Endlos-Spannung trotz 08/15-Handlung

Endlos-Spannung trotz 08/15-Handlung

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Drei Stunden, ein Kilo Koks, 45.000 Euro Cash! Was der Deal seines Lebens und Freifahrtschein für ein besseres Leben werden soll, entwickelt sich für Dan schnell zum Höllentrip. Gejagt von der Polizei und skrupellosen Gangstern, muss der Dealer in einer gnadenlosen Tour de Force nicht nur das eigene Leben, sondern auch das seiner kleinen Tochter retten.

SLEAZE Dealer 2
Jean Luc Herbulot hatte bestimmt nicht vor, das Krimi- und Thriller-Genre mit seinem Filmdebüt „Dealer“ zu revolutionieren. Der Kriminelle, der entscheidet, dass es Zeit ist, sesshaft zu werden und eine Familie zu haben anstelle ein Leben voller Verbrechen, erscheint immer und immer wieder in Filmen mit dem selben Ergebnis. Wozu führt es jedes Mal? Zu einem letzten Job. Was passiert während des letzten Jobs? Etwas geht schief.

Genauso geht es Dan. Als Mittdreißiger-Franzose lebt er geschieden und getrennt von seiner kleinen Tochter in einem kleinen Appartement in Paris. Auch er will wie viele andere das große Geld machen und dafür hat er auch schon einen Plan. Mit seinem Freund Salem will er als Drogendealer irgendwann einmal am besten das komplette Pariser Drogengeschäft leiten. Zurzeit ist er aber nur ein kleiner Handlanger, der davon träumt, mit seiner Tochter nach Australien auszuwandern. Aus dem Kokaingeschäft eigentlich schon ausgestiegen, lässt er sich auf einen Deal mit seinem Stammkunden ein. Dan muss ein Kilo Koks besorgen, um dann endlich die erhofften 45.000 Euro zu kassieren. Eine Schlamperei führt allerdings zu einer ganzen Reihe bekannter Probleme, denn plötzlich ist das Paket verschwunden. Ohne Droge und schwer verschuldet zieht sich die Schlinge um seinen Hals und den seiner Tochter immer enger und er lernt die brutalen Schattenseiten des Drogenbusiness kennen.

SLEAZE Dealer 3
Gewalttätige Kriminelle, hinterhältige Verbündete und bedrohte Familien können von der kurzen Zusammenfassung erwartet werden. „Dealer“ enttäuscht in diesem Fall nicht und liefert die Genre-typischen Markenzeichen. Der Film ist definitiv nicht für die Zimperlichen oder die
Ich-kann-kein-Blut-sehen-Menschen, denn Gewalt ist hier irgendwann der einzige Weg. Dan Bronchinson als unser charismatischer Protagonist verprügelt jeden auf seine Art – unschuldig oder nicht – zu seinem persönlichen Nutzen. Es kümmert Dan nicht, wen er verletzt, solange es ihn näher an sein Ziel bringt. Manch ein Zuschauer denkt wahrscheinlich, Dan verdient alles, was in seinem Leben schief läuft, während anderen die starke Leistung von Dan Bronchinson gut genug gefällt, um seinen Charakter zu bemitleiden. Die größte Überraschung, die „Dealer“ zu bieten hat ist, dass es von Anfang bis Ende unfassbar spannend bleibt. Mit einer kurzen Laufzeit von 75 Minuten rast „Dealer“ mit einer energischen und manchmal überwältigenden Art ins Ziel. Regisseur Jean Luc Herbulot ist in diesem Bereich ein kreatives Genie. Das ist ein Film mit Schnitt, der sich im Tempo eines Rennwagens bewegt und nur abbremst, um den nächsten gewalttätigen Teil der enthusiastischen Geschichte einzuleiten. Und genau so werden 24 Stunden im zunehmend höllischen Leben von Dan gezeigt. Fließende Übergänge und ein dröhnender Soundtrack begleiten die Filmkunst in „Dealer“, während dieser non-stop richtig Ziellinie läuft. Jean Luc hat es geschafft, seinen eigenen einzigartigen Stil zu kreieren, weshalb von dem Film auf dem Fantasia International Film Festival gleich Notiz genommen wurde. „Dealer“ hat weder eine bahnbrechende Handlung noch Charaktere. Trotzdem schafft sich der Film mit seinem einmaligen Look eine neue Sparte im Krimi-Thriller-Genre.

Dealer“ ist eine filmische Visitenkarte von einem Regisseur, der zu großen Dingen fähig ist. Jean Luc Herbulot verkauft ein Produkt ohne ernsthafte Nebenwirkungen außer Erschöpfung für all die, die nicht fähig sind, diese Achterbahnfahrt durchzustehen. Bei dieser explosiven und brutalen Non-stop-Action kannst du ab dem 06.11.2015 mitfahren.

Leo

Titel: Dealer
Regisseur
: Jean-Luc Herbulot
Dauer
: 75 Minuten
: 06.11.2015
Verleih:
Pierrot Le Fou

 

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