Huel: Die gesunde Wahl?

Huel: Die gesunde Wahl?

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Vor einiger Zeit wurde uns ein großes Paket des Nahrungs(ergänzungs)mittels Huel ins Büraw geliefert – zum Testen. Da das Zeug aussah wie ein Pumper-Set mit der großen weißen Tüte, den Packungen und der obligatorischen Plastikflasche, stellten wir es in eine Ecke und warteten auf Inspiration – oder Appetit.

SLEAZE + Huel
Ob…ligatorisch oder nicht?

Der Appetit kam zuerst und so näherte ich mich ein paar Wochen später neugierig. Kurz zuvor hatte ich von einem Sportkumpel gehört, dass die Firma ganz schön die Werbetrommel rührt und er auch neugierig auf die Sachen ist. Warum also nicht testen, wenn wir es schon dahaben? Wenn es zu eklig ist, kann ich ihm die Sachen ja schenken, hihi.

Kokain oder Hasch?

Gesagt, getan. Als erstes fällt das T-Shirt auf, auf dem recht groß der Markenname steht. Schade, ein cooleres, dezenteres Shirt hätte ich zum Sport gut gebrauchen können. Aber unter Schriftgröße 80 machen es die meisten BWL-Bürohengste ja leider nicht. J

In den Boxen sind Riegel in verschiedenen Größen, die aber beide Kokos-Geschmack haben. Ob es da Flavor-Unterschiede bei den Packungsgrößen gibt? Spannend, spannend. Dann gab es noch eine Tüte mit „Granola“, das „vegan und glutenfrei ist und alle essentiellen Fette enthält, Kohlenhydrate, Proteine, Ballaststoffe, Phytonährstoffe und alle 26 Vitamine und Mineralien, die der Körper braucht“ – so formuliert es jedenfalls Huel.

In der nächsten Tüten-ähnlichen Packung ist eine Art Backpulver, das ich verrühren soll. Aber ich glaube, eigentlich ist das ein Drink. Sowas hatte ich früher schon mal in einem Fitness-Anfall versucht und als eklig empfunden. Aber vielleicht bekomme ich ja ein Fitness-Törtchen hin.

SLEAZE + Huel
Riegel Miguel (so hab ich ihn getauft, kurz bevor ich ihn vernaschte)

Aber zuerst abriegeln. Die Box ist unerwartet schwer für Riegel. Ich kenne eigentlich nur die CORNY Riegel von UTZ, und die wirken immer so leicht, als ob da nicht viel drin ist (was an Gesundem wahrscheinlich der Wahrheit entspricht). Hier werte ich das Gewicht als gutes Zeichen. Die optische Verpackung (insgesamt von Huel) wiederum wirkt dagegen wie Astronauten-Nahrung oder irgendein chemisches Mittel, vielleicht Fleckenentferner. Eindeutig als nicht so positiv zu bewerten. Wir vermerken auf unserem Bewertungsbogen also ein Plus und ein Minus.

In der Box gab es dann Riegel in einer Art Alufolien-Verpackung mit Kokos-Geschmack. Das Layout dieser Verpackung bleibt stimmig, aber leider weiterhin nicht für mich passend. Doch es kommt ja auf die inneren Werte an. Also her mit dem Riegel.

Hart abriegeln

Auch wenn ich sonst für möglichst offene oder am besten nicht vorhandene Grenzen bin – hier kann man mal richtig abriegeln. Das würde sicher auch den unsympathischen Menschen Horst Seehofer und Markus (der sollte eigentlich auch Horst heißen) Söder gefallen.

Der Riegel erinnert mich an meine wenigen Haschisch-Momente. Ein gräulicher Klumpen, von dem man sich entweder etwas abbrach oder mit einer Feuerzeugflamme ein kleines Stück löste. Das stank dann immer etwas und in meinem jungfräulichen Hirn kamen Horrorgeschichten von gestrecktem Hasch mit zerriebenen Autoreifen hoch. Die Krümel wurden dann mit Tabak vermischt, gerollt, manchmal noch so ein komischer Filter aus BVG-Fahrkarte gebastelt und dann VORN! angezündet. Fertig ist der Hasch-Joint.

Ob das mit den Huel-Riegel auch geht, probieren wir im nächsten Test. Zunächst war ich aber so hungrig, dass ich etwas von dem krümeligen Barren abbiss. Die Konsistenz der Riegel war nicht so geil – und dieser Eindruck hat sich im Laufe weiterer Test bestätigt.

SLEAZE + Huel
Huel Granola mit DIY- / Machs-dir-selber-Set.

Trotzdem hatte der H(asc)huel-Riegel etwas. Er schmeckt nicht so schlimm wie gedacht – und man war nach spätestens dem zweiten Riegel gut gesättigt. Das Gewicht des Riegels ließ sich dann auch im Magen nieder. Und nach ein paar Tagen war die erste Box leer. Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. Also irgendwie doch geiler als gedacht.

Nun voll mit Power und noch motivierter, machte ich mich an das Granulat. Äh ne, Granola heißt das. Und wieder einmal stehe ich vor der Wahl: Milch rein und den positiven veganen Aspekt mindern oder eins der vielen veganen Milch-Sorten nehmen, die aber alle schon pur nicht so lecker sind oder vier Euro den Liter kosten.

Was / Wer kostet die Welt?

Aber schließlich ist es ein Test und unser Obersleazel muss eh alles zahlen (hähä). Also hole ich Mandelmilch und die teuerste Bio-Milch, die es in der Bio Company gibt. Die Bio-Milch gewinnt, aber vielleicht liegt das auch noch an meinen klassisch geschulten Geschmacksnerven (auch nach zehn Jahren Veggie-Dasein ist das noch nicht ganz raus, #dämn-lich).

Aber auch mit der Mandelmilch funktioniert Granola gut. Ein großer Pluspunkt ist, dass die Kaumuskeln etwas zu tun haben. Das zeigt sich bei allen guten Müslis und bedeutet, dass in dem Müsli auch mal etwas Anständiges drin ist. Allerdings ist es daher nicht so gut für diejenigen geeignet, die nicht ordenlich kauen können. Und es besteht ein Restrisiko, dass du nicht nur fit wie einst Arnie wirst, sondern auch die obligatorischen Schwarzenegger-Kanten im Gesicht bekommst.

Preislich ist das Ganze natürlich recht premium. So ein Set mit angeblich 28 Mahlzeiten kostet um die 65,- (natürlich inklusiven Shirt und Becher J). Wer sich gesund ernährt, ist höhere Preise aber auch gewohnt.

Ziehen wir ein Fazit!

Ich bin positiv überrascht von Huel. Die Optik schreckte mich etwas ab, aber der Inhalt überzeugt sehr. Zu den Preisen fehlen mir die Erfahrungen, aber es wirkt schon recht teuer. Wen das nicht schreckt, sollte Huel und sich einen Versuch gönnen.

Leazel

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