Ich glaub, ich steh im Wald

Ich glaub, ich steh im Wald

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Mit Schutzpatronen ist es ja so eine Sache für sich. Es gibt unzählig viele und jede Gruppe hat da ihren eigenen. Der heilige Einhornkraken-Astronaut von SLEAZE hört sich eigentlich auch gar nicht so schlecht an. Neben der bekannten Floskel „Weidmannsheil“ kommt bei den Jägern eben auch der Heilige Hubertus zu Wort. Dann gibt es da auch noch diesen Ort Wolfenbüttel, der die Heimat eines nicht allzu unbekannten Kräuterlikörs ist. So sollte die Verbindung zwischen Jägermeister, dem heiligen Hubertus und den Wolfenbütteler Festspielen klar sein.

SLEAZE.Hubertus.WaldVom 03. bis zum 06. November schmiss sich der orange Jägermeister-Hirsch in sein bestes Partyoutfit, lud seine besten Homies des Musikbusiness ein und feierte, bis das Geweih in alle möglichen Richtungen vom Kopf abstand.

Angekommen in den Spreewerkstätten, staunte ich nicht schlecht. Da haben doch die fleißigen Jägermeister-Wichtel einfach einen Wald in die Mitte Berlins gezaubert. Auch die Häuserfronten des angrenzenden Bürokomplexes wurden im Handumdrehen durch eine riesige Lichtinstallation in Wald verzaubert – mit passend unterlegten Geräuschen.

Auf dem Weg zu den Konzerträumlichkeiten (die nebenbei bemerkt so gut wie täglich wechselten) schlenderte man an Hochsitzen, in Flammen stehende Jägermeister-Logos und einem Fotoset im allbekannten Jägermeister-Stil vorbei.

Den Auftakt der Woche legten am Dienstag die zwei Mädels von Schnipo Schranke und ihres netten Herren hin, der die beiden tatkräftig mal am Schlagzeug, mal am Keyboard begleitete. Wer sie noch nicht kennt, sollte unbedingt mal ein Ohr auf sie werfen. Kleiner Tipp am Rande: Nicht von den netten Stimmen ablenken lasse, der Text ist das, worauf es ankommt 😉

Nach all der Musik mussten die trockenen Kehlen gestärkt werden. Wer nicht gerade ein Jägermeister-Fan ist, stand bei dem Getränkeangebot vor einer kleinen Herausforderung. An sich gab es Bier, Jägermeister oder irgendetwas mit Jägermeister. An dieser Stelle sende ich mal wieder liebe Grüße raus in die Welt. Diesmal allerdings an meine Jungs von Zuhause. Danke, dass ihr mich immer zwingt, die Jägermeister-Runden mit zu trinken. Ihr hattet recht. Es hat sich hiermit ausgezahlt.

Mit einem Jägi-Tonic ging es zurück auf die Tanzfläche, die Dennis Concorde bereits beschalte. Der aufmerksame Leser verfällt gerade ins Grübeln, woher er Dennis Concorde kennt. Na, da helfe ich doch gerne auf die Sprünge. Dennis ist einer der DJs, die am kommenden Freitag unsere Partygäste das Tanzbein schwingen lassen. Ein Mix aus Hip Hop und Trash, Tanzen und Mitsingen.

Wo sind die Gäste?

Der Mittwoch war … naja sagen wir mal so: TÜSN und Chefboss waren mega. Beide nicht nur top zum Hören, sondern auch zum Ansehen. TÜSNs wunderschöner Frontmann, der auch noch singen kann. Da sind um mich herum so einige Frauen- wie auch Männerherzen dahin geschmolzen. Cosby wäre bestimmt etwas für die andere melancholisch angehauchte MaLi-Hälfte. Liebste Mareike, hör mal rein 😉 Für mich war es so gar nichts.

Ich weiß auch nicht, was hier mit Jägermeister los war, aber trotz einem guten Lineup und freiem Eintritt waren sehr, sehr wenige Leute da. Gefühlt waren mehr Leute da, die gearbeitet haben als Gäste – und damit meine ich nicht Presse-Leutchen wie mich, sondern Leute, die hinter den Kulissen oder der Theke gearbeitet haben. Jägermeister: Was war da mit eurer Promo-Abteilung los?

