Kino- und DVD-Vorschau Dezember, Teil 1

Kino- und DVD-Vorschau Dezember, Teil 1

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Und tschüss: Super-Assassine in Action

Ja, du hast richtig gelesen, wir haben diese Vorschau Teil 1 genannt, obwohl sie streng genommen chronologisch gesehen die zweite ist. Aber das macht man heute so… Du merkst schon, dieser Monat steht ganz im Zeichen von Star Wars: Rogue One. 🙂
Doch nicht nur dieser Dezember, auch alle kommenden in den nächsten Jahren, Disney sei dank! Neben dem alles überstrahlenden Todesstern gibt es im Dezember allerdings auch andere Kino-Kracher wie Assassin’s Creed, einige Indie-Komödien auf DVD und Blu-ray (ganz hinten in den Tipps!) und eine ganz tolle Doku über Frank Zappa, in dem das leider viel zu früh verstorbene Musik-Genie mehr reden als singen darf. Hier deine Tipps bis ins Jahr 2017 hinein, frei nach dem Motto: Zukunft ist Vergangenheit!

Kinostarts:

8.12.
Frank Zappa – Eat That Question: 
Doku über einen der Größten der Musikgeschichte: Frank Zappa machte sehr unkonventionelle Musik, war gelegentlich mehr ein singender Satiriker als ein Musiker. Gleichzeitig brach er in seiner Musik althergebrachte Formen und Traditionen auf. Darauf kamen seine Zeitgenossen so gar nicht klar. Und Zappa, wie er immer genannt wurde, hat dann auch jedem direkt, offen und unverblümt ins Gesicht gesagt, was er von solch rückschrittlichen Einstellungen hielt. Er hatte was zu sagen, und tat es auch.

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Immer schön den „Staring-Contest“ gewinnen!

Diese diversen Gespräche mit anderen, doch auch Solo-Interviews, Fernseh-Berichte über Zappa und natürlich Konzertmitschnitte stellt Frank Zappa – Eat that Question zusammen. Fans muss man das wohl nicht ans Herz legen, doch falls der große weise Frank bisher eher an dir vorbeigegangen sein sollte, ist hier die Gelegenheit, Mann und Werk kennenzulernen.

15.12.
Rogue One: A Star Wars Story:
Vor langer, langer Zeit kam in unserer Galaxie Star Wars heraus. Damals musste noch niemand erklären, der wievielte Teil das ist, denn es war der erste. Natürlich sagt man auch nicht „1. Teil“ dazu, sondern nennt nur den Filmnamen – kapische? 🙂

Und falls du diesen Film auch mal gesehen haben solltest, erinnerst du dich vielleicht daran, wie – vor dem großen Finale, der Zerstörung des Todessterns – ein Rebellen-Typ sagte: „Wir haben die Pläne des Todessterns analysiert und eine Schwachstelle gefunden.“ Aus diesem kleinen Satz haben jetzt findige Geschäftemacher Disney-Star-Wars-Liebhaber einen Film konzipiert, der sich chronologisch zwischen Teil IV (den hatte ich ganz am Anfang erwähnt, allerdings dort irreführend als Teil I, sorry!) und Teil III ansiedelt. Hahaha, es ist echt zum Verrücktwerden, doch die Cash-Cow wird immer weiter gemolken – in diesem „Installment“ mit Felicity Jones (Die Entdeckung der Unendlichkeit) und Diego Luna (… mit deiner Mutter auch!) in den Hauptrollen. Gut an dem Streifen: Die Chronologie macht es möglich, dass Darth Vader in ihm auftaucht. Der volle, richtig böse Darth Vader von kurz vor dem allerersten Teil. Rogue One ist dabei ein sogenannter Stand Alone! Mit anderen Worten: Du musst keine anderen Star Wars-Teile kennen, um diesen zu verstehen. Egal, der Film wird sicherlich der Knaller und es geht eben darum, wie die Pläne zum ersten Todesstern geklaut werden, um anschließend Star Wars, Teil IV, A New Hope, formerly known as Star Wars möglich zu machen. Also keine Fortsetzung vom (guten) Teil VII von letztem Weihnachten, in dem es ja um den 3. Todesstern ging, wenn ich mich nicht vertue…
Hier unsere ausführliche Kritik zum Kinostart: Rogue One: Stylishe Star-Wars-Action.

22.12.
Nocturnal Animals:
Der zweite Film von Tom Ford nach A Single Man von vor einigen Jahren. Das Besondere: Tom war früher Chefdesigner bei Gucci, hat danach seine eigene sehr erfolgreiche Modelinie ins Leben gerufen. Und wenn man in der Modewelt alles erreicht hat, kann man sich auch mal an etwas anderem probieren. So ist das Kino die zweite Liebe des Kreativmenschen Tom. Und ähnlich glamourös wie seine damaligen Gucci-Kreationen sehen auch seine Filme aus. Klar, der Mann hat das Designen ja schließlich drauf.

Im neuesten Film verlieren sich Amy Adams (Arrival) und Jake Gyllenhall (Nightcrawler) in verschachtelten Welten / Erzählungen. Amy hat schon seit Jahrzehnten nichts mehr von ihrem Ex-Lover Jake gehört. Dann schickt der ihr plötzlich ein von ihm geschriebenes Manuskript. Amy liest es und wir als Zuschauer sehen es.
Stylisch-düstere Unterhaltung und Tipp.

Professionelle Haifische, stets adrett gestylt.

