Jim Jarmusch verbeugt sich vor dem Punkrock

Jim Jarmusch verbeugt sich vor dem Punkrock

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Jim Jarmusch. Dieser Name ist beinahe jedem Filmliebhaber ein Begriff. Genauso wie jeder Musikfreund sicher schon einmal von „Iggy Pop“ und den „Stooges“ gehört hat. Jims neuer Dokumentarfilm „Gimme Danger“ ist also quasi Pflichtprogramm für jeden, dem mindestens einer dieser Namen etwas bedeutet.

Wer Iggy Pop und The Stooges mit Songs wie „Lust For Life“, „I Wanna Be Your Dog“ oder „Search and Destroy“ und Jim Jarmusch mit Filmtiteln wie „Only Lovers Left Alive“, „Night On Earth“ oder „Coffee and Cigarettes“ in Verbindung bringen kann, der scheint Fan genug zu sein, als dass ihn diese Neuerscheinung interessieren muss.

SLEAZE + Jim Jarmusch Doku Gimme DangerNachdem der amerikanische Indie-Filmmacher Jim Jarmusch den Musiker Iggy Pop (bürgerlich James Osterberg) und seine Band „The Stooges“ über Jahre hinweg begleitet hat, Studiosessions und Konzerte filmisch festhielt, Interviews führte und lustige animierte Sequenzen produzierte, kommt der aus diesem Material entstandene Dokumentarfilm nun endlich in die deutschen Kinos.

So populär The Stooges heute sein mögen… das war nicht immer so: 1967 gründete Iggy in seiner Heimatstadt Ann Arbor, Michigan, die „Psychedelic Stooges“, angelehnt an die berühmte Comedy-Serie „The Three Stooges“. Eskalative Shows, hemmungsloses Benehmen und exzessiver Drogenkonsum brachten der inzwischen zu „The Stooges“ umbenannten Band vorerst hagelnde Kritik und schlechte Verkaufsbilanzen ein. Wie eine Granate schlugen die jungen Musiker mit ihren schockierenden Live-Auftritten und ihrem aggressiven Stil in die Musikszene der 60er Jahre ein und brachte ein häufiges Auseinanderbrechen und Wiederzusammenfinden der Band mit sich. David Bowie tauchte bekanntermaßen auf und versuchte zu helfen, aber letztendlich folgte die endgültige Auflösung. Jahre später gab es dann doch immer wieder mal mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, die Band zu einen. Doch trotz des Auf und Ab hatte die Band den Punkrock entscheidend geprägt und verdiente sich einen Platz in der Rock & Roll Hall of Fame. Iggy Pop bedankte sich standesgemäß – mit dem Mittelfinger.

Jim Jarmusch versteht es, in seinem Film die Geschichte einer Band zu erzählen, die – wie z.B. „The Velvet Underground“ – erst Jahre später zu den Klassikern der Rockgeschichte zählten, ohne jegliche Kritik einfließen zu lassen. Eher handelt es sich bei „Gimme Danger“ um eine Hommage vor allem an „The Stooges“ als Vorreiter des Punkrock, aber auch an Iggy als „Die nackte Brust des Punk“, wie „Die Zeit“ ihn liebevoll bezeichnete.

Fazit: Dieser Film ist die Verbeugung eines musikliebenden Regisseurs vor einer Kult-Punkrock-Band und definitiv einen Kinobesuch wert!!!

Sophia

Titel: Gimme Danger
Regisseur: Jim Jarmusch
Stil: Dokumentation, Musikfilm
Länge: 108 Minuten

FSK: ohne Altersbeschränkung
Verleih: Studiocanal

 

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