Happy Release Day, Lingua Nada

Happy Release Day, Lingua Nada

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Wie auf einem LSD-Trip tapst die erste Full-Length der Leipziger Lingua Nada heute hinaus in die große, aufregende Welt. Mal selbstbewusst und geradlinig bis hin zu freudig erregt und voller Euphorie auf das, was da so kommen wird.

SLEAZE + Lingua Nada
Alles etwas verschwommen..

Dann plötzlich aber etwas ungeschickt, wie ein Betrunkener in einem Porzellanladen, dem auf einmal alles zu hektisch wird und die Flucht ergreift, natürlich nicht ohne dabei ins ein oder andere Regal zu stolpern, um schließlich auf der Wiese zu liegen und sich an den Wolken zu erfreuen, die unaufhörlich ihre Farben wechseln. „Just Go!“

Tag der Geburt!

„Snuff“ feiert sich heute selbst. Dog Knights Productions und Kapitän Platte haben zum Geburtstag eingeladen. Ein 40-minütiger Mix aus Indie-, Surf-, Math-, Postrock und auch etwas Grunge, bestehend aus verzerrten Signalen, fiesen Breaks, kaputten Strukturen und hier da einer Melodie, die laut Eigenaussage manchmal sogar direkt bei den Red Hot Chili Peppers ausgeborgt wurden. Mir gefällt die geborgte Version sogar besser als die Originale.

Die Texte sind unverständlich und werden nicht(!) im Booklet abgedruckt. Geplant war ursprünglich ein Pop-Album. Räumliche Beklemmung und die Tücken des Sommers, welche sich auch auf die Effektgeräte der Band ausgewirkt haben, haben aus einem Pop-Album jedoch die absurdesten 40 Minuten gemacht, welche die Leipziger je aufgenommen haben – wie sie selbst sagen.

Die fiese Fratze rollt und rollt und rollt…
SLEAZE + Lingua Nada
Cover „Snuff“

Ich kann nicht beurteilen, wie eng und wie heiß es im eigenen Aufnahmestudio des Sängers und Gitarristen Adam Lenox Jr., der die Platte selbst produziert hat, war. Aber ich kann der Band zustimmen, dass das, was ich da höre, mir mit einem fiesen Grinsen ins Gesicht spuckt, um mich dann wieder zu umarmen und mir zu sagen, dass es mich lieb hat. Die fiese Fratze will nicht wie ein offenes Buch gelesen werden.

Nach einem kurzen Ausflug mit dem Raumschiff rollt „Snuff“ auf Rollschuhen zu den Klängen irgendwelcher Fönfrisuren durch neonfarbene Discos, bis es von Kurt Cobain ein Bein gestellt bekommt und sich wieder im Kampf um die Galaxie befindet. Konventionen müssen am Eingang abgegeben werden. Mit einem Laserschwert in der Hand schwinge ich meine Hüften zu Indiepop und erfreue mich noch immer über die vielen bunten Farben. Zu hören und vorbestellen gibt es die Farben auch schon. Zugreifen!

Künstler: Lingua Nada
Album: Snuff
Label: Kapitän Platte, Dog Knights Productions
VÖ: 23.03.2018

Pascal

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