Knarren, Burger und Boxhandschuhe – das Kino im April

Knarren, Burger und Boxhandschuhe – das Kino im April

Die Luft wird wärmer, die Abende länger und die Grünflächen voller. Ganz genau, der Frühling ist da! Aber nur, weil du die trüben Wintermonate überstanden hast, ist das noch kein Grund, nicht mehr ins Kino zu gehen. Doch siehe am besten selbst!

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Auch der April hat einige gute Filme zu bieten. Die könnten unterschiedlicher nicht sein. Von 70er-Jahre-Schießereien in Free Fire über Goldgräber in Gold bis zu knalliger Weltraum-Action in Guardians of the Galaxy Vol.2 ist alles vertreten. SLEAZE gibt dir einen Überblick der Highlights.

6. April

Free Fire

Wenn man das Wort Kammerspiel hört, denkt man für gewöhnlich an viel zu langweilige Theaterstücke oder verkorkste Kunstfilme. Aber Kammerspiel kann auch anders, wie Ben Wheatleys (High Rise) neuer Streifen beweist. Da wird ausnahmsweise mal so richtig geballert, geflucht und geblutet. Wer jetzt schreit: „Aber was ist mit Reservoir Dogs?“, dem sei gesagt, dass der Film trotzdem angenehm anders ist.

Fröhliches Dahinbluten im Kugelhagel

In Free Fire wird nicht lange rumgefackelt. Direkt startet es mit einem Waffendeal in einem alten Lagerhaus zwischen verruchten IRA-Terroristen und einer Truppe abgedrehter Gangster. Tja, lange geht das nicht gut und nach kürzester Zeit gehen sich die beiden Parteien an die Gurgel. Praktisch, dass ja die ganze Halle voller Waffen ist.

Was folgt, ist ein endloser Schusswechsel, bei dem keiner mehr so recht weiß, auf wen er da gerade schießt. Klingt jetzt erstmal recht flach, ist aber tatsächlich unterhaltsam, weil das Ganze eine Menge schwarzen Humor, ein lässiges 70er-Setting, coole Charaktere (unter anderem ein schnauzbärtiger Cilian Murphy und die wunderschöne Brie Larson) und jede Menge gut inszenierte Action in petto hat. Ist nicht für jeden was, aber man kann durchaus Spaß mit dem Film haben.

Tiger Girl

Wir sind ja eigentlich immer recht vorsichtig, wenn es um deutsche Filme geht. Da wird man nämlich oft enttäuscht. Tiger Girl könnte aber eventuell ganz cool sein. Der ist nämlich von Regisseur Jakob Lass, dem wir seit 2013 auch den Quasi-Dogma-Film Love Steaks zu verdanken haben. Der war ja gar nicht schlecht, aber nicht jedermanns Geschmack.

So wird es sich auch bei Tiger Girl verhalten. In dem geht es um zwei rebellische Teenager-Mädchen, Vanilla (Maria Dragus) und Tiger (Ella Rumpf), die mit ihrem Leben nicht wirklich was anzufangen haben. Außer dass sie eine Uniform tragen wollen, um mal Macht gegenüber ihren Mitmenschen auszuleben. Und so werden sie zunehmend gewalttätig, nachdem Vanilla die Aufnahme in die Polizeischule nicht geschafft hat.

Das Ganze ist im Grunde ein Coming of Age-Film, der sich aber nicht ganz festlegen will, ob er wirklich einer ist. Es geht viel um das Entdecken der eigenen Persönlichkeit und das Ablegen gesellschaftlicher Normen, was mit viel Sexualität und Gewalt behandelt wird. Relatives Neuland für den deutschen Film.

13. April

Abgang mit Stil

Mit Zach Braffs neuem Film Abgang mit Stil kommt eine altbewährte Formel in die Kinos. Alte Knacker, die an ihrem Lebensabend nochmal so richtig die Sau raus lassen. Teilweise gab es das ja auch schon mit den Leuten aus diesem Cast, denn dabei sind Morgan Freeman (hat das bereits in Das Beste kommt zum Schluss und Last Vegas gemacht), Alan Arkin (Little Miss Sunshine) und Michael Caine (Ewige Jugend).

Die alte Garde macht den Abgang

Die drei spielen ein Trio aus braven Rentnern, welchen der Rentenfond eingefroren wurde. Um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien, beschließen die betagten Herren, die Bank auszurauben, die Schuld an dem Schlamassel ist. Aber ein Bankraub mit 70 Jahren auf dem Buckel ist eben ein ganz schönes Manöver, und so kommen die drei von einer absurden Situation in die nächste.

Klar, hier wird nicht das Rad neu erfunden. Heist-Movie mit Rentnern, das ist doch ein alter Hut. Da gab’s doch auch schon Bruchreif, bei dem ja auch schon Morgan Freeman mitgespielt hat. Was einem aber Hoffnung für den Film machen sollte, er ist von Zach Braff (J.D. aus Scrubs). Dessen Arbeiten waren bisher immer ziemlich Indie-mäßig und echt gut, allerdings dürften die dem Anschein nach auch ganz schön anders sein als Abgang mit Stil. Gute Comedy ist er aber bestimmt.

