FIFA 12: Mit neuer Physikengine noch sicherer auf dem Thron?

FIFA 12: Mit neuer Physikengine noch sicherer auf dem Thron?

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FIFA 12

Genre: Sport | Plattform: Xbox 360, PlayStation 3, Wii, PC, PlayStation 2, 3DS, PSP | Publisher: Electronic Arts

Fifa vs. Pro Evolution Soccer, Jahr für Jahr gehen die beiden Konkurrenten ins Rennen um die virtuelle Fußballkrone. Noch vor wenigen Jahren waren die Rollen klar verteilt:  Fifa hatte die teuren Lizenzen, PES das realistischere Gameplay.  Doch in den letzten Jahren kaufte sich Konami immer mehr Originallizenzen ein, allen voran die Rechte an der Champions League, Fifa wiederum spielt sich von Jahr zu Jahr authentischer. Ein Trend, der sich auch 2011 fortsetzt? Morgen erscheint Fifa 12, wir haben es schon heute angetestet. Hier der SLEAZE-Kurzcheck!

Fifa ist schon längst nicht mehr das schnelle Action-Gebolze, dessen Gameplay sich immer wieder so anfühlte, als wären die Spielsituationen nur vorberechnete Szenen. EAs Fußballgame spielt sich mittlerweile dynamisch und vor allem: realistisch. Fifa 12 legt da nochmals eine Schippe drauf und das Geschehen auf dem Platz wirkt vor allem durch die brandneue Player Impact Engine noch echter. Durch Berücksichtigung der körperlichen Statur der jeweiligen Spieler ergeben sich immer wieder neue Zweikämpfe, und Zusammenstöße haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Körper der Spieler. Sprich, mit einem kleinen dünnen Spieler hat man bei einer Rempelei deutlich schlechtere Karten gegen einen massiven Riesen. In den meisten Fällen wirken die butterweichen Animationen in den Situationen sehr authentisch. Die neue Technik hat aber noch ihre Kinderkrankheiten und es ergeben sich manchmal auch skurille Szenen, in denen sich die Spieler schon bei leichten Berührungen gleich mehrfach überschlagen. Zum Glück kommen diese Situationen nur selten vor, allerdings sollte EA bis Fifa 13 noch ein wenig Feintuning betreiben. Ein anderer Negativpunkt ist uns im Karrieremodus „Be a Pro“ aufgefallen. In dem Modus steuern wir ja bekanntlich nur einen Spieler und begleiten diese durch seine Karriere. Ein prinzipiell sehr spannendes Feature von Fifa 12. Allerdings waren wir gleich mit Beginn unserer Karriere Stammspieler und wurden in keiner einzigen Partie ausgewechselt. Das klingt erst einmal nicht schlimm, aber es trübt den Realismus-Anspruch des Games schon ein wenig, wenn wir mit 17 Jahren sofort Stammspieler sind, und wir zudem noch Gefahr laufen, uns zu verletzen, weil der Trainer uns auch dann nicht vom Feld nimmt, wenn wir konditionell völlig ausgepumpt über den Platz torkeln. Möglicherweise lag es daran, dass unser gewählter Verein jetzt nicht der allerbeste war, oder aber, weil wir nicht auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielten, dennoch hätten wir hier ein wenig mehr Simulations-Feeling erwartet. Da ist der Konkurrent aus dem Hause Konami härter, und lässt uns auch mal 90 Minuten auf der Bank schmoren, wenn wir keine Leistung bringen, oder noch zu grün hinter den Ohren sind. Trotzdem ist die Kritik an Fifa 12 Jammern auf höchstem Niveau, denn das Spiel macht unheimlich viel Spaß! Konami muss sich jedenfalls mit PES 2012 eine Menge einfallen lassen, wenn der Fußball-Thron nicht auch in diesem Jahr ganz klar an EA gehen soll – und zwar sowohl was Realismus als auch Atmosphäre angeht.

Pro:

+ Sehr gute Grafik

+ Gewohnt tolle Inszenierung

+ Authentische Stadionatmosphäre, durch original Fan-Gesänge

+ Sehr abwechslungsreich, durch viele Spielmodi

+ Komplexe Steuerungsmöglichkeiten

+ Sehr gute Animationen

+ Viele Ligen und Teams, inklusive Original-Lizenzen

+ Vielfältige Online- und Multiplayer-Modi

+ Neue Player Impact Engine erhöht den Realismus

 

Contra:

– Allerdings kommt es auch immer wieder zu merkwürdigen Körperkrümmungen bei Kollisionen

– Karrieremodus als Spieler ist unrealistischer als in PES

– Folgekosten für neue Modi, Live-Season, Seasonpass, etc.

 

Pascal Scheib

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