Kino Oktober: Fantastisch, fantastischer, am fantastischsten!

Kino Oktober: Fantastisch, fantastischer, am fantastischsten!

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Mit der Leiche in der Müllhöhle chillen

Im kommenden Monat Oktober entführen dich deine örtlichen Lichtspielhäuser in „das Land, das es nicht gibt“. Die Fantasie ist am Start und lädt dich ein, unsere Realität zu verlassen in Doctor Strange, die Insel der besonderen Kinder zu besuchen oder sich einfach mal zu fragen, wie es wäre, ein Würstchen im Supermarkt zu sein – oder aber eine Leiche, die irgendwie doch noch weiter lebt. Hier deine Übersicht der Kinostarts für den Oktober:

6. Oktober

Die Insel der besonderen Kinder: Timmy! Tim Burton ist vielleicht der Regisseur mit dem schönsten Geschmack. Seit Jahrzehnten erzählt er uns Gothic-angehauchte Schauermärchen voller Fantastik, Magie und ganz großer Gefühle! So z.B. Sleepy Hollow oder Corpse Bride. Nur in letzter Zeit kommen die nicht mehr ganz so toll. Neben immer noch richtig guten Streifen wie Dark Shadows enttäuschte beispielsweise Alice im Wunderland eher.

Gruppenbild mit Unsichtbarem - Die Insel der besonderen Kinder
Gruppenbild mit Unsichtbarem – Die Insel der besonderen Kinder

In Die Insel der besonderen Kinder geht die Reise an den nächsten fantastischen Ort: Der kleine Jakob landet in Miss Peregrines Waisenhaus, wo – ähem – besondere Kinder leben. Das heißt: Unsichtbare, Feuerbeherrscher oder noch abgefahrenere Wesen. Bedroht werden diese von den Hollows, die sie jagen. Und jetzt die große Frage: Wird Die Insel… eher ein Alice oder eher ein Dark Shadows – oder noch besser? Schau‘s dir an, denn Kinogenuss ist bei Tim immer garantiert!

Sausage Party – Es geht um die Wurst: Der neueste Animationsfilmstreich, diesmal jedoch nicht für Jung und Alt, sondern nur für ab 16. Das ist auch besser so, denn ein Kinderfilm ist Sausage Party nicht. Hotdog-Würstchen Frank lebt wie alles Essen im Supermarktregal und wartet darauf, gekauft zu werden. Noch besser wär, wenn das leckere Hotdog-Brötchen Brenda auch zusammen mit Frank den Weg in den Einkaufswagen fände, dann könnte er sein Würstchen in ihre Spalte legen!

Wem das jetzt zu sexistisch war: Ein Hotdog-Brötchen besteht von Kopf bis Fuß nur aus Spalte und Frank ist auch ganz Wurst. Du merkst schon, wo das hinführt. Neben den amourösen Verwicklungen unseres „Helden“ stellt das Supermarkt-Essen bald böse Vermutungen an, was die Menschen zuhause mit ihnen machen.

Erdnussbutter kann's nicht fassen: Nie wieder Marmelade auf dem Brot!
Erdnussbutter kann’s nicht fassen: Nie wieder Marmelade auf dem Brot!

Eine unfassbar kreative Idee von den Machern Seth Rogen (Ananas Express) und Evan Goldberg: Ein subversiver High-End-Animationsfilm, der technisch genauso gut wie Pixar-Filme ist, aber eben eine ganz andere Message transportiert und nebenbei noch die Masse der kindertauglichen Animationsfilme parodiert. Zum Schreien komisch, ein ganz unbedingter Tipp unserer Redaktion und mit Sicherheit einer der ungewöhnlichsten Filme, die du je gesehen haben wirst! Anschauen! Hier unsere Besprechung des Spaßes. (Übrigens verlosen wir in den nächsten Tagen Kino-Tickets!)

13. Oktober

Swiss Army Man: Der Film war schon vor seiner Veröffentlichung ein Trailer-Hit. Kein Wunder, denn in ihm spielt Daniel Radcliffe, also Harry Potter, eine Leiche, die wie ein Schweizer Taschenmesser einem Schiffbrüchigen aushelfen kann. So weit, so abgefahren, und diese Fantasy-Actionszenen waren auch im Trailer zu sehen.

Wie ist jetzt aber der ganze Film? Auch ziemlich gut, wenn auch in weiten Teilen viel ruhiger und nachdenklicher, als der Trailer vermuten lässt. Denn der Schiffbrüchige, gespielt von Paul Dano, führt Leiche Daniel ein in die ihm unbekannte Welt der Menschen und erklärt ihm rudimentäre Umgangsformen. Außerdem noch, was man sonst so beachten muss als Mensch, und wo wir, die (lebenden) Menschen uns manchmal ganz schön selbst was vormachen. Das ist fast schon väterlich und nicht durchweg Ablach-Comedy.

Dennoch ein super Film, der ganz klar auf Seiten der Fantasten und Träumer steht.

