GRID: Total abgefahren oder auf Schleichwegen unterwegs?

GRID: Total abgefahren oder auf Schleichwegen unterwegs?

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Anschnallen, Gang einlegen und aufs Gaspedal drücken. Nein, kein Fast & Furious, sondern GRID. Dir kommt der Titel bekannt vor? Nein, die Sendung auf RTL2 heißt GRIP, nicht GRID.

SLEAZE + Grid
Auch mit weniger Übung läuft es hier rund.

Dennoch könnte dir dieser Name ein Begriff sein. Vor elf Jahren erschien der Titel zum ersten Mal. Er brachte es sogar soweit, dass 2013 eine Fortsetzung im Laden stand sowie ein Ableger namens GRID Motorsport herauskam.

Nun ist die Serie nach langer Abstinenz zurück und will erneut die Rennsportherzen der Spieler erobern. Doch schafft das Reboot von GRID dies oder crasht das Spiel mit mehr als 150 km/h frontal gegen eine Wand?

Sei anders, sei GRID

GRID wagt den Spagat zwischen Simulation und Arcade-Racer. Kein Spieler soll sich überfordert oder unterfordert fühlen. Deshalb bietet das Spiel einige Einstellungen zur Verfügung, mit denen der Spieler sich die Schwierigkeit selbst einstellen kann.

Soll die KI hartnäckig sein oder doch eher Deko auf der Fahrbahn? Wie verhält sich das Auto in Kurven oder bei einem Rempler? All dies und noch einiges mehr sorgt dafür, dass jeder Spieler ein individuelles Fahrerlebnis nach seinem Gusto hat.

Wenn es wirklich mal hart auf hart kommt, ist die Rückspulfunktion dein bester Freund. Wie bei einem Film kannst du eine gewisse Sequenz zurückspulen und deinen Fehler beheben.

SLEAZE + Grid
Na, mit Regen kennen sich die einst englischen Minis ja aus.

Um sich weiter vom Rest der Masse abzuheben, bietet GRID das Nemesis-System. Je nachdem, wie du dich gegenüber den Kontrahenten benimmst, zum Beispiel durch Abdrängen oder Auffahren, verhalten sich diese gegenüber dir aggressiver oder nicht. Vor allem auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad und ausgeschalteten Hilfen kann dies zu einigen spannenden Situationen führen.

Verschenktes Potenzial                             

Doch auch wenn sich das Fahrgefühl der Autos super anfühlt und die Grafik recht hübsch ist – außer einigen kleinen Makeln gibt es auch Punkte, die den Spaß – Achtung Wortwitz! – bremsen. Das Spiel bestraft nur in extremsten Fällen ein regelwidriges Fahren.

Den Vordermann auffahren oder gar von der Spur abdrängen? Kein Problem! Kurven im gewissen Maße schneiden, ohne Zeitstrafen zu bekommen und sich somit Abkürzungen schaffen? Kein Problem! Vor allem, weil die Grünflächen die Geschwindigkeit des Autos kaum verringern. Eine doppelte Einladung zum Schummeln.

Auch das Schadensmodell könnte detaillierter sein. Die Schäden am Auto sehen recht nett aus, aber erreichen nicht das Niveau eines Burnout: Paradise. Trotz mehrfachen Rammens anderer Fahrzeuge hinterließ dies nur selten größere Spuren. Schrottreif war mein Auto nur dann, als ich mit Vollspeed frontal in die Bande gefahren bin.

Leidet fällt auch der Multiplayer, sei es lokal oder online, etwas dürftig aus. Zum einen gibt es kein 2-Spieler-Splitscreen, obwohl dieser besonders für Rennspiele prädestiniert ist. Und zum anderen ist der Onlinemodus eher mau. Allein durch Quickmatch sind Spiele zu finden, keine Auswahl der Server oder desgleichen.

Möchte man eine bestimmte Strecke mit bestimmten Vorgaben fahren, muss dies selbst erstellt werden. Aktuell steht die lästige Warterei dem Spielspaß im Weg. Die Onlineserver sind noch recht leer und ehe man wenigstens einen Spieler findet, geht schon etwas Zeit ins Land. Hat man Mitspieler gefunden, heißt dies nicht unbedingt, dass es zu einem spannenden Kopf an Kopf-Rennen kommt. Wie schon erwähnt, wer unfair fährt, ist klar im Vorteil. Also wird gerammt und abgekürzt, wie es nur geht.

Neulinge greifen zu, Kenner fahren Probe

Doch lass dich von diesen negativen Punkten nicht abbringen, einen Blick zu riskieren. GRID bietet einen guten Spagat zwischen Profi und Neuling. Selbst ich als eher Rennspiel-Muffel hatte Spaß, einige Runden zu drehen.

Die Entwickler haben klar den Fokus auf den Einzelspieler (Karriere-Modus) und das Fahrgefühl gelegt, der Rest wie der Multiplayer sind eine nette Dreingabe, mehr aber nicht. Bei einer Auswahl von über 60 Fahrzeugen, die alle optisch sehr gelungen umgesetzt sind, sollte für jeden etwas dabei sein. Tuning ist nicht groß enthalten, allein die Farbe und das Fahrgefühl des Autos lassen sich individuell einstellen.

SLEAZE + Grid
Es fehlt noch grün, aber ansonsten: sexy

Wem Need dir Speed zu prollig ist, Burnout zu hektisch, DIRT zu dreckig und Gran Turismo zu realistisch, der ist mit GRID perfekt bedient. Das Spiel eignet sich wunderbar, um lockerflockig ein paar entspannte Runden zu drehen oder sich verbissene Kämpfe um Platz Eins zu liefern. Für den Einstieg in das Rennspiel-Genre machst du hiermit nichts falsch.

Flo

Titel: GRID
Publisher: Codemaster
VÖ: Bereits erhältlich
Plattform: Playstation 4, Xbox One, Microsoft Windows

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