Follow the Smoke to a Riff Filled Land: Desertfest 2018

Follow the Smoke to a Riff Filled Land: Desertfest 2018

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SLEAZE + Desertfest 2018
Fettes Poster für fettes Fettival!

Seit nunmehr sechs Jahren trifft sich die Stoner Rock- und Doom Metal-Szene in Berlin, um drei Tage lang gemeinsam abzufeiern, über den aktuellen Klatsch und Tratsch im psychedelischem Untergrund zu quatschen und vor allem, um sich den düsteren Klängen ihrer Lieblingsbands hinzugeben.

Nirgends sonst stehen Hippies und Heavy-Metal-Maniacs einträchtig nebeneinander und fachsimpeln über tiefer gestimmte Gitarren, denn hier verschmelzen die Grenzen der Genres. Fans von in 70er-Jahre-Nostalgie schwimmenden Rockbands werden genauso bedient wie die, die sich lieber von fiesem Gebolze das Hirn raushämmern lassen.

Desertfest nennt sich dieses Treffen, als Hommage an den Ursprung des Stoner Rocks, manchmal eben auch noch Desertrock genannt, die Wüste Kaliforniens. Vielleicht aber auch, weil sich der Mund des ein oder anderen Festivalgängers nach dem Konsum einer in der Szene durchaus beliebten Pflanze so staubtrocken anfühlt wie eine Wüste.

Aber die tausenden langhaarigen und bärtigen Fans die vom 4. bis 6. Mai über den neuen Veranstaltungsort in der Arena Kreuzberg in – Achtung – Treptow hereinbrechen, kommen nicht, um sich über den Namen des Festivals den Kopf zu zerbrechen. Viel wichtiger ist ihnen, dass sie mit ausreichend kühlem Bier und heißen Riffs versorgt werden.

SLEAZE + Desertfest 2018Und mit Letzterem spart das diesjährige Line-Up keineswegs. Als Headliner sind die Stoner-Legenden Monster Magnet, die schwedischen Bluesrocker Graveyard und High on Fire angesagt, welche ein extrabrachiales Set anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens ins Publikum feuern.

Soviel zu den großen Bands, aber viel interessanter ist natürlich, welche Kapellen des düsteren Untergrunds ihr Unwesen auf unseren Berliner Bühnen treiben werden.

Und gerade die sind diesmal absolut sehenswert. Denn neben den ungekrönten Sludge-Königen Eyehategod und Church of Misery sind noch viele, außerhalb der Szene unbekannte, aber tierisch talentierte Bands am Start.

Als absolutes Highlight sind dieses Jahr Jex Thoth zu erwarten, die unter der Führung ihrer charismatischen Frontsängerin Jessica ihr Konzert wieder in ein mystisch-psychedelisches Ritual verwandeln werden. Ein absolutes Muss.

Wer es dann aber doch lieber etwas heftiger mag, sollte nicht den Auftritt von Monolord verpassen. Die Doomster vom RidingEasy-Label, welches eigentlich immer ein Siegel für Qualität ist, werden mit tonnenschweren Riffs die vernebelte Bühne rocken. Ein weiterer Geheimtipp sind Church Of The Cosmic Skull, welche sich ironisch als Sekte geben und mit zwei Sängerinnen und einem gottverdammten elektrischen Cello auftreten. Wo gibt’s denn bitte sonst noch so etwas zu sehen?

Und das wären nur ein paar wenige der Leckerbissen, die auf der Liste stehen. Man kann sich definitiv auf eine dreitägige Rock‘n’roll-Party voller guter Stimmung, okkultistischem Blödsinn und geiler Musik freuen. Und das auch noch am Spreeufer an der Grenze Kreuzberg / Treptow. Um es in den Worten des Doom-Urvaters Ozzy zu sagen: „Go fucking crazy!“

Simon

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