Welcome to Norway: Flüchtlinge und kein Ende. Inzwischen nennt man diese Gruppe politisch korrekt „Geflüchtete“ (Merke: Schön-, Sträf- und eben Flücht-linge = von Anfang an negativ), doch das nur am Rande. In der Komödie Welcome to Norway hat Hotelier Primus die Idee, um seine Bruchbude von einem Hotel zu retten: Vermiete an Geflüchtete und der Staat übernimmt die Rechnung. Das ist auch ganz gut, denn freiwillig würde wohl niemand mehr in sein durchgerocktes Hotel einziehen.

Ist das aber erstmal geschafft, hört die Arbeit noch lange nicht auf. Denn nicht alle Geflüchteten sind gleich und kommen problemlos miteinander klar. Auch die norwegischen Einheimischen freuen sich – wie eigentlich überall – nicht besonders über die Neuankömmlinge.

In dieser Kultur-Komödie wird erneut, neben einer „ausländischen“ Problematik, das schrullig-norwegische Wesen aufs Korn genommen. Wie bereits geschehen in der ebenfalls sehr lustigen Serie Lilyhammer oder im kürzlichen italienischen Film Der Vollposten.

27. Oktober

31 – A Rob Zombie Film: Neuer Horror-Trash von Gore-Großmeister Rob Zombie. Der ehemals sehr erfolgreiche Musiker hat sich spätestens seit seinem Halloween-Remake von 2007 auch als Regisseur etabliert. Aus seiner Musikkarriere „nahm“ er neben einem feinen Sinn für Filmmusik auch Heavy-Metal-artige Ästhetik und Schockmomente mit „hinüber“ zum Horror – und dort passt das exzellent.

In Robs neuestem Wurf verschlägt es eine Siebziger-Jahre-Zirkus-Truppe in ein perfides Killer-Spiel, das ein paar reiche Geheimlogen-Mitglieder jedes Jahr zu Halloween abhalten: Eine Opfer-Gruppe wird eingefangen und in einer verlassenen Fabrik nach und nach von supersadistischen Killern abgeschlachtet. Die Reichen schauen zu und belustigen sich am Leid und Tod der Sterbenden.

Wem das jetzt viel zu krass klingt, dem sei versichert, dass es in dem Film durchaus was zu lachen gibt. Auch einen Zwergen-Hitler-Verschnitt als Mörder kann man nicht voll ernstnehmen, auch wenn er wie die Großen tötet. Mit dabei, wie öfter bei Rob, seine Frau Sheri Moon und Malcom McDowell a.k.a. Alex DeLarge aus A Clockwork Orange. Gute Unterhaltung für Genre-Fans!

The Girl on the Train: Die Britin Emily Blunt kann eigentlich in jeder Rolle überzeugen, sei es Indie-Kost (My Summer of Love, Your Sister‘s Sister) oder aber auch in Big-Budget-Studiofilmen wie Der Teufel trägt Prada oder Der Plan.

Emily lässt verkatert die Welt an ihrem Zug vorbeiziehen
Emily lässt verkatert die Welt an ihrem Zug vorbeiziehen

In den letzten Jahren war es etwas ruhiger um sie geworden, doch kehrt sie diesen Herbst mit einer womöglich ganz großen Rolle zurück. Im Thriller The Girl on the Train, der als „nächstes Gone Girl“ promotet wird, spielt sie die Pendlerin Rachel, die jeden Tag einen Zug zur Arbeit nimmt und so zur titelgebenden Reisenden wird. Gleichzeitig ist sie Alkoholikerin und sich manchmal morgens nicht mehr so sicher, was in der Nacht zuvor passiert ist. Nicht so gut, wenn Frau eventuell jemanden umgebracht hat. Und welche Rolle spielt eigentlich ihr Ex-Mann in der ganzen Geschichte? Mystery über Mystery mit u.a. noch Justin Theroux und Rebecca Ferguson.

Doctor Strange: Benedict Cumberbatch – wer kennt ihn nicht, bekannt aus… Ja, woraus eigentlich? Nun, der Gute hat u.a. im Oscargewinner The Imitation Game die Hauptrolle des Alan Turing gespielt und in der High-End-Fernsehserie Sherlock den titelgebenden und in die heutige Zeit versetzen berühmten Detektiv. Also ein Darsteller für die etwas seriöseren Erwachsenen-Rollen mit Köpfchen. Und jetzt spielt Benedict, der für seine fast Alien-artige, androgyne Schönheit bekannt ist, seine erste Comic-Rolle. Also aufgepasst, denn das könnte passen oder voll daneben gehen!

Wahrscheinlich wird es aber passen, denn gebildet ist der Doctor Strange ja auch. Für alle noch nicht initiierten: Der einstige gefeierte Chirurg Stephen Strange kann seinen gelernten Beruf nicht mehr ausüben, entdeckt aber auf einer spirituellen Reise nach Tibet verborgene Realitäten, von denen er nicht zu träumen wagte. Denn unter, hinter, neben und in unserer Realität lauern noch andere vielfach fantastischere. Visuell verspricht der Film der Hammer zu werden und auch die Thematik fügt den ewig gleichen Comic-Set-Ups und Endkämpfen etwas Neues hinzu – anschauen also!

Robert

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