Allied – Vertraute Fremde: Dieser Film ist der Trennungsgrund für Angelina Jolie und Brad Pitt! Nein, nicht wirklich, aber als solcher geisterte er durch die Presse. Das ist selbstverständlich, wie so oft in solchen Fällen, viel heiße Luft. Fakt ist, dass Brad Pitt hier – große Überraschung – an der Seite einer hübschen Hauptdarstellerin spielt. Genug, um die Gerüchteküche anzuschmeißen. Obwohl, brauchte es dazu je etwas?

In Allied sind Brad und Marion Cotillard, bekannt aus Inception, ein Agenten-Paar im Zweiten Weltkrieg, sie französischer, er englischer Spion. Zur Tarnung spielen sie ein Ehepaar, heiraten dann wirklich und später wird Marion verdächtigt, Doppelagentin zu sein. Wer auf Historien-Dramen und / oder Brad oder Marion (oder beide!) steht, schaue sich diesen Streifen an.

27.12.
Assassin’s Creed
: Eine gute Games-Verfilmung? Assassin’s Creed setzt das beliebte Computerspiel gleichen Namens, das sich eh schon immer halb wie ein Film anfühlte, für die große Leinwand um. Die Voraussetzungen sind eigentlich gut, mit Michael Fassbender (X-Men: Zukunft ist Vergangenheit) wurde ein überzeugender Hauptdarsteller gefunden und behutsam sollen bekannte und beliebte Elemente des Games in den Film eingebaut werden. Gleichzeitig erzählt A.C. jedoch auch eine „neue“ Geschichte, kopiert nicht direkt die Spiele-Handlung.

Eine filmische Erforschung und Erweiterung des Assassin’s Creed-Universums, wie man in zeitgemäßem Marketing-Sprech sagen würde. Bleibt nur zu hoffen, dass A.C. nicht den Weg anderer kürzlicher Games-Verfilmungen wie etwa Hitman: Agent 47 oder Warcraft: The Beginning geht und eher grausig wird…

Heimkino-Starts

5.12.
Maggies Plan:
Für ein Kind braucht frau eigentlich nur: sich selbst und ein bisschen Sperma. Das hören jetzt vielleicht einige Herren der Schöpfung nicht so gerne, aber so ist es. 🙂

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Man(n) ist mehr als die Summe seiner Samenzellen

Genau an dieser Idee setzt Maggies Plan an, in dem Greta Gerwig als Maggie den Plan hat (soso), ein Kind nur mit einer Sperma-Spende zu bekommen. Dafür hat sie sich den geeigneten Kandidaten bereits ausgesucht. Wie so oft im Leben verhält sich die Realität dann aber widerspenstig zu bereits gemachten Plänen: Ein tatsächliches Liebesinteresse taucht in Form von Ethan Hawke auf, der sogar als ganz herkömmlicher Vater in Frage kommt (Zusammenleben, Kinder gemeinsam großziehen). Verwicklungen folgen.

Dieser Film ist keine Romantic Comedy, sondern ziemlich nah am Leben. Zudem sind Charaktere in M.P. auch nicht die sonst so gern genommenen „wandelnden Klischees“. All das hebt Maggies Plan angenehm von Hollywood-Einheitskost ab. Tipp.
Hier geht’s zur SLEAZE-Rezension.

9.12.
Imperium:
Ein Film, der den Finger auf einige Wunden unserer Zeit legt: Daniel Radcliffe (Swiss Army Man) ist als FBI-Agent frustriert vom „Kampf“ gegen den islamistischen Terrorismus. Kurzerhand schert er sich die Haare und zieht sich die obligatorische „Bomber“-Jacke an. Dann infiltriert Daniel undercover eine rechtsradikale Gruppierung in den USA. Die planen u.a., eine sogenannte schmutzige Bombe einzusetzen. Außerdem kommt Daniel als verdeckter Ermittler schnell in Gewissenskonflikte, da er zur Aufrechterhaltung seiner Geheimidentität Verbrechen begehen muss – ein klassisches Dilemma der Undercover-Arbeit.
Und jetzt die zwei großen Fragen: Nimmt man „Harry Potter“ so eine harte Rolle ab? Und: Wurde der Film nicht inzwischen von der Wirklichkeit überholt? Denn um eine ultrarechte Gruppe zu infiltrieren, muss man ja inzwischen eigentlich nur noch anfangen, in der amerikanischen Regierung zu arbeiten. Aber ich bin mir ganz sicher, dass auch in den USA, wie bei uns, bei Rechts- und Linksradikalismus „gleich“ hart durchgegriffen wird. 😉

27.12.
Captain Fantastic:
Viggo Mortensen (The Road) in einer super Aussteigergeschichte: In einer abgelegenen Hütte zieht er mit seiner Frau eine ganze Brut an Supermenschen heran. Die Kiddies treiben jeden Tag Sport, erlernen handwerkliche und Überlebensfähigkeiten, lesen Bücher und werden generell schlau, auch durch Diskussionen untereinander.

Der (junge) Mensch in freier Wildbahn

Verpönt ist in dieser Enklave des Wissens und der Menschwerdung Technik wie Fernsehen und Internet. Leben im Naturzustand, das Ideal einer „besseren Welt“. Im Laufe der Handlung werden Viggo und seine Kids dann jedoch – unvermeidlich – mit „der Welt da draußen“ konfrontiert. Mit ihrem Bus brechen sie auf, wie einst die Merry Pranksters, in die amerikanische Realität 2016 und Welten prallen aufeinander.
Schlau, spannend, lustig und „zum Nachdenken anregend“ – definitiver Tipp! Und hier die SLEAZE-Filmkritik: Captain Fantastic: Radikal aufwachsen.

Robert

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