Kann eine Reggae-Musicbox auch mehr?

Kann eine Reggae-Musicbox auch mehr?

Kurze Frage in die Runde: Was machst du an einem Wochenende mit viel zu viel Freizeit, durchwachsenem Wetter und einer 500-GB-Festplatte voll Musik jeglicher Couleur? Richtig, du lässt dir „Mein Lieblingsessen in der Schulkantine war früher immer SLEAZEbrei“ auf den Unterarm tätowieren... warum auch nicht?

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Wenn du den Punkt dann auf deiner Zu-Tun-Liste abgehakt hast, kannst du dich weiteren ulkigen Geistesblitzen widmen, wie zum Beispiel: Bluetooth-Boxen testen! Und zwar nicht irgendwelche, sondern am besten die Get Together Mini EM-JA013-SB von The House of Marley. Damit habe ich zumindest mein letztes Wochenende zugebracht. Und da das nächste vor der Tür steht und Vatertag auch naht, erfährst du jetzt, ob der kompakte Nachfolger der Get together auf ganzer Linie überzeugen konnte oder doch eher im (mittlerweile) dichten Dschungel der Bluetooth-Boxen und kabellosen Klanghölzer untergegangen ist wie der zweite Teil von Tarzan.

SLEAZE + The House of Marley
Schlicht (und) hübsch!

Fangen wir mal beim Urschleim des stylischen Musikquaders an, nämlich der Verpackung. Durch ein farbig stilvoll-abgestimmtes Äußeres und ein ausgefuchstes Stecksystem der beiden Kartons macht das auspacken der Box fast schon Spass. Wenn man die Miniröhre dann in seinen erwartungsvollen Händchen hält und bei Normlicht D65 betrachtet, fällt eins sofort auf:
Bei dem Gerät haben die kreativen Bob-Marley-Besessenen äußerlich auf jeden Fall erst einmal alles richtig gemacht.
Optisch überzeugt der kleine Krawallmacher auf ganzer Linie. Das helle Bambusholz in Kombination mit dem schwarzen Stoff und dem edlen Design erzeugt einen sehr hochwertigen Eindruck.

SLEAZE + The House of Marley
Die Benjamin-Button-Frage sehr schön gelöst.

Es gibt keinerlei (sichtbaren) Plastikknöpfe oder unansehnliche Schalter, welche das schicke Gesamtbild negativ beeinflussen, da sich die Lautstärkeregler, der Einschaltknopf und die Bluetooth-Aktivierung komplett hinter dem schwarzen REWIND-Stoff „verstecken“.

Aufgrund der guten Verarbeitung und der gewählten Materialien lässt auch die Haptik keinerlei Wünsche offen.
Durch die Form und das Gesamtgewicht von 1,5 kg steht das Mini-House of Marley stabil mit beiden Beinen im Leben bzw. auf dem Couchtisch, der Fernsehkommode oder der Parkbank deines Vertrauens. Das Verhältnis von Größe und Gewicht vermittelt dabei sehr glaubhaft qualitative Hervorragigkeit. (Ja, du hast recht, dass Wort gibt es tatsächlich nicht. Aber egal, du weiß ja trotzdem, was es bedeuten soll.)

Gib mir mehr Details

Auf der Rückseite sind neben einem USB-Anschluss noch ein Micro-USB sowie ein 3,5-mm-Klinkenanschluss für unsere Freunde aus dem weit entfernten Augsburg vorhanden. Kurzer Funfact: Über den USB lassen sich sogar angeschlossene Geräte wie zum Beispiel dein Smartphone aufladen. Damit kannst du dann also den Akkuteil, den das Bluetooth am Handy frisst, damit du darüber Musik hören kannst, direkt wieder von der Box zurückholen. Obwohl du wegen der überhaupt erst das Bluetooth angemacht hast. Paradox, aber praktisch. Willkommen im pubertierenden 21. Jahrhundert.

Die bereits enthaltene Lithium-Ion-Batterie hält bei voller Ladung knapp zehn Stunden, wodurch einem auuusgedehnten Grillabend im Park ohne Musikunterbrechung nichts im Wege steht. Erhältlich ist die Box neben dem schicken Signature Black, in der ich sie auf meinem Schreibtisch stehen hatte, außerdem in der Farbe Denim (ähnlich einem Jeansblau) und mit dem Muster Palm. Ja, du hast richtig gelesen, Palmen. Vor dem Kauf dieser Variante empfiehlt sich meiner Meinung nach allerdings eine überschaubare Ladung Silver Haze zu konsumieren, aber das nur so am Rand.

SLEAZE + The House of Marley
Die Öko-Ästhetik steht der Box

Ausgestattet ist das gute Stück dabei mit jeweils zwei 2,5“ Basslautsprechern und zwei 1“ Hochtönern, welche neben dem unscheinbaren HoM-Logo die Bambusfront der Box schmücken. Auf der Rückseite strahlt dich ein passiver Radiator mit formschönen Marley-Schriftzug an, der sich darum kümmert, dass dem guten Stück bei Dauerbelastung nicht die Gehirnwindungen durchbrennen.
Die Verbindung der Box mit deinem Handy ist kinderleicht. Netzteil rein, Bluetooth-Knopf gedrückt und schon kann es losgehen. Während meines Test war die Verbindung auch durchweg stabil und wies innerhalb meiner Wohnung keinerlei Störungen oder Schwachpunkte auf. Lediglich wenn zwischen mir und der Musikquelle eine Entfernung von mindestens 6-7 Meter inkl. zweier Wände bestand, gab es kurze Aussetzer. Die Box hat sich dabei dann allerdings auch wieder nach spätestens zehn Sekunden gefangen und alles lief weiter reibungslos.

