Aber keine Sorge, es geht NICHT um eine gutverdienende PR-Tante, die einen charmanten, aber widerborstigen Chef hat, auch den Klempner knorke findet und nicht weiß, ob ihre Gucci-Handtasche zu den Pumps passen. Nein, nein, nein!

Marian Keyes schreibt wunderbar komisch und herzerwärmend über irische Frauen, die vom Leben so richtig gebeutelt werden. In diesem Fall ist wieder ein Mann schuld. Anstatt Lola das Frühstück ans Bett zu bringen, heiratet der lieber eine andere.
Lola zieht sich in ein irisches Minidorf zurück und heilt ihre Wunden mit blutrünstigen Filmen à la Kill Bill. Und weil Rache ziemlich Spaß macht, kümmert sie sich in liebevoller Weise um den stinkigen Herzensbrecher.

Warum Affen für die Liebe zahlen
Autor: Jörg Zittlau
Verlag: Ullstein
VÖ: August 2008
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Ganz ehrlich: Tiere sind auch nur Menschen. Anders lässt sich dieses Buch nicht erklären. Jörg Zittlau hat mal wieder nachgewiesen, dass unsere Tierwelt alles andere als vollkommen ist und präsentiert uns Verhaltensweisen, die dem Fortleben in der Evolution nicht gerade förderlich sind.
So kann sich der Ziesel nach dem Winterschlaf an nichts mehr erinnern, was in seinem Leben zuvor geschah, während der Regenwurm sich ausgerechnet beim Sex zum willfährigen Opfer von Vögeln macht. Männliche Krähen stoßen beim Schauflug für die Angebetete tollpatschig mit Rivalen zusammen und die Meerechse ignoriert vor lauter Coolness selbst den Feind in unmittelbarer Nähe – bis es zu spät ist.
Ein großer Trost für die menschlichen Tiere: Offensichtlich kann man selbst mit haarsträubenden Schwächen prima durchs Leben kommen.

Ausländisch für Notfälle (CD)
Herausgeber: Bündnis für sicheres Reisen
Sprecher: Überraschungsgast
Verlag: Lübbe Audio
VÖ: August 2008
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Das streng geheime „Bündnis für sicheres Reisen“ hat sich hier zusammengetan und unter Einsatz des eigenen Lebens einen Leitfaden verfasst, der unser aller Leben auf unvermeidbaren Auslandsreisen schützen soll.

Vermutlich seid ihr bisher völlig unvorbereitet verreist. Sicher, ihr habt die Reiseapotheke auf abgelaufene Haltbarkeitsdaten überprüft. Aber habt ihr euch auch mit den alltäglichen Gefahren eures Urlaubslandes beschäftigt? Wie reagiert ihr, wenn ihr in Schweden von einem Elch verfolgt werdet, in Süditalien ins Fadenkreuz der Mafia geratet oder eine Notamputation vornehmen müsst?
Greift zu der mächtigsten Waffe der Welt: dem Wort.
Mit über 200 lebensrettenden Sätzen in mehr als 20 Sprachen, z. B. „Tsche schsschipzä kleschtscha nadayong chä dla patientuff sss pokschifkong?“ (polnisch für „Ist diese Zeckenzange auch für Nesselsuchtpatienten geeignet?)


Ich bring mich um die Ecke

Autor: Erlend Loe
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
VÖ: August 2008
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Julie, 18 Jahre alt, Tochter aus bestem Osloer Hause (der Pool wird gerade neu gefliest, in der Garage steht der BMW neben dem Jaguar) ist plötzlich auf sich allein gestellt: Vater, Mutter und Bruder sind bei einem Flugzeugabsturz über Afrika ums Leben gekommen. Als ein halbes Jahr nach dem Unfall Silvester vor der Tür steht, hat sie nur einen Vorsatz für das neue Jahr: selbst zu sterben.

