Kinovorschau zum Anschauen, Teil Juli

Kinovorschau zum Anschauen, Teil Juli

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Sommerhoch mit Spionen, Aliens und Riesen – alles, was das Kinoherz begehrt.

Im Juli warten wirklich unterschiedliche Filme auf die geneigten Zuschauer. Neben Blockbuster-Kost wie etwa Star Trek Beyond und Independence Day: Wiederkehr gibt es auch Kinder- und Animationsfilme und die sehr zu empfehlenden Toni Erdmann und Wiener Dog. Gerade letzterer ist ein unbedingter schräger Tipp unserer Redaktion!

SLEAZE.tangerine
Let’s do the Tango / Tangerine

7. Juli

Tangerine L.A.: Der Amerikaner Sean Baker machte zuerst mit Starlet (2012) auf sich aufmerksam, der im Porno-Millieu von L.A. spielt und die junge Dree Hemingway bekannt machte. Sein neuer, im Original schlicht Tangerine betitelter Film spielt nun in der Transgender- und Prostituierten-Szene von L.A. und wurde komplett mit Handykameras gedreht. Das sieht man dem sehr schönen anzuschauenden Werk aber zu keinem Zeitpunkt an. Auch die hervorragenden Darsteller überzeugen. Super Tragi-Komödie und Tipp!

Verräter wie wir: Die britische Regisseurin Susanna White machte bisher vor allem mit Serien auf sich aufmerksam. Sie führte Regie bei der empfehlenswerten Irak-Krieg-Miniserie Generation Kill und auch bei Parade‘s End und einer Folge Boardwalk Empire. Mit Verräter wie wir legt sie nun einen Spionage-Thriller mit Star-Besetzung vor, die Hauptrollen spielen Ewan McGregor (Star Wars, Trainspotting) und Stellan Skarsgard (Verblendung, Todesschlaf). In der John le Carré-Verfilmung beginnt alles, wie es so oft beginnt: Der unbescholtene englische Tourist Perry (Ewan) wird in undurchsichtige Machenschaften verwickelt und muss über sich hinauswachsen. Um keine Twists zu verraten, sei hier nicht mehr gesagt. Definitiv gute Unterhaltung.

14. Juli

Independence Day: Wiederkehr: Fortsetzung von Independence Day von 1996. Auch in der Filmwelt sind 20 Jahre vergangen, die Erde unterscheidet sich aber von unserer Welt, da die Menschen Technologien der Aliens übernommen haben, die im ersten Teil die Welt in Schutt und Asche legten. Leicht futuristischer geht es so also auf der durch die erste Alien-Invasion komplett vereinten Erde zu, wo es keine Nationalstaaten mehr gibt, nur noch eine Menschheit, und die auf die Wiederkehr der Invasoren wartet.

Neben Alt-Stars aus dem ersten Teil spielen hier auch jüngere Gesichter wie beispielsweise Liam Hemsworth (Die Tribute von Panem) mit. Regie führte wieder Roland Emmerich, der seit dem ersten Teil vor 20 Jahren auch schon einige andere Katastrophen-Blockbuster drehte (The Day After Tomorrow, 2012 – Das Ende der Welt).

Zur SLEAZE-Kritik des geschätzten Kollegen Alex Warren geht‘s hier.

Toni Erdmann: Maren Ades wunderbarer Trennungsfilm Alle Anderen erschien 2009 und war ausnahmsweise mal ein gelungenes Problemwerk aus deutschen Landen. Seitdem kam aber nichts mehr von der Regisseurin, bis dann Toni Erdmann beim diesjährigen Cannes-Festival Premiere hatte.

In der Komödie Toni Erdmann besucht ein schriller Vater seine ehrgeizige Tochter, die als Unternehmensberaterin in Rumänien arbeitet. Diese wehrt sich zunächst gegen die Annäherungsversuche des ihr fremd gewordenen Vaters, doch er lässt nicht locker – mit unterhaltsamen Konsequenzen.

Die Hauptrolle spielt Sandra Hüller (Requiem, Finsterworld), hier geht’s zur Kritik.

21. Juli

Big Friendly Giant: Der Big Friendly Giant bläst den Kindern nachts heimlich schöne Träume in ihre Schlafzimmer. Als die zehnjährige Waise Sophie ihn jedoch dabei beobachtet, nimmt er sie mit in die Welt der Riesen. Sophie hat zunächst große Angst vor dem Giganten, doch er stellt sich als gutherzig heraus und die beiden freunden sich an.

