Horizon Zero Dawn: Sympathische Heldin vs. Top-Grafik

Horizon Zero Dawn: Sympathische Heldin vs. Top-Grafik

Sony PlayStation hat uns nach Hamburg eingeladen, um das als Grafikbombe angepriesene Horizon: Zero Dawn anzuspielen. Jetzt hatte wir endlich auch das Spiel bei uns im Büro und konnten uns in der Welt von Protagonistin Aloy (wird übrigens Ej-Loi ausgesprochen) umschauen. Welche Eindrücke das Spiel bei uns hinterlassen hat, verraten wir dir selbstverständlich.

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Guerilla Games, die bekannt sind für die Ego-Shooter-Reihe Killzone, haben sich diesmal an einem anderen Genregemisch versucht. Diesmal geht es in Richtung Fantasy, Science-Fiction und Dystopie, inklusive gelungener Open World. Neben der krassen Grafik ist Horizon: Zero Dawn ein Spiel mit einer Story, die einen mitreißt und neugierig macht auf mehr. Seit Spielstunde Eins bin ich am Mitfiebern und Rätseln, was in dieser Spielewelt los ist.

Als Aloy kannst du wählen, was du fragst oder antwortest. Manchmal beeinflusst dies das Verhalten des Gesprächspartners und den Lauf der Geschichte.

Protagonistin Aloy ist ein reifer Charakter mit Grips und Charme. Sie ist sehr liebenswert und ich habe sie schnell ins Herz geschlossen. Ihre Gutmütigkeit sollte aber nicht von ihren Kampfskills ablenken. Kommt ihr jemand blöd, sieht das eher schlecht aus für den oder die Gegner.

Aber jetzt mal kurz zur Story. Am Anfang begleiten wir Aloy als kleines Kindergartenkind. Nun ja, zu dieser Zeit gibt es nicht wirklich Kindergärten geschweige denn Großstädte, Autos oder generell moderne Sachen halt.

Hier ein hübsches Horizon-Auto

Jedenfalls nicht so, wie wir sie kennen. Nur noch Ruinen erinnern an eine Welt, die der unseren gleicht. Unsere Heldin in spe Aloy und ihr Zieh-Vater sind aus ihrem Stamm ausgestoßen worden. Ihre ganze Kindheit hat sie also außerhalb der Gemeinschaft verbracht – was sie natürlich prägte. Die Abneigung der Nora gegenüber den Ausgestoßenen hat Aloy zu einer starken (aber dennoch gutmütigen) Persönlichkeit geformt.

Nach einer Konfrontation mit Kindern vom Stamm (Kinder können echt gemein sein) reicht es Aloy und sie beschließt herauszufinden, wer ihre Mutter war und wieso sie ausgestoßen wurde. Allerdings steht ihr das Leben noch ein wenig im Weg: Keine Info ohne Hürde. Sie kann die Infos nur erhalten, wenn sie sich dem Initiationsritual des Stammes stellt. Im Laufe der Jahre bereitet sie sich also auf das Ritual vor und wird zu einer ausgezeichneten Jägerin, Sammlerin und Kämpferin.

In der Zukunft braucht man keine Spiegel

In einer Ruine findet Aloy als Kind ein Gerät, das aus der modernen Zivilisation stammt. Damit kann sie verschiedene Dinge sehen, die ihre Mitmenschen nicht wahrnehmen. So z.B. das Verhalten von Maschinen, die sie analysiert und ihre Schwachstellen findet. Damit rettet sie – selbst noch ein Kind – unter Gefahr ihres eigenen Lebens einen Stammesjungen. Das Gerät kann aber auch Lebewesen scannen und identifizieren und auf Memos aus vergangener Zeit zugreifen. Alles in allem also ein sehr praktischer Fund.

Im Erwachsenen-Alter bekommt sie mit, wie Stämme / Dörfer von Wesen mit Masken angegriffen werden und Maschinen, die vorher mehr oder weniger friedlich gesonnen waren, plötzlich aggressiv reagieren. Schuld daran ist ein Virus, welches das Programm der Maschinen überschreibt und Menschen als Gegner der Maschinen proklamiert. Aloy hat also eine jede Menge Dinge zu erledigen: Herausfinden, wieso sie ausgestoßen wurde, wer und wo ist ihre Mutter, wer greift die Dörfer an und was ist das Ziel und wieso ist die Menschheit untergegangen? Also generell: Was ist da los?

Jägerin, Looterin und Abenteuerin

Aloy ist Bogenschützin und Jägerin und verübt ihren Beruf verdammt gut. Neben dem Bogen hat Aloy einen Speer. Diesen kann sie natürlich im Nahkampf benutzen, um den einen oder anderen mal ein wenig anzupieksen. Das Besondere dabei ist aber eigentlich, dass sie damit Maschinen überbrücken kann. Zum Beispiel kann sie damit Dino-Wesen reiten. Investierst du genug Fertigkeitspunkte, gibt es sogar die Option, dass du dir deine Mitreit-Gelegenheit rufen kannst. Das passiert hier zwar nicht per Telefon, sondern per pfeifen, ist dafür aber eine meiner Lieblingsfähigkeiten von Aloy.

