Kuscheln & fahrlässige Tötung

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Gleich der Titel des Films SLEAZE.Verbrechen1vereint die zeitlosen Publikumsmagneten Sex & Crime. Es gibt ja offenbar kaum jemanden, der Shades of Grey nicht gelesen oder gesehen hat. Krimis und Verbrechen sind ganz besonders im deutschen Fernsehen äußerst beliebt und Agatha Christie gehört nach wie vor zu den erfolgreichsten Buchautoren der Welt. Trotzdem bedient dieser neue deutsche Spielfilm beide Genres nicht so richtig. Es ist eher eine Komödie, bei der man ständig das Gefühl hat, dass man jetzt eigentlich nicht lachen dürfte.

Valentin erhält einen Anruf von seinem Freund Theo und wird gebeten, so schnell wie möglich zu ihm zu kommen. Daraufhin kommt Valentin zu seinem eigenen Haus, dass er Theo für diese Nacht zur Verfügung stellte. Theo offenbart Valentin, dass er aus Versehen seine nächtliche Errungenschaft umgebracht hat. Doch – Achtung, tief durchatmen! – natürlich ist nichts so, wie es zu sein scheint.

Der Film macht am meisten Spaß, wenn man mehr als das gar nicht weiß. Es gibt mehrere Handlungsstränge, teilweise sogar vier gleichzeitig. Dadurch erschließt sich, wie üblich bei solchen Filmen, nach und nach, was wirklich passiert. Nur geht dieser Film noch mehr Umwege. Oft glaubt man zu wissen, was vorgefallen ist, doch dann kommt in der nächsten Szene noch eine Komponente hinzu und für den Augenblick passt es nicht mehr zusammen. Für etwas Ordnung sorgt die Tatsache, dass es leicht ist, die Handlungsstränge chronologisch einzuordnen.

"Sex & Crime"Das Beste an Sex & Crime ist für mich aber nicht die Story. Diese ist auf jeden Fall spannend und zu Anfang ist man auch wirklich völlig ahnungslos. Doch kennt man dieses Muster aus anderen Filmen und auch die Motive und das Verhalten der Figuren sind relativ typisch. Das Besondere sind die Darsteller. Wotan Wilke Möhring schafft es wie so oft, zu einer Person zu werden, die man nicht mag, ihr aber trotzdem folgen möchte. Claudia Eisinger spielt mit einem Charme, wie ihn auch Mila Kunis ausstrahlt. Nur wirkt sie in ihrer Art rauer und natürlicher. Kleine Gags sind außerdem in Form von Referenzen, Namen und vor allem dem Nebendarsteller Schneeflocke zu finden. Den Namen hat er seiner Kokainschwäche zu verdanken. Hund Hannibal wiederum beißt gerne in Herrchens Beine.

Fazit ist, dass es hier wenig Sex & Crime gibt. Etwas mehr Verbrechen hätte sich die eine oder andere Figur wahrscheinlich gewünscht. Mit mehr vom ersten wäre es eher ein Wild Things-Abklatsch, wenn auch nicht so genial. Aber der Titel passt natürlich zum Humor des Films. Trotzdem macht Sex & Crime Spaß und man fiebert mit beim Schauen. Die Darsteller sind super. Auch Protagonist Theo wird von Fabian Busch als bemitleidenswerter, harmloser Autor grandios gespielt. Regisseur Paul Florian Müller hat tolle Ideen, doch schlussendlich nichts, das man nicht schon irgendwo gesehen hat. Zugegebenermaßen ist das auch echt schwer bei der Masse an Filmen, aber trotzdem schade. Denn direkt nach dem Kinobesuch gibt es nur wenig, das einen an diese spezielle Komödie zurückdenken lässt.

Maurin

Titel: Sex & Crime
Regisseur: Paul Florian Müller
Dauer: 82 Minuten
VÖ: 24.03.2016
Verleih: Camino Filmverleih

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