Jakob Kähler: Doppelt oder Nichts

Jakob Kähler: Doppelt oder Nichts

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maserati kühlergrillFotografie ist heute überall. Wir dokumentieren beinahe unser ganzes Leben und gewähren der Öffentlichkeit durch Facebook, Instagram und flickr einen Einblick auf den fotogenen Teil davon. Und fotogen ist in Zeiten von Photoshop ja auch ein eher dehnbarer Begriff. Mit ein wenig Technik-Affinität ist heute jeder in der Lage, seine Fotos toll aussehen zu lassen – was ja prinzipiell erst einmal nichts Negatives ist. Denn sind wir mal ehrlich: Hässliche Fotos sieht sich ja auch niemand gerne an. Was jedoch mit dem fototechnischen Fortschritt einher geht, ist die schier endlose Flut an Bildern, die heute (zumeist) im Netz kursiert. Wir haben so viel Speicherplatz zur Verfügung, dass die Qualität leider oft der Quantität unterliegt. Geschmäcker sind zwar bekanntlich verschieden, doch dass analoge Fotos meistens mehr hermachen als ihre digitalen Abkömmlinge, kann man finde ich schon so stehen lassen. Auf so einem Film hat man schließlich keine 3.000, sondern gerade mal 36 Bilder zur Verfügung, und einmal geknipst kann man die nun mal nicht mehr löschen. Durch diese Endgültigkeit und natürlich auch die Tatsache, dass die Entwicklung der Bilder auf Dauer nicht gerade günstig ist, überlegt man sich schon zweimal, was man sich vor die Linse holt.

Der Old- und Youngtimer-Enthusiast und leidenschaftliche Fotograf Jakob Kähler überlegt nicht nur, er belichtet auch gleich den ganzen Film zweimal. Seit etwa zwölf Jahren experimentiert er bereits mit dem Effekt der analogen Doppelbelichtung und richtet seine Kamera gekonnt auf Motive, die trotz – oder gerade wegen ihrer Unterschiede – zu einem einzigartigen Ganzen verschmelzen.

Durch den engen Kontakt zu gleichgesinnten Autofans auf Oldtimershows und Alpenüberquerungen hat er Zugang zu der Art Autos, die selbst für überzeugte Fahrradfahrer lamborghini frontwie mich optisch einiges hermachen. Diese Perlen der Ingenieurskunst kombiniert Jakob mit zumeist abstrakten Strukturen und Naturaufnahmen, die die Sportwagen in ein Licht rücken, in dem wir sie sonst nicht zu sehen bekämen. Ob Ferrari oder Porsche, Maserati oder Käfer, Jakob hatte sie alle schon vor der Linse und durch die Ästhetik der analogen Doppelbelichtung huldigt er ihrer Eleganz auf seine eigene Weise.

Da er mit seinen Bildern insbesondere den Nerv der Oldtimerfans traf und auch schon von leitenden Designern der Automobilindustrie viel positives Feedback bekam, hat Jakob sich dazu entschlossen, seine Kunst einem größeren Publikum zugänglich zu machen. In seiner Ausstellung “Take A Second Look” in Berlin-Friedrichshain können nun erstmals 20 seiner Werke im Großformat auf Alu-Dibond bewundert werden. porsche lenkrad

Die Vernissage war erwartungsgemäß ein Erfolg und wer sich in der Hauptstadt aufhält und Lust hat, darf sich gerne selbst ein Bild von Jakobs Schaffen machen. Dazu braucht man sich bloß mit ihm per Mail in Verbindung setzen. Und wer seine freie Zeit ungern auf Ausstellungen verbringt oder zumindest nicht extra nach Berlin kommen möchte, der muss sich zwar mit dem eigenen Bildschirmformat begnügen, kann aber auf Jakobs Website ebenfalls einen Blick auf seine Werke erhaschen.

Doch Jakob lässt nicht nur Autofans voll auf ihre Kosten kommen. Er hat unter anderem den Auftrag erhalten, zwei Boote der italienischen Luxus-Werft Riva abzulichten. Und da sich in zwölf Jahren zwangsläufig so einiges an Material ansammelt, wird man sich in Zukunft noch des Öfteren an Jakobs fotografischem Output erfreuen können.

Daniel

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