Electric Wizard: Elektrische Magie

Electric Wizard: Elektrische Magie

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SLEAZE + Electric Wizard
Fast unschuldig…

Dröhnender Bass, fette Gitarrenriffs, hypnotische Drums und die markante Stimme des Sängers Jus Oborn. Das ist der Stoff, aus dem Electric Wizard seinen Stoner Doom formt. Das und eine Substanz, für die man nicht nur hierzulande belangt werden kann…

Die Band aus Dorset in England gründete sich im Jahre 1993. Zu der Zeit verließ Sänger und Gitarrist Jus Oborn seine damalige Band, um mit Tim Bagshaw und Mark Greening schließlich das selbst betitelte Debütalbum Electric Wizard 1995 auf die Welt loszulassen. Das Album kam düster und basslastig daher.

Der Opener des Albums „Stone Magnet“ gibt ganz klar die Richtung vor. Headbanging vorprogrammierte, groovige Riffs und der drückende Bass runden das Stoner-Rock-Erlebnis so richtig ab. Das fies langsame „Behemoth“ oder das darauf folgende für die rhythmische Sportgymnastik konzipierte „Devil’s Bride“ sorgen für die nötige Abwechslung.

Horror, Tod und SatanSLEAZE + Electric Wizard

1996 folgte das Album „Come My Fanatics“. Und das hört sich weitaus düsterer an, verliert jedoch niemals seinen Groove. Absolutes Glanzstück auf diesem Album ist allerdings der Song „Wizard in Black“. Das Sample vor dem eigentlichen Song stammt hierbei vom 1974 erschienenen Zombie-Schocker „Let Sleeping Corpses Lie“.

In dem Gespräch zwischen dem Inspektor und George (dem Teenager des Films) ertönt der Satz des Inspektors: „You’re all the same, the lot of you, with your long hair and faggot clothes“. „Drugs, sex, every sort of filth“. „And ya hate the police, don’t ya?“ George erwidert hierauf: „You make it easy.“

Was soll ich sagen! Absolut grandios!

Zurück zu den Wurzeln

Auf dem sechsten Studioalbum Witchcult Today aus dem Jahre 2007 benutzten die Magier nun Equipment aus den frühen 70er Jahren, um sich dem Sound von Ozzy Osbournes Black Sabbath anzunähern.

Das gelingt ihnen ausgesprochen gut. Denn Songs wie „Dunwich“, oder „Satanic Rites Of Drugula“ überzeugen einfach. Gerade wegen ihres eingängigen 70s-Sound klingen Electric Wizard wie die gute alte Zeit, bleiben sich jedoch immer treu.

Electric Wizard hören nie auf, hypnotisch und brachial zu klingen. Dennoch massieren einem die groovigen Klänge der Gitarre und der einlullende Gesang vom Herrn Oborn (wohlgemerkt: nicht Osbourne!) permanent den Gehörgang. Hör dir doch einmal „Venus in Furs“ vom 2010 erschienenen Album „Black Masses“ an und du weißt, was ich meine.

Das bisher zuletzt gepresste Album „Wizard Bloody Wizard“ erschien 2017 unter dem Label Spinefarm Records. Das bisher neunte und kürzeste Album verschwendet dennoch keine Zeit, wie eine Orgie zu klingen.

SLEAZE + Electric Wizard
Hier auch mal ausnahmsweise in Farbe.

Electric Wizard lieben es, die Knöpfe ihrer Zuhörer zu drücken. Die uns eigenen Instinkte wie Sex und Gewalt locken Emotionen in uns hervor. Dort packt die Band an, um uns mit ihrer Musik in einer gehirngewaschenen Welt wachzurütteln. Hoffentlich mit Erfolg.

Rock On!
Steven

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