Im Paket enthalten ist das Netzkabel und außerdem ein ganzes Set an Adaptern für alle Steckdosen dieser Welt. Naja, gefühlt zumindest. Genau genommen sind es vier verschiedene Adapter, damit dir beispielsweise bei deinem ersten London-Trip nicht die Musik ausgeht, während du gerade auf der Golden Gate Bridge stehst, auf den Eiffelturm schaust und Empire State of Mind mitrappst. Ach und da sind wir ja auch schon bei Thema: dem Sound.
Und da muss ich ehrlich sagen: Bob Marley würde sich bei den Klängen die dieser ansehnliche Ghettoblaster im Miniformat produziert höchstwahrscheinlich im Grabe umdrehen. Allerdings nicht, weil bei ihm Ohrenkrebs ausbricht, sondern weil er Platz zum Tanzen braucht.

Was zur Hölle soll denn Ohrenkrebs sein?

Stabil ist wohl das passendste Wort für die musikalische Leistung dieser Bambus-Röhre. Der Sound ist ebenso satt, wie das Teil schön ist. Auch bei höheren Lautstärken. Von den höchsten Kopfstimmen bis in die tiefsten Breakdowns gab es nur selten Momente, an denen es dünn geworden ist oder die Box merklich übersteuerte. Auch wenn ich zwischendurch ab und zu mal das Gefühl hatte, dass die Lautstärke Schwankungen aufweist, ohne mich vorher um Erlaubnis zu fragen, war ich mit der musikalischen Performance insgesamt sehr zufrieden. Alles klang voluminös und kraftvoll. Besonders der immense Bass ist dabei lobend zu erwähnen. Dieser macht sich auch sehr deutlich bemerkbar, wenn du dich beispielsweise im Nebenraum aufhältst.

Da das „Mini“ aber vor allem dafür steht, den kleinen Marley auch mal mit an die frische Luft zu nehmen, durfte ein Test im Außengelände natürlich nicht fehlen. Und auch da muss ich sagen, macht er seinen Job richtig gut. Die Bluetooth-Verbindung reicht ohne Probleme je nach Sonnenstand und Jahreszeit 10 bis 15 Meter. Und wenn du diese Entfernung mit der max. Lautstärke kombinierst und dabei noch den Slayer-Klassiker Raining Blood in die Playlist packst, freuen sich sogar die Nachbarn in den höheren Etagen.
Aber auch Jimi-Hendrix-Solos, Cliff-Burton-Bassspuren oder Zack de la Rocha-Sprechgesangsgewitter lassen die Gehörmuscheln strahlen, wie sie strahlen sollten. Insgesamt also wirklich ein überzeugender Auftritt des kleinen Jamaikaners.

SLEAZE + The House of Marley
Die Box in ihrem Ur-Habitat: draußen

Apropos Jamaika. Die Philosophie hinter dem Marleyhäuschen darf in diesem Produkttest nicht fehlen und lässt sich ganz gut mit drei Überschriften zusammenfassen: Exzellente Qualität, Umweltfreundlichkeit und soziale Verantwortung.
Vor allem haben sie sich auf die Fahnen geschrieben, hochwertige Produkte in der ethisch und ökologisch bestmöglichen Art und Weise zu entwickeln. Und diese Bestrebung merkst du der Get Together Mini-Bluetooth-Box definitiv an. Die Verpackung beispielsweise ist aus natürlichen, nachhaltigen und wiederverwertbaren Materialien wie FSC-zertifiziertem Holz, Biobaumwolle und recyclebarem Aluminium hergestellt.

Die Box selbst besteht aus Bambus und der exklusive REWIND-Stoff aus Hanf und recycelten Plastikwasserflaschen. Einzige Unlogik: Man kann die Batterie nicht selbst austauschen, sondern muss das ganze Gerät an die Firma schicken, die dann die Batterien austauscht und einem die House of Marley zurückschickt. Da hat wohl jemand kurz nicht stringent an die Ökobilanz gedacht.

Das ist aber auch das einzige Manko. Das Preis-Leistungsverhältnis empfinde ich noch völlig Ordnung, da du für die knapp 140 € ein erstklassiges Design-Paket mit sattem Sound erhältst. Außerdem unterstützt du mit dem Geld auch gleichzeitig die Wohltätigkeitsorganisation 1love.org der Marley-Familie, welche sich für Entwicklungshilfe, Klimaschutz und die Wahrung der Menschenrechte auf der ganzen Welt einsetzt.

Mein Fazit: Top Sound, edle Optik und dabei eine im Herzen gute Firma. Was willst du mehr? Wenn du sie nicht schon hast, greif zu! Der verstorbene Reggae-Gott höchstpersönlich würde es dabei wahrscheinlich nicht anders machen. Und damit wäre die Eingangsfrage auch beantwortet: Sie kann definitiv mehr, die House of Marley-Box.

Axel

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