Final Fantasy XV – Bromance beim Staatsstreich

Final Fantasy XV – Bromance beim Staatsstreich

Final Fantasy wird jedem Zocker etwas sagen. Seit 1987 produziert Square Enix diese RPGs für die riesige Fangemeinde. Die jedoch wird erstaunt sein. Im Vergleich zu den anderen Final Fantasys ist in diesem Teil einiges anders.

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Abgesehen von den Online-Games habe ich ab Final Fantasy 8 jeden Teil gespielt. Ich weiß, die Entrüstung wird jetzt wahrscheinlich groß sein, denn fast jeder FF-Fan behauptet, dass doch der siebte Teil der allerbeste auf der ganzen Welt für immer und ewig sein wird und ist. Hmm tja, meiner ist immer noch 8, wobei die Erwartungen an Part 15 der Final Fantasy-Saga groß waren. Enttäuscht wurde ich natürlich nicht (nach zehn Jahren Entwicklungszeit wäre das auch ein Skandal). Aber – er war anders!

Angst!

Um kurz nochmal die Geschichte zu schildern. Noctis ist der Prinz des Hauses Lucis. Sein Vater hat eine politische Heirat mit Lunafreya organisiert, um Frieden zu wahren. Mit seinen drei Freunden macht er sich auf den Weg zu seiner Hochzeit. Kurz nachdem er aufbricht, erreicht ihn die Meldung, dass sein Königreich angegriffen wurde und sein Vater, seine Verlobte und er selber für tot erklärt wurden. Er setzt seine Reise fort um herauszufinden, was geschehen ist und natürlich, um sein Königreich zurückzuerobern.

AU-thentisch

Was ist anders? Die NPCs und die Landschaft wurde sehr detailliert gestaltet. Trifft man auf Gegner, sind diese sehr “authentisch“, aber besonders die Bosse, also Rundenendgegner, haben es in sich. Sie sehen genial aus und sind teilweise auch noch richtig gruselig. Das kannte ich von vorherigen Teilen der Reihe nicht. Bist du bereits zum Meteorsplitter gelangt, verstehst du wahrscheinlich, was ich meine.Den rundenbasierenden Kampf gibt es nicht mehr. Mit Noctis kannst du dich jetzt frei im Kampf bewegen, dich warpen oder bei niedriger Gesundheit mal schnell aus dem Kampf flüchten oder Pause machen. Dadurch gibt es mehr Möglichkeiten im Kampf, allerdings wird der Kampf leider auch sehr unübersichtlich, sollten sich mehr als vier Gegner im Kampfradius befinden. Das führte zum wilden Draufkloppen, was doch irgendwann nervig wurde, da man nicht mehr wusste, wo Noctis hin ist und wen er gerade haut. Es gibt Gegner, die ungefähr zehn Mal so groß wie Noctis (hier fällt die Unübersichtlichkeit auf jeden Fall weg) und super animiert sind. Trifft Noctis im Freien auf Gegner, greifen diese entweder gleich an oder interessieren sich erst für den Spieler, wenn er dem Gegner auf die Pelle rückt. Die Umgebung bzw. die Welt ist schön inszeniert, mit weiten Landschaftsbildern im typischen Stil von Final Fantasy. Zudem gibt es auch Wetterumschwünge, welche Landschaft und Gegner beeinflussen. Ich hatte auch das Gefühl, das Spiel ist näher an unsere Zeit gelehnt, da Noctis ein Handy nutzt, mit dem Regalia durch die Gegend fährt und an Raststätten stoppt, die doch sehr an amerikanische Diner erinnern. Allgemein betrachtet ist das Spiel auf jeden Fall eine echte Augenweide.

Einer dieser unhandlichen Gegner!

Um die Charaktere zu leveln, musst du dich auf einem Rastplatz oder Motel ausruhen, erst dann werden deine Erfahrungspunkte verrechnet und dein Charakter steigt auf. Pausierst du auf einem Rastplatz, wird sogar für dich gekocht. Und mit bestimmten Gerichten kannst du deinen Charakter (ver)stärken, sodass dieser Vorteile im Kampf bekommt.

Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt.

Folgt man nicht der Haupthandlung, kann man sehr viele Stunden mit dem Spiel verbringen. Möchte man das aber? Die Nebenmissionen waren am Anfang ganz spannend. Vor allem, da Final Fantasy über eine Open World verfügt (aber nicht die ganze Zeit über, es empfiehlt sich also, anfangs alle Missionen zu meistern), konnte man mit den Nebenmissionen die Umgebung erkunden und sich schon mal einen Eindruck verschaffen. Danach verliert es deutlich an Spannung; Monster jagen, Sachen suchen, Leuten helfen. Nach mehreren Stunden Spielzeit fand ich die Nebenmissionen sehr monoton. Für mich jedenfalls war nicht der Drang da, alle Nebenmissionen abzuschließen. Was ich aber sehr schön fand, das man den Regalia tunen und die Kleidung anpassen konnte, womit man das Spielerlebnis doch auf gewisse Art ein bisschen individualisieren konnte.

Nachts fahren – bitte nicht!

Jedenfalls nicht, wenn man noch auf einem niedrigeren Level verbleibt. Ich habe mich einmal richtig erschrocken, als ich mit dem Regalia nachts auf einer Brücke unterwegs war und plötzlich aus dem Betonboden der Brücke ein riesen Monster auftauchte. Das wäre kein Problem gewesen, wären Noctis und seine Freunde (in ihrem Wahnsinn) nicht einfach so ausgestiegen, um in Kampfstellung zu gehen, statt mit dem Regalia einfach wegzufahren. Und einsteigen wollte die Truppe auch nicht! Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich von meinem hübschen Regalia zu entfernen (damit ich nicht mehr auf dem Gegnerradar erscheine) und darauf zu warten, dass der Gegner sich verzieht. Das heißt also, je nach Tageszeit spornen andere Gegner. Also Vorsicht! Übrigens bin ich beim Autofahren nachts schon mal eingeschlafen und erst kurz vor dem Reiseziel aufgewacht (gekonntes AFK).

Die Final Fantasy-tic Four

Die Charaktere, die ich zuvor als Boygroup bezeichnet habe, haben sich über den ersten Eindruck hinweggesetzt. Man erlebt viel mit ihnen und es gibt sehr viele Bromance-Momente, in denen sich die Charaktere binden und weiterentwickeln. Ein bisschen wackelig ist die Geschichte, die im Spiel erzählt wird. Spielt man nur das Spiel und folgt der Geschichte, ergeben sich einige Unklarheiten und Informationslücken. Man bekommt mit dem Spiel sozusagen nur einen Teil der Story serviert. Was ich dazu auf jeden Fall empfehlen kann, ist der sehr gute Film Kingsglaive: Final Fantasy XV, der ein bisschen was zur Vorgeschichte des Spieles verrät, allerdings hauptsächlich parallel zur Spiel-Geschichte verläuft. Wenn du dann noch ein richtiger Spezialist für Final Fantasy sein möchtest, kannst du dir zusätzlich noch die sechsteilige Anime-Serie Brotherhood: Final Fantasy XV anschauen.

Eigentlich gibt es noch einiges, was ich gerne zu Final Fantasy XV schreiben würde, aber ich möchte dir ja nicht das Spielvergnügen nehmen. Ich fand Final Fantasy XV gut, mit Potenzial für mehr und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Übrigens: Final Fantasy-Fans können sich freuen. Nächstes Jahr soll das Remake von Final Fantasy 7 herauskommen. Es bleibt also weiterhin spannend für FF-FF-FF-FF-FF-Fans.

Viel Spaß,
Magda

Titel: Final Fantasy XV
Publisher: Square Enix
VÖ: bereits veröffentlicht
Plattformen: Xbox One, PlayStation 4

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