Experiment Lollapalooza geglückt?

Experiment Lollapalooza geglückt?

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Das Projekt war von Anfang an interessant. Ein Festival, zu dem nicht nur die Besucher reisen, sondern welches auch selber reist. Eine gute Idee, aber organisatorisch natürlich eine Herausforderung. Das konnten die Gäste des ersten europäischen „Lollas“ vergangenes Wochenende am eigenen Leibe auf dem ehemaligen Berliner Tempelhof-Flughafen spüren. Anstatt Luftschlangen gab es Warteschlangen. Lange Warteschlangen. Einlass, Klos, Futtertröge. Kann man alles sehr unterhaltsam auf der Lolla-Facebook-Seite nachlesen.

Ein paar Leute hatten ein reges passives Interesse am Lolla - vor dem Eingang.
Es gab auch ein reges, passives Interesse am Lolla – vor dem Eingang.

Aber war das Lollapalooza nun anders als andere Festivals? Gerade der Vergleich zum Berlin Festival drängt sich auf bei gleicher Location. Zunächst einmal sprach es natürlich ein anderes Publikum an. Deutlich mainstreamiger, was auch die hohen Besucherzahlen von 45.000 Gästen pro Tag sowie ein vorab ausverkauftes Lolla erklärt. Aber auch Zonen wie der Kinderbereich, die Mode-Area oder der „Grüne Kiez“ sollten die Besonderheit des Festivals verdeutlichen. Fand ich persönlich alles nicht so spannend, einzig der Kunst-Bereich mit seinen

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Diverse Künstler, die sich unauffällig unters die Besucher mischten.

Artisten und Showeinlagen – die auch immer wieder durchs Publikum gingen und die Leute verzauberten – war wirklich grandios. Davon, liebes Lolla, gern noch viel mehr. Einige mag es an mitteralterliche Feste oder auch die Bar 25 erinnert haben. Jedenfalls war es neben einem überraschend guten Sound und Seeed in Bestform (ich liebe euch, Jungs!) das absolute Highlight.

Angenehm war auch, dass bis auf die Großsponsoren das Lolla keine große Werbe-Veranstaltung war. Da hatten sich die Lollas ja in der Vergangenheit sehr die Finger verbrannt mit zu viel Branding und ist auch eine der nervigsten Sachen bei Festivals wie Rock am Ring (insbesondere ihr Video-Dauer-Bombardement). Lediglich die Großsponsoren Warsteiner, smart und Zalando waren präsent und bis auf Zalando (fette beleuchtete Poster in der Fashion-Area) sogar gut eingebaut ins Festival. Sehr schön war vor allem der Stand von Warsteiner mit dem Rosinenbomber. Und ja, wir haben Warsteiner sehr lieb, aber ist ja nun auch kein Geheimnis. 🙂

Nein, kein Warsteiner-Privatjet. Das ist ein original Rosinenbomber.
Nein, kein Warsteiner-Privatjet. Das ist ein original Rosinenbomber.

Beeindruckender noch war der Blick von der Aussichtsplattform – was überraschendweise recht wenig Gäste in Anspruch nahmen. Einen Panorama-Blick über das Festival mit dem Roten Rathaus im Rücken. Von dort oben konnte man das Ausmaß eines solchen Festivals viel besser sehen – und man hatte auch mehr Verständnis für die logistischen Probleme dieser Party-Stadt dort unten.SLEAZE.lollapalooza11

Ein letztes persönliches Highlight war die Secu. Vielleicht haben die Sicherheitskräfte eine unglaublich gute Entlohnung erhalten oder sie wurden sehr ausgiebig gebrieft. Jedenfalls waren das wahrscheinlich die nettesten Sicherheitsleute, die Berlin jemals hatte. Großes Lob, bitte überall ab jetzt in Berlin arbeiten. Dank dafür vorab!

Es hat Spaß gemacht. Wir freuen uns auf mehr.
Es hat Spaß gemacht. Wir freuen uns auf mehr.

Fazit: Ich war trotz eines für mich nicht ganz so spannenden Line-ups sehr positiv überrascht von Lolla 1 und teile damit nicht ganz die Aussage Peter Fox‘, der den Seeed-Auftritt lapidar mit den Worten schloss: „Lollapalooza, war ok fürs erste Mal.“ Ich bin gespannt auf Lolla 2, wenn die Kinderkrankheiten weniger werden und sie hoffentlich sich das Feedback zu Herzen genommen haben. Definitiv war das Lolla für Berlin eine Bereicherung.

Danke dafür, liebes Lollapalooza.

danilo

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