Während der BFG ihr noch freundlich gesonnen ist, sind aber längst nicht alle Riesen so. Daher schmieden der BFG und Sophie zusammen einen Plan, diese aufzuhalten. Der neue Film von Altmeister Steven Spielberg ist eine Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuches von Roald Dahl. Eher ein Kinderfilm, aber schöner Eskapismus.

Kein Monster, nur weil er groß ist.
Auch Giganten sind Vorurteilen ausgesetzt. Lieb, nicht böse: der BFG

Star Trek Beyond: Der mittlerweile dritte Teil des 2009 mit Star Trek gestarteten Reboots um die Originalcrew unter Captain Kirk und Mister Spock mit neuem Darsteller-Ensemble. Unter anderem Zachary Quinto (Margin Call) und Zoe Saldana (Guardians of the Galaxy) geben die neue Mannschaft. Wie es mit der Reihe weitergeht, muss sich allerdings nach dem kürzlichen tragischen Unfalltod von Pavel Chekov-Darsteller Anton Yelchin erst noch herausstellen.

Im neuesten Teil strandet die Crew der Enterprise unter anderem auf einem fremden Planeten und macht sonst, was sie stets macht: Die Tiefen des Weltalls erforschen – unendliche Weiten!

28. Juli

1001 Nacht Teil 1: Der erste Teil eines wahren Großprojektes, der dreiteiligen Verfilmung der berühmten traditionellen Geschichte. Die übrigen zwei Teile werden innerhalb eines Monats ins deutsche Kino kommen, also kein langes Warten auf die Fortsetzung à la Harry Potter oder Star Wars. Verantwortlich für die Episoden-Geschichte zeigt sich der portugiesische Regisseur Miguel Gomes.

Zur Geschichte muss man eigentlich nicht viel sagen: Scheherazade erzählt dem Sultan jede Nacht eine Geschichte, um so ihren eigenen Tod hinauszuschieben. Solange der Sultan auf die nächste Geschichte gespannt ist, wird er sie am Leben lassen.

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Träume aus dem Morgenland

Legend of Tarzan: Der neue Tarzan des früheren Harry Potter-Regisseurs David Yates ist wie alle Tarzan-Filme zunächst mal ein Abenteuerfilm mit vielen nackten Männeroberkörpern. Und natürlich schwingt Tarzan auch wieder an einer Liane durch den Dschungel. Die Neuverfilmung ist aber kein simpler Wiederaufguss der altbekannten Geschichte. Vielmehr lebt Tarzan hier bereits in England mit seiner Jane und ist „domestiziert“. Doch dann erhält er plötzlich den Auftrag, in die Wildnis zurückzukehren, in der er einst gefunden wurde. So sind Konflikte zwischen seinem neuen zivilisierten Leben und seiner alten animalischen Natur vorprogrammiert.

Der Film kommt mit einer interessanten Besetzung daher: Neben Samuel L. Jackson und Christoph Waltz spielen die Hauptrollen von Jane und Tarzan Margot Robbie, bekannt aus The Wolf of Wall Street, und Alexander Skarsgard, Zuschauern vielleicht am ehesten als Vampir Eric aus True Blood bekannt.

Pets: Von Illumination Entertainment, dem Studio, das bereits die Minions und Despicable Me herausbrachte, kommt Pets. In der niedlichen Story des Animationsfilmes dominiert die Sicht der Haustiere auf ihre Herrchen: Hunde warten den ganzen Tag auf die Rückkehr ihres Menschen, Katzen vergreifen sich genüsslich an Menschen-Essen im Kühlschrank. Ansonsten treffen sich die Tiere heimlich und hängen einfach nur ab. Die gelungene Grundidee verliert im Laufe des Films jedoch langsam an Schwung, dennoch nicht schlecht.

Wiener Dog: Regisseur Todd Solondz ist ein Meister des super-Schrägen. Hierzu muss man sich nur seinen genialen Film Dark Horse anschauen. Sein neuester Streifen Wiener Dog setzt sich zusammen aus 4 Episoden, die alle dadurch geeint werden, dass derselbe titelgebende Dackel in ihnen auftaucht – also von Herrchen zu Herrchen und so durch alle 4 Storys wandert. Wer von dieser Grundidee nicht jetzt schon restlos begeistert ist, dem sei noch gesagt, dass auch einige bekannte bis sehr bekannte Gesichter in dem Film zu sehen sind, so z.B. Greta Gerwig (Frances Ha) mit Supernerd-Brille oder Danny DeVito (Get Shorty). Schräge Komödie. Hier geht’s zur SLEAZE-Kritik.

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