Auch die extrem langen Wartezeiten zwischen den Bands waren nicht gerade Zuhörer freundlich. So ging Chefboss als dritte Band um viertel vor 1 auf die Bühne. Klar, man wartet lieber und hofft, dass noch Gäste kommen, bevor man die Künstler vor einem leeren Konzertraum spielen lässt, aber so lange Wartezeiten haben dann doch eher die gegenteilige Wirkung. Alles im allen lief der Donnerstag unter dem Motto: Morgen ist auch noch ein Tag.

SLEAZE.Hubertus.Wald.RomanoKlapps auf den Po

Der Donnerstag ließ hoffen. Vorab: Er war ausverkauft! Was schon mal die Publikumsmenge um gefühlte 103759538356762537% steigerte.
Nachdem die Jägermeister-Blaskapelle ihr Hit-Medley durchgespielt hatte, betrat Romano die Bühne. Mit „Klapps auf den Po“ oder auch seiner Metalkutte brachte er zugegebenermaßen auch mich zum Mitsingen. Doch bei den weniger bekannten Liedern ging es mir wie dem Großteil des Publikums: Wir waren einfach raus. Während seiner Bühnenperformance sah man Romano sein Alter doch ab und zu an, da konnte die flotte Sohle, die er aufs Paket legte, nicht viel richten.

Die Orsons sorgten für ausgelassene Tanzstimmung. Gesehen haben wir die Jungs dank dem Pfeiler mitten im Raum nicht viel, aber Platz zum Tanzen hatten wir allemal. Man muss eben Prioritäten setzen.

Letzter Live-Act für diesen Abend waren Jennifer Rostock. Dem Anschein nach war so gut wie das komplette Publikum ihretwegen da. Kurzum: Die Stimmung war auf dem Höhepunkt und keiner dachte während der Show daran nachzulassen.

SLEAZE.Hubertus.Wald.SdDMaLi wieder vereint

Am Freitag kam es zur großen und lang ersehnten Reunion von MaLi. Was daraus entstanden ist, siehst du noch diese Woche. Stay tuned 😉
Die Jungs von Schluck den Druck hatten das Los der ersten Band am Abend. Nach kurzer Aufwärmphase haben sie das Publikum schnell auf ihre Seite geravet. Spätestens bei gemeinsamen Jogaübungen und Schokolade essen war das Band zwischen Band und Publikum geknüpft. Der Spanier Kid Simius zeigte nicht nur durch sein gepunktetes Partneroutfit mit seinem Partner-DJ , dass Electro auch ganz anders sein kann. Das Highlight seines Auftrittes war eindeutig die Flamenco-Tänzerin und das Feature mit Bonaparte. Booka Shade war so gar nicht mein Ding. Gefühlt nahm hier die starke Electrogemeinde nach und nach ab. Dasselbe Spiel war auch beim DJ-Team Ehret + Rath, hinter dessen eine Hälfte sich der Trash-Fotograf Oliver Rath versteckte. Selbst Kometen Bernhard konnte das restliche Publikum nicht halten und so leerte sich der Raum doch erheblich und recht schnell.

SLEAZE.Hubertus.Wald.BSUnd wie war‘s jetzt?

Vier Tage Jägermeister Hubertusfest kann man auf jeden Fall mal machen, auch wenn das Nachtbus fahren bedeutet. Wenn man Getränke-technisch nicht allzu wählerisch ist oder sogar total auf Jägermeister abfährt, dann herzlich Willkommen im Paradies. Fotoboxaktion gehört natürlich auch dazu. Aber ganz klar steht die Musik im Vordergrund und da war ganz eindeutig für jeden was dabei. Hiermit ein kleines High-Five ans Booking und vor allem an alle fleißigen Menschen, die so eine Mega-Location zusammengeschreinert haben. Bei den nächsten Wolfenbütteler Festspielen in deiner Nähe solltest du dir das Lineup unbedingt näher anschauen. Wenn du mit ihm was anfangen kannst und dir längere Wartezeiten zwischen den Bands nichts ausmachen, dann nichts wie hin mit dir.

Lisa

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