Jungfrauen auf Zeitreise

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Jeffrey Eugenides schrieb den SLEAZE.Virgin Suicide.AlbumRoman The Virgin Suicides, daraus machte Sofia Coppola einen Film mit dem Namen The Virgin Suicides. Die Filmmusik heißt natürlich auch The Virgin Suicides und wurde veröffentlicht bei Virgin Records. Außerdem gibt es neben dem richtigen Soundtrack noch einen inoffiziellen der Band Air, der Virgin Suicides heißt. Doch damit nicht genug. Denn die dänische Band Virgin Suicide treibt es auf die Spitze, indem sie ihr Album Virgin Suicide nannten, genauso wie ihre erste Single Virgin Suicide heißt. Alles klar? Dann genug vom jungfräulichen Selbstmord. Jetzt geht es um die Musik.

Denke am besten an The Beatles mit dem Flair von La Boum und den Hit „There she goes“ von The La’s. Diese Vergleiche finde ich sehr passend für die junge Band, da die Lieder furchtbar bekannt klingen, obwohl man sie zum ersten Mal hört. Meiner Meinung nach hier ein Vorteil, da man sich sofort wohlfühlt mit Virgin Suicide im Ohr. Nicht nur das, sie klingen so britisch, dass man um Punkt fünf Uhr zur Teetasse greifen will. Erzeugt wird diese Stimmung durch den Retro-Pop, den die vier Dänen veranstalten. So gut wie alle Songs wurden von Sänger Martin Grønne geschrieben und klingen wie 80er Pop aus dem Vereinigten Königreich mit 60er Einfluss der Beatles. Gleich „Sedate Me“ als Eingangssong, mit einer Melodie die zum Mitschweben einlädt, erinnert an Filme aus den 80ern. Das Stück „2nd Wave“ ist das einzige, das von Gitarrist Terkel Atsushi Røjle geschrieben wurde und mehr moderne Elemente enthält. Auffälligere Gitarre, inklusive richtigem Solo, bietet „The Thrill“ passend zum Titel. Darauf folgt mit „It’s never gonna be the same“ ein Lied, das sehr an R.E.M. erinnert. Es könnte der kleine Bruder von „Everybody Hurts“ sein, da auch die Stimmen von Michael Stipe und dem Virgin Suicide-Sänger nicht weit auseinander liegen. Etwas progressiver ist dann das Abschlussstück „Marble Sky“ auf der eher kurzen Platte.

Geschrieben und aufgenommen wurde sowohl in Los Angeles als SLEAZE.Virgin Suicide.Band1auch in Kopenhagen. Ihren ersten Auftritt hatten sie sogar schon 2012 und die fünf Musiker haben ihren Namen tatsächlich von dem Film The Virgin Suicides abgeleitet.

Obwohl es nur neun Lieder sind, hat die dänische Band hier etwas Besonderes veröffentlicht. Auch wenn ich selber in den 80ern noch gar nicht geboren war, fühle ich mich beim Hören der Musik gleich in die Vergangenheit zurückversetzt. Eine Zeit, die ich nur aus Filmen und Erzählungen kenne. Das bedeutet für mich persönlich die heile Welt aus Hollywood-Streifen wie Pretty in Pink, Schulterpolster und Schwärmerei über das damalige Lebensgefühl. Die Lieder von Virgin Suicide sorgen für die gleiche Stimmung wie Songs aus 30 Jahre alten Kultfilmen, denn dort gilt: „Dreams are my reality.“

Maurin

Interpret: Virgin Suicide
Album: Virgin Suicide
VÖ: 13.11.2015
Label: Nordic Music Society

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