Julies größte Schwierigkeit bei ihrem Vorhaben ist jedoch ihr Standesdünkel, der sie davon abhält, irgendeinen gewöhnlichen Selbstmord zu begehen. Nachdem ihre Versuche in Oslo scheitern, verlässt sie die Stadt und begibt sich auf eine wirre Reise, immer auf der Suche nach dem exklusiven Tod. So versucht sie, sich von einem Lustmörder umbringen zu lassen, der leider völlig harmlos ist, versteckt sich auf einer Geflügelfarm in Rumänien, um die Vogelgrippe zu bekommen, und denkt darüber nach, Mohammed-Karikaturen anzufertigen. Erst als sie tatsächlich kurz vor dem Ziel steht, überlegt sie es sich anders. Zu spät?

2 KOMMENTARE

  1. Ungeheuerhirnschleimschnellkochtopfgericht

    Die Pöbelpocke platzte
    als das flachbrüstige Mädchen patzte
    ein wenig Schmör rann aus den Pickelporen
    auf der Visage zwischen großen Ohren
    Der Schmör mutiert
    ein Ungeheuer war geboren

    Das Weiblein war 230 Jahre alt
    das Ungeheuer schrie
    ich mach sie kalt
    ich mach sie kalt
    es hallt
    im Tunnellabyrinth

    Das Pöbelpockenkind
    es wächst geschwind

    Das Weiblein mit dem Pamperspo
    ist nicht besonders froh
    sie will nur weg
    doch hört hört hört

    Everlast is back from the Dead
    he came to shoot a bullet in your head
    why did you try to fuck him yesterday
    although you knew it was too late
    now you’re afraid
    it is too late
    you wanna run?
    just run run run
    I point my gun and pull the trigger
    the bullet hits your head
    and you’re motherfucking dead

    Doch ist das Ungeheuer schlecht im Zielen
    und so misslingt es ihm
    die Krummbeinige zu kriegen
    die kann auch fliegen
    und versucht
    auf diese Weise zu entkommen
    das Monster sieht verschwommen
    ihre Konturen schwinden
    es weiss
    es wird sie niemals wiederfinden
    nimmt die Kanone
    und ballert sich ganz ohne
    Skrupel in den Ungeheuerkopf

    Das war’s? Du Tropf!

    Das Pöbelpockenwirtsgesicht
    ist schlicht
    enttäuscht
    das todbringende Geräusch
    platzender Monsterschädelknochen
    hat alle Ängste in ihr abgestochen
    und wieder macht der Überdruss sich in ihr breit
    das Dasein ist so öde ohne Streit
    jetzt ist auch noch die Pöbelpocke unflätig schnell verheilt

    Wie ungeil
    denkt die Pinballkönigin von einst
    und weint
    Krokodilstränen
    vielleicht muss ich hier noch erwähnen
    das schmalmündige Weibsgesicht
    frisst ab und an ganz gern
    ein Ungeheuerhirnschleimschnellkochtopfgericht
    ja doch
    ich sehe
    sie ist ganz erpicht
    auf dieses
    Ungeheuerhirnschleimschnellkochtopfgericht

    Ladidelda lalah lalah
    ladideldum dumdum dum dum
    ICH bring sie alle alle um

    Hmmmm hmm hm hm
    summt sie durch ihre lange Nase
    bevor sie ihre Blase
    über dem Schnellkochtopf entleert
    denn es ist sicher nie verkehrt
    den Hirnschleim so zu würzen
    auch
    um den Hirnschleimkochvorgang
    ein bisschen abzukürzen

    Aaahh
    wie das riecht
    das Weiblein kriecht
    auf allen Vieren
    um das Kochgerät
    und kräht
    Pau Pau Pau pow Pau Pau
    Wau Wau Wau wow Wau Wau
    ki ke ri kiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih!!!

    Das ist ein Zauberspruch
    der funktioniert im Suff
    und öffnet jede Gruft
    im Tunnellabyrinth

    Und all die toten Ratten
    erheben sich
    reanimiert
    beginnen sie
    sich zu begatten
    und lauter Schatten
    wie aus dem Nichts erschienen
    kommen
    um die Ratten zu besiegen
    diese Ratten
    die sich begatten
    und dabei summen wie die Killerbienen

    Heissa! ein lustiges Gemetzel!
    freut sich die
    Ungeheuerhirnschleimschlürfende
    doch plötzlich biept der Wecker
    und beendet das Geklecker

  2. The design for your site is a bit off in iCab. Still I like your website. I may have to install a „normal“ browser just to enjoy it. 🙂

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