Halo: Reach – Würdiger Abschluss einer Ära?

Halo: Reach – Würdiger Abschluss einer Ära?

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Halo
Halo:Reach

 

(Genre: First-Person-Shooter, System: Xbox360, Publisher: Microsoft Game Studios, Erscheinungsdatum: 14. September 2010)

 

März 2002 war es soweit: Halo: Kampf um die Zukunft erschien für die Xbox und bescherte Microsofts ambitioniertem Videospiele-Experiment den ersten großen (und was die Xbox 1 angeht, auch einzig wirklichen) Hit.

Bis heute ist es DAS Aushängeschild der Xbox und Xbox360 und in enger Verbundenheit mit den Namen Microsoft, Xbox und Bungie. Letztere werden nach Halo: Reach wohl dem beliebten Universum erst einmal den Rücken kehren und sich endlich einmal wieder anderen Spieleprojekten widmen.

Aber zunächst gilt es mit der Halo-Reihe die 30-Millionen-Marke – an bislang verkauften Halo-Games – zu sprengen. Auf ins Gefecht!

 

Halo
Halo

 

Wir treten als neustes Mitglied einer Elite-Einheit unseren Dienst zu einer Mission auf dem Planeten Reach an. Die Kolonie Reach ist für die Menschheit unter anderem deswegen von großer Bedeutung, weil sich hier die Ausbildungsstätte der so genannten Spartans befindet. Ein Spartan ist eine Art Super-Soldat in High-Tech-Rüstung. In jedem Einzelnen stecken viele Jahre Energie und noch viel mehr Credits.

Unsere Truppe ist nur eine Handvoll Spartans, welche es aber locker mit ganzen Armeen der verfeindeten Alien-Völker – Allianz genannt – aufnehmen kann. Und genau das wird dieser kleine verschworene Haufen auch tun müssen, denn die Allianz möchte Reach dem Erdboden gleich machen und greift mit allem an, was sie hat.

 

Als Teil des Noble Teams kämpfen wir uns durch hitzige Feuergefechte und erleben einmal mehr, was Halo so besonders macht: ein straighter Shooter mit toller Spielbarkeit und unglaublich dichter Atmosphäre. Im Grunde ist das Spielprinzip total simpel und repetitiv.

Dass das Game dennoch zu keinem Zeitpunkt öde wird, liegt an den (gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden) fordernden Gegnern, dem guten Handling der Spielfigur und einer anpeitschenden Sounduntermalung. Zudem wirken die Landschaften und Schlachtfelder immer sehr riesig – auch wenn man sich in einem eher eng-abgesteckten Raum durch die Missionen schießt.

Dieser Gaumenschmaus von einem Gameplay wird exponentiell gesteigert, wenn man zu viert online die Story zockt. Dabei sollte man keinen anderen als den höchsten Schwierigkeitsgrad wählen und mit drei Freunden den verzweifelten Kampf um Reach im Team erleben.

Hier kommt besonders eine weitere Spezialität von Halo zur Geltung: fahr- und fliegbare Vehikel. Egal ob Panzer, Truck oder Kampfhubschrauber – alle Fahrzeuge können selbst gesteuert werden und sogar feindliche Fahrzeuge gekapert werden. Dies macht vor allem dann einen Heidenspaß, wenn man selbst z.B. den Panzer lenkt, während drei Kumpels mitfahren und die Kanonen bedienen – kaum ein anderes Co-Op-Game kreiert ein solch dichtes „Team-Gefühl“!

Und neben dem hervorragenden Team-Multiplayer, darf man natürlich auch wieder gegeneinander in Schlachten ziehen – was allein schon für viele Fans als Kaufgrund genügt. Das sind seit jeher die großen Stärken von Halo, und auch Halo: Reach zelebriert diese Zutaten abermals gekonnt. Allerdings tut das Game wenig mehr als das. Auffälligste Neuerung ist da noch die Möglichkeit, sich selbst die Rüstung zusammenzustellen und durch verdienten Credits und Erfahrungspunkten, noch schickere Teile zu kaufen. Was uns zu den negativen Punkten bringt.

 

 

Da Halo: Reach zeitlich noch vor dem ersten Halo-Teil spielt und durch Bücher und Spiele schon bekannt ist, dass Reach vernichtet wird, ist von vornherein der Story ein wenig das „Salz“ genommen.

Leider schafft es das Spiel nicht, eine wirklich interessante Geschichte zu erzählen. Diese ist deutlich weniger packend als Halo 3. Das könnte auch daran liegen, dass man ohne den wortkargen, coolen Masterchief auskommen muss. Denn ist zwar auch dieser ein Spartan, so war er aber in Halo 1-3 eben der letzte seiner Art und kein weiterer vollkörperrüstungstragender Über-Soldat unter vielen – oder zumindest einigen. Noch dazu wird jeglicher Anflug von Spannung durch ein weiteres Markenzeichen der Halo-Serie zerschmettert: die schlechte deutsche Synchro! Die Sprecher klingen wirklich, durch die Bank durch, katastrophal untalentiert und vor allem –motiviert. Keine Ahnung, wo Microsoft jedes Mal solche Dilettanten ausgräbt, feierlich ist es jedenfalls nicht mehr! Dieser trashige Touch passt keinesfalls zu dem ernsthaften Setting. Gerade da doch Mass Effect vormacht, wie das heutzutage bei einem Multi-Millionen-Seller klingen muss! Des Weiteren kann die Grafik nicht mehr wirklich überzeugen.


Mit gutem Willen kann man attestieren, dass das Spiel einen Tick besser als Halo 3 aussieht. Allerdings sehen die näheren Landschaftstexturen schon ziemlich trist und platt aus. Auf der Haben-Seite bleibt, wie gesagt, eine gute Fernsicht und das Gefühl, wirklich in einem „großen Szenario“ zu kämpfen – dies war aber bei Halo 3 auch nicht anders. Diese „Kritik“ ist letztlich jedoch nur ein Indiz dafür, dass die Xbox360 technisch offenbar am Limit angelangt ist und wir die nächste Grafikrevolution erst mit der nächsten Konsolengeneration erwarten dürfen.

 

Alles in allem erwarten den Spieler wieder viele Stunden Halo-Spaß, welcher genau das liefert, was sich Fans von einem Halo-Titel erhoffen: Multiplayer-Fights, Co-Op-Action für bis zu vier Spieler und dramatische Feuergefechte! Was man nicht geliefert bekommt, sind wirkliche Innovationen, eine spannende Story oder endlich mal deutsche Stimmen, bei denen man sich nicht wünscht taub zu sein. Shooter-Freunde sollten nach Möglichkeit das Game aus England importieren, da die deutsche Version leider jeden nötigt, sich den Mist anzuhören!

ie englische Fassung bietet talentiertere Sprecher und optional auch deutsche Untertitel. Ob in Englisch oder „Grotten-Deutsch“: insgesamt ist Halo: Reach einen Tick schwächer einzustufen als Halo 3.

Nichtsdestotrotz, vielen Dank an Bungie für 8,5 Jahre voller epischer Shooter-Momente!

 

http://halo.xbox.com

 

Pascal

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