Groningen: Feiern 3.0

Groningen: Feiern 3.0

TEILEN
SLEAZE + Groningen

Groningen ist nett, freundlich – und cool! Eine kleine Stadt mit gut 580.000 Einwohnern, gelegen im Norden der Niederlande an der Nordsee und unweit der deutschen Grenze. Klingt alles charmant, aber was macht das Städtchen so cool?

SLEAZE + Groningen
Ruinen fürs Partyvolk – wie einst in Berlin…

Zunächst einmal gefällt mir immer in diesem Land die Lebenseinstellung. Immer freundlich, öfter ein Witz auf den Lippen, einen guten (Design-/Kunst-/Architektur-)Geschmack und selbst im Geschäftsleben wird meist nicht vergessen, dass das Leben Spaß machen sollte. Der große östliche Nachbar könnte sich davon mehr als nur eine Scheibe abschneiden…

Groningen hat allerdings mehr als diese guten Standards zu bieten. Erstens ist sie eine Studentenstadt. Und Studenten haben ja oft gewisse Ansprüche, was ihr Studentenleben angeht. Sie wollen ihren Kopf nicht nur mit intellektuellen Inhalten füllen, sondern gern auch mit Alkohol und anderen (schönen) Dingen im Leben.

Daraus entstand wie so oft bei großer Nachfrage vielfältiges Angebot in Groningen, das sich inzwischen weit über durchschnittliche Studentenbudgets hinaus entwickelt hat. Einige spannende Konzepte stellen wir jetzt vor und zeigen, dass sich ein Besuch (und auch ein Studium) in dieser Stadt lohnt.

Dot

Diesen Punkt auf der Landkarte sollten sich alle merken, die auf eine andere Sicht der Dinge stehen. Ursprünglich als Planetarium konzipiert, hält das Dot nun ein 3D-Kino parat, inklusive 3D-Sound und programmierbares RGB-Lichtsystem. Klingt gut? Sieht auch so aus!

Kombiniert man das mit der Party-Location im Erdgeschoss, hat man hier einen abgefahrenen Chillout-Raum. Gerade arbeiten sie an einem Visuals-Ambient-Konzept mit einem internationalen DJ, den wir hier aber noch nicht verraten. 🙂SLEAZE + GroningenDazu ist im Dot noch ein Restaurant integriert und draußen wartet an einen Strand am Oosterhamrikkanaal auf ein ausgiebiges Sommer-Open-Air-Chillen. Fazit: Ordentliches Gesamtkonzept für einen gelungenen, langen Abend.

Paradigm Festival

In der Liste ein Festival vorzustellen, macht eigentlich nur wenig Sinn. Festivals finden meist nur einmal im Jahr statt und dann meist nur ein Wochenende. Aber das Paradigm Festival zeigt neben elektronischer Musik und renommierten Namen wie Dennis Ferrer sehr schön, wie kreativ und intelligent Events sein können.

Beim achten Paradigm Mitte August plauderten die Veranstalter munter aus dem Nähkästchen und anderen Schmuckschatullen. Sehr nachahmenswert ist die Idee, dass sie ihre Bühnen von Künstlern mit einem guten Konzept umsetzen.

Noch interessanter und schräger ist aber das: Sie überlegen, wie sie die menschlichen Ausscheidungen positiv nutzen und – auch wenn das eigenwillig formuliert sein mag – zu neuem Leben erwecken können. Der Nachhaltigkeitsgedanke sitzt da mit auf der Toilette.SLEAZE + Groningen

Inzwischen ist das Ziel, dass sie die Abfälle kompostieren und mit der Energie zum einen Wärme für die Party-Location im Winter erzeugen und speichern. Zum anderen soll der Kompost das Obst und Gemüse für das geplante Restaurant unterstützen.

Das würde ich nun nicht unbedingt so groß auf der Speisekarte vermerken, aber ökologisch und nachhaltig ist das eine runde Sache. Also zumindest, wenn der Kompost von Party-Menschen verwertbar ist…

Mr. Mofongo

Der abgefahrenste Veranstaltungsort aber ist Mr. Mofongo. Dieser Ort ist Restaurant, Bar und Innovations-Hub in einem. Wer sich für fancy Technik interessiert oder für Gastronomie, muss hierherkommen.

Warum? Weil hier Daniel Düsentrieb den Betrieb optimiert hat. Das fängt damit an, dass die verschiedenen Spirituosen von einem Roboter angeliefert werden. Der fährt die gut zehn Etagen an Spirituosen hoch und wandert gemäß der Eingabe des Bartenders zu dem Hahn, an dem die gewünschte Spirituose platziert ist – und füllt je nach Wunsch ein.

Noch cleverer ist der Weinbereich. Damit die guten – und teuren – Weine nicht mit Sauerstoff in Berührung kommen, wurde eine Nadel entwickelt, die durch den Korken durchsticht und Wein entzieht. Das geschieht in einem Vakuum, so dass sowohl der Wein verschlossen bleibt als auch, dass kein Sauerstoff eindringen kann.

SLEAZE + Groningen
Bar-riere-frei dank Roboterarm

Und bei einer Bar in den verwinkelten Katakomben Mr. Mofongos steht mein persönliches Highlight: das (von mir so getaufte) Paternoster-Regal. Normalerweise sind die Barregale gefüllt mit jede Menge Flaschen. Jeder der üblichen Verdächtigen hat seinen Platz. Da es sich meist um 0,7- oder 1,0-Liter-Flaschen handelt, also recht viel Platz.

Das Paternoster-Regal ist eigentlich ein Fahrstuhl auf zwei hintereinanderliegenden Ebenen. Dadurch können mit wenig Platz viel mehr Flaschen untergebracht werden als mit einem Standardregal – und cooler sieht das auch noch aus. Mr. Mofongo hat natürlich noch viel mehr Spielereien, aber die solltest du selbst erforschen bei deinem Groningen-Trip.

Das war mein kleiner Einblick in die Event-Welt Groningens. Nun müssen wir nur noch den Abend standesgemäß beenden. Und das macht man am besten mit einer Fahrt ans Meer. Auch wenn das natürlich eher Westen als Osten ist, kann man dort perfekt die Nordsee und die Natur genießen und entspannen, während man auf dem Sonnenaufgang wartet!

danilo

KEINE KOMMENTARE

Kommentar verfassen