Gold

Mit Gold kommt, wie auch Die Versunkene Stadt Z, ein spannender, auf einer wahren und absolut abenteuerlichen Geschichte basierender Film in die Kinos. Naja, fast. Sagen wir mal „von einer inspiriert“. Trotz allem darf man sich bei dem Film auf zwei Stunden perfekte Unterhaltung freuen.

Im Großen und Ganzen wird die Lebens-(und Leidens)Geschichte eines Geschäftsmannes, der im Goldbusiness unterwegs ist, erzählt. Kenny Wells, so sein Name, durchlebt Ende der 80er eine ziemliche Flaute und investiert zusammen mit einem durchfuchsten Geologen seinen letzten Cent in eine Schürfstelle im indonesischen Dschungel.

Der Film hat eigentlich alles, um einen bei Laune zu halten: Abenteuer im Grünen, große Emotionen, Humor, eine interessante, unvorhersehbare Story und einen Matthew McConaughey (mit Bierbauch und Halbglatze!) mit Glanzleistung. Außerdem ist der Film durch die tolle Kameraführung und das Erzähltempo auch zum Anschauen pures Filmgold und den Preis einer Kinokarte absolut wert.

 20. April

Bleed for This

In den letzten Jahren wurden wir mit zahlreichen Filmdramen über Boxer wie zum Beispiel The Fighter beschert. Die konnten fast immer mit der perfekten Mischung aus Emotionen und „Auf die Fresse“ dienen. Jetzt gibt es wieder einen neuen auf der Liste, und zwar Bleed for This. In den USA bereits letztes Jahr erschienen, boxt er sich nun auch durch unsere Kinos.

Erzählt wird die wahre Lebensgeschichte des jungen Leichtgewichtboxers Vinny Pazienza, auch lässig „The Pazmanian Devil“ genannt. Boxchamp Vinny, der von Miles Teller (Whiplash) gespielt wird, kommt bei einem Autounfall zwar knapp mit dem Leben davon, bricht sich dabei allerdings das Genick. Die Ärzte sagen ihm, dass er vielleicht nie wieder laufen kann. Der Jungspund lässt sich von denen aber gar nichts sagen, und zusammen mit seinem Trainer gelingt ihm das legendäre Comeback in den Ring.

Man sollte hier nicht den nächsten Rocky erwarten, aber ein spannendes Sportdrama mit ein paar schönen Szenen, in denen sich schweißüberströmte Muskelmänner vermöbeln, ist Bleed for This mit Sicherheit.

Eye of the Tiger

The Founder

Weil wir natürlich (keine) Fans von kapitalistischen Riesenunternehmen sind, freuen wir uns ganz besonders auf The Founder. Dieses Biopic dreht sich nämlich um die Gründung der Fast-Food-Kette McDonalds, und insbesondere den Vertreter Ray Kroc.

Der verwandelte das innovative Restaurant der beiden McDonalds-Brüder mit einer Kombination aus Ehrgeiz, Beharrlichkeit und Rücksichtslosigkeit in einen der weltweit größten – und qualitativ schlechtesten – Gastronomiebetriebe der Welt.

Wer also schon immer mal wissen wollte, wie es dazu kam, dass das goldene M so allseits präsent ist, sollte sich dieses Filmchen ansehen. Und für alle, die das allseits präsente goldene M ziemlich doof finden, sollte der Film auch was sein, denn er ist auch ganz schön kritisch gegenüber dem Unternehmen. Abseits davon gibt es auch noch Michael Keaton (Birdman) in der Hauptrolle, Nick Offerman (Parks and Recreation) in einer Nebenrolle und ein tolles 50er Jahre Setting zu sehen. Ein richtiges Happy Meal also.

27. April

Guardians of the Galaxy Vol.2

Das Weltraumabenteuer und Kassenwunder von 2014 geht in Runde zwei! Den quitschbunten Popcorn-Film, der auf den Marvel Comics basiert, konnte man sich ja, im Gegensatz zu den Avengers- und Captain America-Filmen, die bei einem eher Brechreiz als Spaß hervorrufen, schon ansehen.

Diesmal reist die muntere Truppe um Peter Quill (Chris Pratt) und den sprechenden Waschbären bis ans Ende des Universums (geografisch gemeint, nicht wie bei Per Anhalter durch die Galaxis), um das Geheimnis um Peters Familie zu lüften. Dabei verwandeln sich alte Feinde zu neuen Freunden, und auch einige neue Charaktere tauchen in dem Spektakel auf.

Die Guardians beim Wolken zählen

Zu erwarten ist Blockbuster-Extravaganza, gespickt mit vielen Lachern und Kurt Russell. Wer innovative Science-Fiction sucht, sollte sich lieber die DVD von Arrival besorgen, aber Unterhaltung wird mit Sicherheit geliefert.

Simon

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