Damit Aloy genug Vorrat an Munition, Heilzeug etc. hat, kann sie an verschiedenen Orten Pflanzen und andere Gegenstände finden, mit denen sie Sachen craften kann. Aber auch die Maschinen, die Aloy besiegt, enthalten meist wertvolle Materialien, die wichtig für Aloys Überleben außerhalb der Stämme sind. Trifft Aloy in den bevölkerten Ortschaften auf Händler, kann sie ihre erbeutete Ware verkaufen. Generell kann sie mit den Menschen interagieren und du kannst auswählen was sie fragen soll oder wie sie antworten soll. Manche Interaktionen, die du selber wählen kannst, beeinflussen sogar den Dialogverlauf.

Haare zählen mit der PlayStation 4 Pro

Es sieht unglaublich schick aus. Wir haben das Spiel auf der PlayStation 4 Pro gespielt (wenn schon die Gelegenheit besteht, schlagen wir natürlich gleich richtig zu) und es war eine unglaubliche Augenweide. Es war teilweise so, dass ich nur auf Barthaare etc. gestarrt habe und fast angefangen habe jedes einzelne Haar zu zählen.

Auch Fauna und Flora sind sehr detailreich gestaltet, so dass nichts matschig rüberkam und man sich neben dem Spiel auch die Zeit genommen hat, um sich in der Umgebung umzuschauen (macht man ja eigentlich sowieso, aber hier war man schon irgendwie am Staunen). Aber auch auf der normalen PlayStation 4 sieht das Spiel supergeil aus.

 

Nachdem wir dann den Grafik-anhimmeln-Moment überwunden haben, haben wir uns rangesetzt, um die Welt von Horizon: Zero Dawn zu erkunden. Besonders interessant fand ich die Ruinen der vergangenen Zivilisation. Man findet viele Hinweise darauf, dass die Menschen vor dem Ende sehr fortschrittlich bzw. uns sehr ähnlich waren. So kann man schon mal Autowracks oder alte Bürotische oder -stühle finden. Als Spieler weißt du natürlich genauso wenig wie Aloy, wieso die Welt so ist, wie sie ist. Die offenen Fragen und das Kollidieren der vermeintlich alten Welt, die in der Zukunft liegt und der fortschrittlichen Zivilisation, an die nur noch Ruinen erinnern, hat das Spiel für mich sehr interessant gemacht. Zwar wirkt Aloys Welt wie zurückversetzt, allerdings ist sie nicht unbedingt unfortschrittlich.

Offensiv, Defensiv oder abhauen

Horizon: Zero Dawn basiert nicht aus rundenbasierenden Kämpfen. Als Spieler kannst du selbst entscheiden, ob du dich vor Kämpfen drückst oder lieber in die Offensive gehst und alles vermöbelst, was dir im Weg steht. Das Kampfsystem finde ich sehr gut gemacht und abwechslungsreich gestaltet.

Steht vor dir ein Riesenklotz an Maschine, lohnt es sich, taktisch zu agieren. Neben Speer und Bogen kann sich Aloy nämlich Fallen craften oder kaufen. Willst du nicht gleich von den Maschinen weggeklatscht werden, solltest du dich auf einen Kampfstil zwischen Fallen legen und ab und zu mal draufhauen konzentrieren (Vor allem, wenn deine Zielgenauigkeit der meinen gleicht). Allgemein betrachtet besteht ein Kampf aus einer (gesunden) Mischung Stealth, Draufhauen bzw. Draufschießen und strategisch platzierten Fallen (oder ab und zu auch aus Wegrennen).

Das Erkunden der Welt macht richtig Spaß. Abgesehen davon, dass die Welt super aussieht und auch sehr vielfältig ist, kannst du auch viele Dinge finden. Du musst generell immer die Augen offen halten, da sich seltene Artefakte, also Reste der vergangenen Zivilisation, in der Welt finden lassen.

Was ich auch schön umgesetzt finde, ist der Tag-Nacht-Zyklus und die wechselnde Wetterlage, was das Spiel in Kombination mit der tollen Grafik authentisch rüberkommen und irgendwie auch real erscheinen lässt.

Kleine „negative“ Bemerkung

Mit dem Maschinen-Express erspart man sich einiges an Zeit, aber bitte das looten nicht vergessen!

Da die Welt, in der du dich bewegen kannst, ziemlich groß ist, sind die Wege teilweise sehr lang. Das Gute daran, du kannst auf deinem Weg verschiedene Sachen looten. Wenn man aber in der Geschichte vorankommen möchte, wird das irgendwann leicht nervig (wobei man nie genug Heilzeug craften kann). Du kannst diese langen Wege aber auf zwei Arten kürzer gestalten. Entweder du schnappst dir einen Robo-Dino, überbrückst ihn und bist mit ihm schneller unterwegs als zu Fuß oder du craftest dir ein Fast-Travel-Pack und nutzt es, um mit einem Ladebildschirm direkt zum Ziel zu reisen.

Horizon: Zero Dawn ist für mich ein unglaublich gelungenes Spiel. Es reißt einen mit, man kann die Protagonistin eigentlich nur lieb haben und man ist, wenn man Haupt-, Neben-, Jagd- und etc.-Missionen alle macht, einige Stunden unterwegs. Die Welt lässt das Spieler- und Erkunderherz höher schlagen und eigentlich möchte ich jetzt auch weiterspielen.

Viel Spaß,
Magda

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